Gerade für Hobbyzüchter oder Halter, die ihren
Vögeln nur ein- oder zweimal Nachwuchs gönnen möchten, sollte
möglichst schon vor Beginn der Brutzeit feststehen, wohin die Jungvögel
kommen. Sollen sie behalten oder abgegeben werden und gibt es ggf. bereits
Interessenten für den Nachwuchs? Bitte achten Sie darauf, dass die
Sittiche oder Papageien nicht als Einzeltiere gehalten werden, sondern
mindestens einen artgleichen (!) Partner haben werden.
Brutkondition:
Die Brutkondition ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute
Zucht, denn die Brut erfordert viel Kraft. Die Vögel müssen also
gesund sein, keine Krankheiten
gerade überstanden haben und möglichst auch nicht in der Mauser
sein, da diese ebenfalls anstrengend ist. Die Brutkondition wird durch
entsprechendes Futter gefördert oder verbessert.
"Paarweise" Haltung:
Es gibt bei der Gruppenhaltung große Unterschiede bei den einzelnen
Sitticharten.
Bei vielen Sitticharten werden die Männchen während
der Paarungszeit normalerweise aggressiv gegenüber arteigenen
Sittichen und anderen Sitticharten. Dies gilt z.B. für alle Rosellaarten,
Ziegensittiche oder Rotschwanzsittiche. Sie sollten spätestens während
der Brutzeit paarweise gehalten werden.
Paarweise gehaltene Sittiche können von anderen Sittichen weniger
von der Brut abgelenkt werden und brüten stressfreier.
Friedliche Sitticharten können auch
in der arteigenen Gruppe oder mit anderen friedlichen Sitticharten zusammen
brüten, wenn ausreichend Platz und Nistkästen vorhanden sind.
Häufig gilt dann die Regel "doppelt so viele Nistkästen anzubieten
wie Paare vorhanden sind", da nicht selten um den "schönsten" Nistkasten
gekämpft wird. Dies kann z.B. oft bei Wellensittichen beobachtet werden.
Hier kämpfen normalerweise die Weibchen, Kämpfe zwischen Männchen
gibt es selten. Bei Wellensittichen kommt es auch nicht selten vor, dass
sie die Brut anderer Sitticharten stören,
gelegentlich kam es zu Todesfällen bei den Nestlingen.
Ich würde einen Zusammenhang mit dem vorhandenen Platzangebot
nicht ausschließen, denn je größer die Außenvoliere
oder das Vogelzimmer, desto weniger Probleme bekomme ich von den Haltern
und Züchtern geschildert.
Sollte es zu ernsten Problemen während der Brut in der Gruppe kommen,
sollte getrennt werden, um Verletzungen oder sogar den Tod der Nestlinge
zu vermeiden.
Bei mir gab es im Vogelzimmer bisher damit keine Probleme. Es wird aber
schon deutlich, dass Wellensittiche sehr neugierig sind und eine Brut stören
können, wenn man nicht aufpasst und notfalls Trennungsmöglichkeiten
hat.
Nicht selten lenken sich Sittiche in der Gruppenhaltung allerdings vom
Brüten ab, so dass Halter mit Zuchtabsichten hier beobachten sollten,
ob die Brut in der Gruppe funktioniert. Falls nicht sollten die Vögel
während der Brutzeit paarweise gehalten werden.
Ob Sie Sittiche während der Brut zusammenhalten können oder
besser trennen, können Sie im Sittichlexikon im Artenlexikonteil
unter der jeweiligen Sittichart nachlesen.
Der Nistkasten:
Fast alle Sitticharten brüten in der Natur in Baumstammhöhlen.
In unserer Haltung stehen alternativ Nistkästen oder Naturstammhöhlen
zur Verfügung.
Genaue Mindestmaße für Nistkästen und Naturstammhöhlen,
Einfluglochdurchmesser und Bodenbelag finden Sie im Artenlexikon
des Sittichlexikons unter der jeweiligen Sittichart.
Beispiele für Nistkastenmaße:
| Sittichart |
Nistkastengröße
(L x B x H) |
Einschlupfloch-Durchmesser |
| Wellensittich und andere Arten in dieser Größe |
25 x 15 x 20 cm |
5 cm |
| Nymphensittich, Pflaumenkopfsittich und andere Arten in dieser Größe |
25 x 25 x 35 cm |
6 cm |
| Alexandersittich, Chinasittich |
30 x 30 x 50 cm |
8 cm |
| Rosellas und ähnliche Arten |
35 x 35 x 60 cm |
10-15 cm |
Einige Züchter empfehlen besonders beim ersten Zuchtversuch oder
bei Zuchtproblemen verschieden große Nistkästen und zusätzlich
Baumstammhöhlen anzubieten, damit sich die Sittiche "ihre" Höhle
aussuchen können.
Sie können Nistkästen kaufen oder selbst bauen. Hier gibt
es eine Anleitung zum Selbstbau eines Nistkastens.
Der Nistkasten sollte möglichst hoch angebracht werden, da sich
die meisten Sitticharten dort am sichersten und wohlsten fühlen. Er
sollte so angebracht werden, dass er leicht kontrolliert werden kann. Bei
der Gruppenhaltung bei friedlichen Sitticharten sollten doppelt so viele
Nistkästen vorhanden sein wie Paare vorhanden sind.
Steighilfe:
Bei hohen Nistkästen oder bei Naturstammhöhlen ist es empfehlenswert
eine Steighilfe im Kasten anzubringen, um den Vögeln den Ein- und
Ausstieg zu erleichtern.
 |
Hier befinden sich drei junge Rotkappensittiche in einem hohen Holznistkasten.
