Lebensraum: Die Heimat der Rotschwanzsittiche ist Südamerika. Dort bewohnen
sie sowohl tropische als auch subtropische Wälder, aber auch Savannen
und Gebirge. Außerhalb der Brutzeit leben sie in kleinen oder größeren
Gruppen von bis zu ca. 100 Vögeln. Während der Brutzeit sind
sie meist paarweise zu beobachten. Gebrütet wird in Baumhöhlen.
Beschreibung: Rotschwanzsittiche gehören zu den kleineren Gattungen. Sie sind
ca. 22-30 cm groß. Die Grundfarbe des Gefieders ist grün. Die
Schwanzunterseite der meisten Arten ist rötlichbraun gefärbt,
daher auch der Gattungsname. Alle Arten besitzen einen nackten Augenring.
Es gibt keinen Geschlechtsdimorphismus, das bedeutet, dass es bisher keine
bekannten Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen gibt. Das führt
sowohl bei Züchtern, aber
auch bei privaten Haltern, zu Unsicherheiten bezüglich der Geschlechter
eines "Pärchens".
Haltung: Rotschwanzsittiche sind allgemein robuste Sittiche, deren Haltung normalerweise
recht einfach ist. Dabei ist "einfach" nicht mit wenig Zeitaufwand in der
Haltung und Ernährung zu verwechseln, denn obwohl es keine sehr anspruchsvolle
Sittichgattung ist, braucht die Pflege natürlich Zeit. Rotschwanzsittiche
benötigen bei Außenhaltung immer einen mindestens frostfreien
Schutzraum (Einzelheiten siehe bei den Arten),
bei Innenhaltung eine große Voliere oder wenigstens einen großen
Käfig mit viel Freiflug.
Die Vergesellschaftung von Rotschwanzsittichen funktioniert in einer
Voliere mit ausreichendem Platz. Probleme soll es laut Züchtern
allerdings dann geben können, wenn ein oder mehrere neue Rotschwanzsittiche
in eine bestehende harmonisierende Gruppe gesetzt werden. Häufig führt
das Einsetzen des Neuzugangs oder der Neuzugänge in die Gruppe zu
Problemen, deshalb sollten Rotschwanzsittiche immer gemeinsam in eine Gemeinschaftsvoliere
gesetzt werden.
Um Beißereien zwischen nebeneinanderliegenden Volieren in Zuchtanlagen
zu vermeiden empfehlen viele Züchter
eine doppelte Verdrahtung der Seitenwände der Volieren. Diese empfiehlt
sich auch als Schutz vor Verletzungen am Gitter hängender Sittiche
gegen Räuber wie Katzen oder Marder.
Verhalten: Rotschwanzsittiche sind zutraulich und neugierig, sie können sogar
zahm
werden. Es sind aktive Sittiche, die sich in der Voliere viel bewegen und
viel Platz zum Fliegen und Beschäftigung benötigen. Sie sind
nicht so laut wie andere Südamerikaner (Keilschwanzsittiche, Aratinga),
können aber auch lauter rufen. Deshalb sind sie für empfindliche
Halter und Halter mit empfindlichen Nachbarn nicht gut geeignet. Da sie
allgemein gerne baden sollte immer eine flache Badegelegenheit zur Verfügung
stehen.
Die meisten Rotschwanzsitticharten schlafen in Nistkästen (siehe
einzelne Arten), deshalb sollten diese immer zur Verfügung stehen.
Ernährung: Rotschwanzsittiche fressen gerne Körnerfutter (z.B. Großsittichfutter
ohne Sonnenblumenkerne und ohne Erdnüsse), auch mit Wildsamen, Grassamen
oder halbreifen Sämereien angereichert. Der Fettanteil, der durch
ölhaltige Samen entsteht, sollte niedrig gehalten werden.
Rotschwanzsittiche fressen im Vergleich zu vielen anderen Sitticharten
viel Obst, Beeren, Gemüse
und Grünfutter. Außerdem fressen sie gerne Blüten.
Blüten kann man zusammen mit Knabberzweigen
anbieten oder - im Herbst / Winter auch getrocknet in verschiedenen Internet-Shops
erwerben. Knabberzweige dienen
außerdem der Beschäftigung und der Versorgung mit Mineralstoffen.
In der Natur nehmen Rotschwanzsittiche auch Insekten und Larven auf, die
in menschlicher Haltung meist durch tierische Proteine wie Eifutter
und / oder getrocknete Insekten (Garnelen) oder Ameiseneier (getrocknet
oder tiefgefroren), gelegentlich auch frischen Magerjoghurt oder Magerquark
ohne Geschmack ersetzt werden.
Zucht: Die Zucht von Rotschwanzsittichen gilt als nicht schwierig. Der Rotschwanzsittichbestand
in Deutschland stammt allerdings leider aus einem kleinen genetischen Pool.
Das bedeutet, dass Rotschwanzsittiche eng miteinander verwandt sind. In
der daraus resultierenden Inzucht entstehen Probleme, z.B. gibt es mehr
unbefruchtete Eier als bei anderen Sittichgattungen.
Viele Sittich verwenden ihre ganzjährig angebotenen Schlafkästen
als Bruthöhlen. Einige Tage vor der Eiablage sucht das Weibchen den
Nistkasten öfter und immer länger auf. Das Gelege besteht normalerweise
aus ca. 5-7 Eiern. Einige Rotschwanzsittiche verwenden Bauchfedern für
ihr Nest. Nistkastenkontrollen sollten vorsichtig vorgenommen werden oder
bei unerfahrenen, erstmals brütenden, Sittichen ganz unterlassen werden,
da die Sittiche empfindlich hierauf reagieren können, was wiederum
zur Vernachlässigung oder sogar Aufgabe des Geleges führen kann.
Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen gefüttert.
Die Brutzeit dauert durchschnittlich 22-24 Tage, die Nestlingszeit ca.
50 Tage. Nach ungefähr 3-4 Wochen sind die Jungvögel selbständig.
Die Jungvögel der meisten Arten ähneln sehr den Altvögeln,
ihr Gefieder ist matter gefärbt. Nur die Jungvögel des Rotbauchsittichs
unterscheiden sich farblich von den Altvögeln, ebenso die der Rotscheitelsittiche
(Unterart des Blaustirn-Rotschwanzsittichs), deren Jungvögel noch
keinen roten Scheitel besitzen.
Nicht selten wird nach dem Ausfliegen der Jungvögel mit einer
zweiten Brut begonnen. Viele Züchter
empfehlen nicht mehr als diese 2, maximal 3 Bruten im Jahr zuzulassen und
die Jungvögel frühestens 4 Wochen nach dem Ausfliegen abzugeben.
Viele Züchter beklagen,
dass es vermehrt zu Mischlingen zwischen den Unterarten und auch der Arten
selbst kommt. Da sich die Mischlinge (Hybriden) äußerlich nur
wenig von den artreinen Sittichen unterscheiden können selbst Fachleute
sie schwer unterscheiden.
Weitere Informationen: Ausführliche Beschreibungen der einzeln Rotschwanzsitticharten
und Informationen über Heimat, Freileben, Ernährung, Haltung
und Zucht finden Sie im Sittichlexikon.
sowie in der Literatur, z.B. in diesem Buch: