| Ein verbrannter Kropf ist eine Folge bei der Fütterung von zu
heißem Futterbrei bei einer (notwendigen) Handaufzucht.
Die Gründe für zu heißes Futter ist das zu kurze Abkühlen
und zu schlechte Verrühren des Futterbreies, so dass es zu verschieden
heißen Stellen im Futterbrei kommen kann (oben kühler als in
der unten z.B.). Es gibt auch Halter, die das Futter in der Mikrowelle
erwärmen und vor der Fütterung nicht richtig umrühren. Meiner
Meinung nach sollte man das Futter immer frisch zu bereiten und nicht nochmal
in der Mikrowelle aufwärmen. Außerdem ist ein Wasserkocher auch
nicht aufwendiger als das Erhitzen in der Mikrowelle und die Hitze verteilt
sich gleichmäßiger.
Der Futterbrei sollte nicht heißer als 30-40°C sein, um Kropfverbrennungen
zu vermeiden.
Durch zu heißes Futter kommt es zu Verbrennungen im Kropf. Diese
werden auch von außen sichtbar, zunächst als weiße, später
als schwarze Stellen. Im schlimmsten Fall kann sich die schwarze Kruste
(abgestorbene Haut) lösen und Futterbrei durch das Loch im Kropf fließen.
Dies geschieht meistens bei Küken, die hier bereits mehr Federn haben,
so dass die Hautveränderungen vorher nicht bemerkt wurden.
Möglichst gleich nach Bemerken veränderter Hautstellen sollten
Sie einen vogelkundigen
Tierarzt zu Rate ziehen. Wenn bereits ein Loch im Kropf entstanden
ist ist ein sofortiger Tierarztbesuch unumgänglich. Ein Fachtierarzt
kann die Kruste entfernen und den Kropf nähen. Je mehr Kropfhaut verbrannt
ist desto schwieriger ist die Operation und die Aussicht auf Erfolg. Ohne
Operation wird das Küken verhungern.
Nach einer erfolgreichen Operation sollten Sie es langsam und geduldig
aufpäppeln. Beachten Sie, dass der Kropf durch die fehlende Haut jetzt
verkleinert ist und die Futtermenge entsprechend reduziert werden muss!
Das Küken bekommt jetzt also häufiger kleinere Portionen Futterbrei
mit der richtigen Temperatur. Im Laufe der Zeit dehnt sich der Kropf wieder
etwas. Die Nahtstelle ist bei befiederten Vögeln von außen nicht
erkennbar.
Ich habe mal einen Jungvogel (ca. 8 Wochen alt) aufgenommen, dessen
Vorbesitzer zu heiss gefüttert hatten, wodurch ebenfalls ein Loch
im Kropf entstanden ist. Dies wurde auch erfolgreich behandelt, bevor ich
es aufgenommen habe. Heute sieht man nichts mehr von dieser "Behinderung".
Der Vogel hat sich für eine -notwendige- Handaufzucht relativ normal
entwickelt, er ist nur deutlich kleiner und leichter als seine Artgenossen.
Er hat sich erst nach einigen Monaten (bedingt durch die Fehlrprägung
auf
den Menschen durch die Handaufzucht) auch in die restliche Gruppe integriert
und hat heute auch einen Partner. Man sollte solche Vögel also niemals
aufgeben! |