Links können Sie die Steighilfe (einfache Leiter) erkennen. Damit
wird auch vermieden, dass die Elternvögel auf die Eier oder die Jungvögel
springen. |
Nistkasteneinstreu:
Die Einstreu ist ein viel diskutiertes Thema unter den Züchtern.
In der Natur brüten Papageien und Sittiche wie gesagt in -morschen-
Baumstammhöhlen. Sie bearbeiten den Boden oft weiter, so dass eine
natürliche Nestunterlage mit stark zerkleinerten Holzstücken
entsteht.
Bietet man seinen Sittichen Naturstammhöhlen
an, können sie den Boden meistens ebenfalls bearbeiten und eine Unterlage
schaffen. Man kann die Nagetätigkeit durch kleinere Äste oder
etwas morsches Holz im der Höhle unterstützen.
Meistens werden jedoch die im Handel erhältlichen Nistkästen
aus Spanplatten angeboten. Sie sind normalerweise so glatt, dass
besonders weniger nagefreudige Sittiche den Boden kaum benagen.
Es gibt unterschiedliche Arten der Einstreu:
|
Einstreu
|
Hinweise
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| keine Einstreu |
Manche Sittiche brüten ohne Einstreu auf dem Nistkastenboden.
Ist Einstreu enthalten, wird dieses manchmal an die Seite gescharrt oder
herausbefördert und in der unbedeckten Nistkastenmulde gebrütet. |
| unbehandelte Hobelspäne, Holzspäne |
werden sehr häufig empfohlen |
| Sägespäne |
für kleinere Sitticharten |
| kleinere Holzstücke (gehäckseltes Holz) |
für große nagefreudige Sitticharten, die diese noch weiter
zerkleinern können |
| Hanfstroh |
selten empfohlen, soll kaum stauben und den Kot gut binden |
| Maisgranulat |
für kleinere Sitticharten, wird seltener empfohlen |
| saugfähiges Papier (z.B. Küchenpapier) |
Nachteil: muss häufiger ausgetauscht werden |
Vorsicht bei:
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Einstreu
|
Hinweise
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| Sägemehl |
als Einstreu ungeeignet, da es die Atemwege und den Verdauungstrakt
verstopfen kann |
Torf
Mischung aus Torf und Hobelspänen |
wird recht häufig von Züchtern empfohlen. Andere Züchter
raten von Torf grundsätzlich ab, da er Pilzsporen enthalten könnte.
Gelegentlich wird von Schimmelbildung berichtet. |
Meine Sittiche brüten am liebsten ohne Einstreu. Die Springsittiche
haben in den ersten Bruten die Einstreu jedesmal an die Seite gescharrt
oder versucht die Einstreu wieder herauszuscharren und die Eier auf die
andere Seite gelegt.. Diese Sittiche verwendeten lieber ihre eigenen Federn.
Andere Sittiche wie Nymphensittiche
oder Wellensittiche haben
Buchenholzgranulat im Kasten zernagt oder auch mal einen vergessenen Pappkarton
zum Brüten vorgezogen und hier den Boden komplett zernagt.
Achtung: Nistkastenboden bei nagefreudigen Sitticharten:
Großsittiche, die stark nagen, machen auch vor dem Boden des
Nistkastens nicht halt. Es gibt Sittiche, die regelrecht Löcher in
den Boden nagen. In diesem Fall empfiehlt es sich eine zweite dicke Bodenplatte
einzulegen, die die Sittiche bearbeiten können, ohne dass es zu Problemen
kommt.
Reinigung des Nistkastens:
Der Nistkasten sollte spätestens nach der Brut gereinigt und desinfiziert
werden. Manchmal ist es bereits während der Brut notwendig, den Kasten
etwas zu säubern. Der Kasten sollte möglichst dann gesäubert
werden, wenn die Henne ausgeflogen ist. Die Küken können solange
in eine gepolsterte Schale gesetzt und mit einem Wärmestrahler gewärmt
werden (bei Rotlicht empfiehlt es sich eine dünne Decke zwischen die
Wärmelampe und die Küken zu hängen). Die Säuberungsaktion
sollte möglichst ruhig, aber zügig erfolgen.
Anbringen der Nistkästen:
Die Nistkästen sollten möglichst hoch und sicher aufgehängt
werden. In Außenvolieren sollten in Jahreszeiten mit kalten Nächten
die Nistkästen besser im Schutzraum aufgehängt werden, um ein
Auskühlen der Jungvögel gegebenenfalls zu vermeiden.
Das Futter:
Körnerfutter allein enthält nicht genügend Nährstoffe,
um eine problemlose Brut zu gewährleisten und gesunde Jungvögel
zu bekommen. Es sollte deshalb vermehrt Keimfutter
gereicht werden, ebenso Eifutter
mit Mineralstoffen. Besonders Mineralstoffe sind für die Eischalenproduktion
notwendig. Die Eibildung und die Brut sind sehr anstrengend für die
Henne, weshalb sie durch entsprechendes "Kraftfutter" gestärkt werden
muss. Der Hafer- und Hanfanteil im Futter kann erhöht werden, er soll
brutstimulierend wirken.
Außerdem sollte grundsätzlich viel Obst,
Grünfutter und auch Gemüse angeboten werden. Viele Tipps
zur Ernährung finden Sie in der entsprechenden Rubrik.
Die Beringung:
Für die Beringung benötigen Sie Ringe in der richtigen Größe.
Im Artenlexikon können Sie nachsehen,
welche Ringgröße Sie für Ihre Sittiche benötigen und
bei einigen Sitticharten auch, an welchem Lebenstag Sie geschlossene Ringe
anlegen müssen. Im Abschnitt Fußringe
erfahren Sie alles wichtige über die Beringung.
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Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/zucht/brutvorbereitungen.html
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Schroembges, vielen Dank :-)
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