Bei den meisten Sitticharten brütet das Weibchen alleine
und wird vom Männchen gefüttert. Es verlässt das Nest nur
zum Kotabsetzen und zum Fressen, wenn es nicht oder nicht ausreichend gefüttert
wird. Bei Nymphensittichen
brüten Männchen und Weibchen abwechselnd.
Die Eier-Anzahl und die Brutdauer ist unterschiedlich, Sie können
sie im Artenlexikon des Sittichlexikons
bei der jeweiligen Sittichart nachlesen.
Luftfeuchtigkeit
Die Luftfeuchtigkeit
sollte bei ca. 45-55% liegen. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit besteht
die Gefahr der Austrocknung der Eier und damit dem Absterben der Embryonen.
Außerdem führt zu trockene Luft zur Austrocknung der Schleimhäute.
Das wiederum kann unter Umständen auch eine Legenot
begünstigen. Einige Züchter besprühen die Nistkästen
mit Wasser, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
Die Eiablage
Die meisten Sitticharten legen ihre Eier im Abstand von zwei Tagen.
Das Weibchen beginnt beginnt nach Ablage des 1.-3. Eies fest zu brüten.
Bei den meisten Sittichen beginnt die Brut ab dem 2. Ei. Durchschnittlich
werden 3-6 Eier gelegt, es können aber auch 8-10 Eier werden. Wenn
es mehr als 7-8 Eier werden sollte man bereits gut beobachten, ob das Weibchen
noch fit ist, da die Eiproduktion körperlich sehr anstrengend ist
und sich Gedanken um Legezwang
machen.
Um die Eier optimal wärmen zu können bilden die Weibchen bei
vielen Sitticharten den sogenannten Brutfleck.
Im Bauchbereich fallen die Federn aus, die Haut wird stärker durchblutet
und wärmt die Eier so besser.
Nistkastenkontrollen
Nistkastenkontrollen sollten regelmäßig vorgenommen werden,
um zu sehen, ob die Eier in normalen Abständen nachgelegt werden (Gefahr
der Legenot), und sie zu untersuchen
(Zustand und Sauberkeit) und ggf. zu markieren. Nach dem Schlupf dienen
die Kontrollen dazu den Gesundheitszustand der Nestlinge zu überprüfen
und den Nistkasten bei zu großer Verschmutzung gegebenenfalls zu
säubern.
Vorbeugung von Problemen bei der Nistkastenkontrolle
Es kann vorkommen, dass Nistkastenkontrollen die Elternvögel zu
sehr stressen, so dass diese ihr Gelege z.B. verlassen. Einige Sitticharten
sind bekannt dafür, dass sie normalerweise empfindlich auf Nistkastenkontrollen
reagieren (Informationen zur jeweiligen Art können Sie im Artenteil
des Sittichlexikons nachlesen).
Bei schreckhaften Sitticheltern empfiehlt es sich, die Nistkastenkontrollen
nur dann vorzunehmen, wenn sich die Elternvögel gerade außerhalb
des Nistkastens befinden. Es wurden auch gute Erfahrungen mit vorherigem
Anklopfen an den Nistkasten oder "Ansprache" gemacht. Die Eltern sind dann
informiert und verlassen den Nistkasten dann von selbst oder erschrecken
nicht mehr so schnell gewöhnen sich an die regelmäßige
Kontrolle.
Kontrolle der Eier
Es sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob die Eier sauber
und heil sind. Natürlich ist es interessant zu wissen, ob die Eier
auch befruchtet sind. Dies kann nach bereits wenige Tage nach der Eiablage
festgestellt werden.
Zur Kontrolle auf Risse und zur Kontrolle der Befruchtung
eignen sich sogenannte
Eierdurchleuchter, auch Schierlampen
genannt, aus dem Fachhandel am besten. Wenn keine solche Lampe zur Verfügung
steht tut es erstmal auch eine kleine Taschenlampe.
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Foto links:
Beispiel für einen Eierdurchleuchter (Schierlampe).
Schierlampen gibt es mit Kabel oder mit Batterien, wobei die kabellosen
meiner Meinung nach einfacher zu handhaben sind. Auf dem Foto sehen Sie
ein Modell, bei dem der rote Plastikschutz abgenommen werden muss und die
Lampe durch einfaches Andrücken des Hebels eingeschaltet wird. |
Sind die Eier befruchtet?
Nicht
immer sind die Eier eines Geleges befruchtet. Häufig ist auch nur
ein Teil der Eier befruchtet.
Einige Tage nach der Eiablage können Sie ganz leicht feststellen,
ob die Eier befruchtet sind. Dazu müssen Sie sie wieder mit einer
Lampe durchleuchten. Beim Durchleuchten können Sie bei befruchteten
Eiern feine Äderchen sehen. Diese Äderchen bilden sich ca. 3-4
Tage nach der Eiablage, manchmal auch später.
Später werden befruchtete Eier beim Durchleuchten dunkler, unbefruchtete
bleiben hell (= klar, daher auch der Ausdruck "klare Eier"). Es ist kein
Problem unbefruchtete Eier noch einige Zeit liegen zu lassen, sie trocknen
nur ein. Allerdings können sie schlüpfenden Jungvögeln (besonders
wenn es nur ein einziges ist) später als Stütze dienen.
Wenn die Eier beschädigt sind
Es kommt vor, dass Eier beschädigt werden, z.B. wenn das Weibchen
bei hohen Bruthöhlen aus zu hoher Entfernung draufspringt. Wenn die
Eier nicht zu sehr beschädigt sind, sondern nur sehr kleine Risse
aufweisen, kann man versuchen diese mit Hilfe von Klebstoff oder Nagellack
wieder zu verschließen. Laut verschiedener Züchter die diese
Methode ausprobiert haben, haben die enthaltenen Lösungsmittel keine
negativen Auswirkungen auf die Embryonen. Es sollte möglichst nur
der Riss selbst abgedeckt werden, da der Gasaustausch durch die Eiporen
sonst behindert wird und der Embryo absterben kann. Das Verschließen
der Risse wiederum ist notwendig, da das Ei sonst austrocknet und der Embryo
ebenfalls abstirbt.
Man darf diese Risse natürlich nicht mit den Rissen am Ende
der Brutzeit verwechseln, wenn das Küken die Schale kurz vor dem Schlüpfen
anpickt.
Eier säubern
Normalerweise sind frisch gelegte Eier sauber. Manchmal sind sie allerdings
durch Blut und Kot verunreinigt. Sie sollten mit lauwarmen Wasser gereinigt
werden. Die Wassertemperatur darf 35°C nicht übersteigen, das
entspricht der Temperatur des Ei-Inneren. Der Druck durch das Reinigen
sollte natürlich gering gehalten werden, um das Ei nicht zu zerstören.
Verschmutzte Eier sollten grundsätzlich gesäubert werden,
weil Kot- und Blutreste die Eiporen verstopfen und hierdurch der Gasaustausch
und die Wasserabgabe zu stark eingeschränkt werden können. Dies
kann zum Absterben des Embryos führen.
Dokumentation und unbefruchtete Gelege
Es ist sinnvoll, die Eier mit einem Stift zu zu nummerieren und zu
notieren, an welchem Datum ein Ei gelegt wurde. So können Sie die
Eiablage dokumentieren und den Schlupftermin berechnen. Ist wenige Tage
nach dem Schlupftermin noch kein Junges geschlüpft, ist der Embryo
wahrscheinlich abgestorben. Dann sollten Sie das Ei entfernen.
Auch wenn in einem Gelege alle Eier unbefruchtet sind, sollten sie nicht
gleich entfernt werden, es sei denn es soll zu einem Nachgelege und Bruterfolg
kommen. Dies sollte man bei sehr jungen oder erstmalig brütenden Weibchen
ggf. vermeiden, um Legenot durch Erschöpfung vorzubeugen. Ich lasse
die Eier in der normalen Brutzeit bebrüten, manchmal auch noch länger,
wenn die Henne fest weiterbrütet. Kurze Zeit später ist eine
größere Unruhe zu beobachten, die Henne verlässt den Nistkasten
immer häufiger und für immer größere Zeitabschnitte.
Jetzt kann man den Nistkasten und die Eier entfernen, ohne dass es unbedingt
zu einem Nachgelege kommt. Ein Nachgelege ist aber natürlich nicht
auszuschließen, da einige Sitticharten dies auch in freier Natur
so tun. Bei zuchterfahrenen Weibchen wird allerdings häufig so verfahren,
dass die Eier weggenommen werden und eine neue Brut stattfindet.
Die Jungvögel
Nach dem Schlupf der Jungvögel hudert und füttert das Weibchen
bei den meisten Sitticharten die Nestlinge alleine. Hier zu wird spezielles
Aufzuchtfutter benötigt. Es ist besser, wenn das Weibchen schon vorher
an das Futter gewöhnt wurde, weil viele Sittiche nicht gleich alles
Neue problemlos annehmen. Das Aufzuchtfutter können Sie fertig im
Zoohandel oder in Online-Vogelshops erwerben. Vor dem Verfüttern muss
es gegebenenfalls angefeuchtet werden, beachten Sie die Packungsbeilage.
Es ist wichtig dieses Aufzuchtfutter anzubieten, da die Jungen hiermit
gefüttert werden. Werden sie ausschließlich mit Körnern
gefüttert kann es schnell zu ernsthaften Problemen kommen und sogar
zum Tod führen.
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Vier Feinsittich- Nestlinge im Nistkasten.
Sie haben die Augen bereits geöffnet, jetzt entwickeln sich zuerst
Flügel- und Schwanzfedern. |
Die Beringung, Fußringe
Sittiche werden normalerweise im Alter von 7-10 Tagen mit einem geschlossenen
Fußring beringt. Offene Ringe können auch später angelegt
werden. Sie werden mit einer Ringzange um das Bein angelegt.
Einige Züchter beringen lieber zu zweit, einer hält den Sittich
und fixiert das Bein, der andere legt den Ring an. Wie das Anlegen des
Fußringes funktioniert können Sie auf der Seite "Fußringe"
genau nachlesen.
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Mit der Ringzange auf dem linken Foto können verschieden große
Fußringe angelegt werden. Mit der Spitze werden die noch runden Ringe
zunächst aufgedrückt und dann mit der Zange umgelegt.
Fußringe sollten langsam angelegt werden, sonst kann es passieren,
dass sie zu fest zugedrückt werden oder verhaken. |
Selbständigwerden der Nestlinge
Im Artenlexikonteil des Sittichlexikons
können Sie nachlesen, wie lang die Nestlingszeit ist. Wenn die Jungvögel
ausfliegen, werden sie noch eine Weile weitergefüttert, bis sie vollkommen
selbständig sind. Dies dauert meistens 2-3 Wochen, solange werden
sie auch außerhalb des Nistkastens von ihren Eltern mit gefüttert.
Abgabe der Jungvögel
Geben Sie Ihre Jungvögel erst nach Erreichen der Selbständigkeit
ab! Weisen Sie Interessenten bitte auf die artgerechte und damit verbundene
mindestens
paarweise Haltung hin und bieten Sie bei Problemen Ihre Hilfe an (oder
verweisen Sie bei allgemeinen oder medizinischen Fragen gerne auch auf
Sittich-Info.de). Es wäre sicher eine große Hilfe, wenn Sie
anbieten würden den Vogel bei Problemen, z.B. bei einer nicht erfolgreichen
Vergesellschaftung, wieder zurückzunehmen und ihn gegebenenfalls in
ein anderes gutes Zuhause abzugeben.
Es gibt leider Züchter, die Sittiche noch vor Erreichen der Selbständigkeit
abgeben. Häufig ist den neuen Haltern dies gar nicht bewusst, weil
es ihnen nicht gesagt wurde. Dann wundern sich die Vogelfreunde, weshalb
der neue Sittich kein Körnerfutter annimmt oder es nicht verträgt.
Leider wundern sich wenige Vogelfreunde, wenn sie Vögel vor Erreichen
der Selbständigkeit bekommen und noch selbst mit Handaufzuchtfutter
füttern sollen.
Dies soll die Bindung und damit die Zahmheit
der Vögel fördern. Dies sollte jedoch auf keinen Fall ein Grund
dafür sein, den Jungvogel zu früh von seinen Eltern und Geschwistern,
seinem gewohnten Zuhause und dem Futter seiner Eltern zu trennen und ihm
und auch den neuen Haltern den Stress des Zufütterns zuzumuten. Kein
seriöser Züchter gibt unselbständige Jungvögel ab,
außer eventuell in Ausnahmesituationen. Die jungen Sittiche können
auch während einer Naturbrut problemlos an die Hand gewöhnt werden,
dazu ist keine (teilweise) Handaufzucht
notwendig. Leider scheint dies bei den Haltern noch immer recht unbekannt
zu sein. Sittiche können genauso wie erwähnt während der
natürlichen Aufzucht durch die Eltern und auch später beim neuen
Halter gezähmt werden. Eine Fehlprägung
hat meistens Probleme zur Folge und sollte vermieden werden.
Als Züchter müssen Sie ein Nachweisbuch (Zuchtbuch)
besitzen. Hier werden Neuzugänge mit Datum und Ringnummer eingetragen,
ebenso die sogenannten Abgänge, also die Jungvögel mit Ringnummer
sowie die Adresse des neuen Besitzers.
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Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/zucht/brut.html
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Copyright © www.sittich-info.de
Copyright Foto Nestlinge (Feinsittiche) © Pieter
Schroembges, vielen Dank :-)
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