Zuchtprobleme: Probleme mit dem Gelege bei Sittichen

 
Problem
mögliche Ursachen
Lösung / Hinweise
es werden keine Eier gelegt
  • es handelt sich bei Sittichen ohne Geschlechtsdimorphismus um ein gleichgeschlechtliches Paar
  • der Tretakt war "einmalig", an einer Brut besteht (noch) kein Interesse, z.B. aus Altersgründen oder weil das Paar nicht ausreichend harmonisiert
  • ein oder beide Partner sind noch zu jung
  • das Geschlecht sollte ggf. nochmals überprüft werden, z.B. durch Federtest oder Endoskopie
  • zu alte Sittiche sollten nicht mehr zur Brut zugelassen werden
  • nicht harmonisierende Partner sollten neu verpaart werden
  • Sittiche sind häufig bereits mit wenigen Monaten fortpflanzungsfähig. Es sollte jedoch keine Brut vor einem Jahr zugelassen werden (Gefahr der Legenot, Verlassen oder Vernachlässigen des Geleges zu hoch). Einige Sitticharten sind erst mit 1-2 Jahren oder später fortpflanzungsfähig. Informationen hierüber finden sie im Artenlexikonteil des Sittichlexikons.
das Gelege ist unbefruchtet
  • es handelt sich bei Sittichen ohne Geschlechtsdimorphismus um zwei Hennen, die sich wie ein Paar verhalten
  • der Tretakt war "einmalig" und interessieren sich (noch) nicht ausreichend füreinander
  • ein oder beide Partner sind zu alt
  • ein Partner ist unfruchtbar
  • auch sehr schlechtes (nass)kaltes Wetter gilt als mögliche Ursache
  • das Geschlecht sollte ggf. nochmals überprüft werden, z.B. durch Federtest oder Endoskopie
  • nicht harmonisierende Partner sollten neu verpaart werden
  • zu alte Sittiche sollten nicht mehr zur Brut zugelassen werden
  • wenn mehrere Gelege unbefruchtet sind ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Partner unfruchtbar ist, sehr groß. Es sollte überlegt werden ein sehr harmonisierendes Paar nicht mehr zur Brut zuzulassen oder - junge Paare - neu zu verpaaren
aus den befruchteten Eiern schlüpft (teilweise) nichts
  • der Embryo ist abgestorben
  • das Ei-Innere ist verfault
  • die Ernährung der Elternvögel sollte überdacht und ggf. verbessert werden
  • die Haltung sollte überdacht werden (z.B. fehlende Bademöglichkeiten)
  • die Konstitution der Elternvögel sollte überprüft werden (ist ein Partner evtl. zu alt, liegen Krankheiten vor, ...?)
Küken kommt nicht aus dem Ei
  • zu geschwächt
  • zu geringe Luftfeuchtigkeit (unter Züchtern sehr umstritten, wird heute eigentlich nicht mehr als auslösende Ursache gesehen)
  • die Ernährung der Elternvögel sollte geprüft und ggf. verbessert werden
  • die Konstitution der Elternvögel sollte überprüft werden (ist ein Partner evtl. zu alt, liegen Krankheiten vor, ...?)
  • Überprüfung der Eier - sind diese zu verschmutzt (-> Probleme beim Luftaustausch)?
  • wurden die Eier in der letzten Zeit nicht mehr von der Henne gwärmt?
  • gegebenenfalls Schlupfhilfe anbieten (wird diskutiert und von einigen Züchtern als "natürliche Auslese" gesehen, was bei so schwachen Sittichen sicher ein Argument ist, viele Züchter können dabei allerdings nicht zusehen und versuchen zu helfen, was auch sehr nachvollziehbar ist)
Altvögel zerstören die Eier
  • unbekannt, eventuell durch Unerfahrenheit, auch Proteinmangel oder Kalkmangel werden als möglichle Ursachen diskutiert
  • Herausnahme aller Eier, Unterlegen in anderen Nestern oder Entwicklung im Brutapparat und Austausch gegen Kunststoffeier
  • manche Züchter versuchen die fast fertig entwickelten Eier wieder gegen die Kunststoffeier auszutauschen und eine Naturbrut zu erreichen, was noch gelingen kann
  • es wird berichtet, dass Sittiche ohne diese Maßnahmen ihr Gelege in der Folge immer zerstört haben. Spätestens wenn das zweite Gelege ebenfalls zerstört wird sollte man die Eier in den nächsten 1-2 Bruten gegen Kunststoffeier austauschen. Viele Sittichpaare brüten auf diesen Eiern normal und bebrüten auch die eigenen Eier aus den Gelegen danach normal. 
Altvögel brüten nicht
  • Unerfahrenheit, 1. Brut
  • Ablenkungen durch andere Sittiche in der gleichen Voliere oder der Nachbarvoliere
  • Störungen der Brut, dadurch Verlassen des Geleges
  • Entfernen der Eier oder Unterlegen der Eier bei anderen brütenden Paaren
  • Ablenkungen sollten gestoppt werden, z.B. durch Umsetzen, so dass keine artgleichen Sittiche in den Nachbarvolieren gehalten werden und / oder Zweige am Gitter und doppelte Verdrahtung
  • Rückzugsmöglichkeiten durch Zweige, Büsche usw. anbieten
  • eventuell Voliere vergrößeren
  • Störungen, z.B. Nistkastenkontrollen sollten bei schlechten Erfahrungen zunächst unterlassen oder möglichst selten und sehr vorsichtig vorgenommen werden
  • Gewöhnung an den Pfleger bei scheuen Sittichen empfehlenswert

Hinweise:
Wenn Eier unbefruchtet sind empfielt es sich bei mehreren brütenden Paaren diese Eier im Kasten zu belassen. Es kommt vor, dass bei einem Paar die - befruchteten - Eier nicht mehr bebrütet werden oder durch den Tod der Henne bebrütet werden können und sie deshalb einem anderen Paar untergeschoben werden müssen.
 

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