| Immer wieder kommt es vor, dass Elternvögel ihren eigenen Nachwuchs
oder bei Gruppenhaltung die Jungvögel anderer brütender Pärchen
töten.
Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Es gibt verschiedene
Theorien. Möglicherweise tötet das Weibchen die eigenen Jungen,
weil sie eine neue Brut beginnen möchte und die Jungvögel dabei
als störend empfindet. Vielleicht gibt es auch andere Ursachen, die
den Brutablauf bzw. die Aufzucht stören. Vielleicht handelt es sich
auch um ein unerfahrenes Pärchen, das mit dem Nachwuchs überfordert
ist.
Beim Töten fremder Jungvögel könnte es sich um übersteigertes
Revierverhalten handeln, eventuell wird ein bestimmter Nistkasten beansprucht.
Nicht selten kommt es zu regelrechten Kämpfen um bestimmte Nistkästen,
v.a. dann, wenn zu wenig Nistkästen zur Verfügung stehen.
Weibchen, die ihre eigenen Jungvögel töten, sollten vorläufig
nicht mehr zur Brut zugelassen werden. Die Eier der nächsten Brut
sollten gegebenenfalls gegen Kunststoffeier ausgestauscht werden, damit
die Henne weitgehend normal brüten kann, aber nicht überfordert
wird.
Elternvögel, die fremde Jungvögel töten, sollten während
der Brutzeit von den anderen Sittichen getrennt werden.
Falls Überbesatz und / oder zu wenig Nistkästen als Ursache
in Frage kommen, sollten die Haltungsbedingungen entsprechend angepasst
werden.
Manchmal reicht es, weniger Sittiche in einer Voliere brüten zu
lassen oder mehr Nistkästen anzubieten. Hierbei hat sich als Faustregel
bewährt, dass man doppelt so viele Nistkästen anbietet wie Paare
vorhanden sind. Außerdem machen Züchter immer wieder die Erfahrung,
dass Sittiche unterschiedliche Nistkästen bevorzugen. So brüten
die einen lieber in Holznistkästen, andere lieber in Naturstämmen.
Hier sollte eine entsprechende Auswahl vorhanden sein.
Dennoch sollten die Pärchen auch bei einer Änderung der Haltungsbedingungen
bei der Brut in der Gruppe gut beobachtet und bei Auffälligkeiten
oder Störungen vorsichtshalber in eine separate Voliere umgesetzt
werden. |