Zur Gattung der Grassittiche gehören:
Beschreibung: Grassittiche gehören mit einer Größe von 20-23 cm zu den kleinen Sittichgattungen. Die Grundfarbe des Gefieders ist grün. Auffällig sind die vergleichsweise großen Augen, die bestens an die Aktivitäten in der Dämmerung angepasst sind. Männchen und Weibchen sind meist unterschiedlich gefärbt, so dass die Geschlechtsbestimmung nicht schwer fällt. Haltung:
Die Haltung von Grassittichen ist nicht schwer, deshalb sind sie auch für Anfänger in der Haltung geeignet. Sie sind inzwischen akklimatisiert und können deshalb gut in Außenvolieren mit einem frostfreien Schutzraum gehalten werden. Viele Züchter empfehlen beim Schmucksittich und beim Schönsittich einen auf ca. 5°C beheizten Schutzraum. Einen interessanten Hinweis für Außenvolieren liefert Hans Wissmüller in seinem Erfahrungsbericht über die Haltung von Grassittichen in der Zeitschrift Voliere. Er geht auf die Problematik der Haltung bei zunehmend intoleranten Nachbarn in Bezug auf die Lauststärke der in Außenvolieren gehaltenen Vögel ein. Nicht nur der Volierenbau muss in Deutschland in einigen Kreisen behördlich genehmigt werden, auch die Lautstärke der Vögel, die in diesen Volieren gehalten werden, muss offenbar teilweise nachgewiesen werden. So schreibt Hans Wissmüller, dass Messwerte über Grassittiche fehlen würden. Er zitiert "meisenartiges Gezwitscher" aus der Fachliteratur als einen von den Behörden akzeptierten Vergleich. Grassittiche eignen sich aufgrund ihrer leisen Stimme und ihres Verhaltens gut für die Haltung in Außenvolieren und Innenvolieren oder wenigstens großen Käfigen mit viel Freiflug. In zu kleinen Käfigen mit wenig Bewegung langweilen sie sich schnell und neigen aufgrund der fehlenden Bewegung schnell zu Übergewicht. Weil sich Grassittiche häufig auf dem Boden aufhalten und dort auch gerne nach Nahrung suchen empfiehlt sich in Außenvolieren eine regelmäßige (z.B. halbjährliche) Untersuchung des Kots auf Würmer. Die Untersuchung einer Sammelkotprobe vermeidet den unnötigen Einsatz von giftigen Antiparasitika, die den Organismus unnötig belasten würden. Die Vergesellschaftung von Grassitichen ist artabhängig möglich.
Schmucksittiche
und Feinsittiche können
gut in der arteigenen Gruppe oder
mit anderen friedlichen Arten vergesellschaftet werden, z.B.
Bourkesittichen,
Nymphensittichen
oder Prachtfinken.
Schönsittiche
gelten als die unvertäglichste Art der Grassittiche, sie sollten besser
paarweise gehalten werden. Sie können bei ausreichend Platz auch mit
Prachtfinken vergesellschaftet werden, sie vertragen sich aber meist nicht
mit artgleichen Sittichen oder anderen Papageienvögeln. Auch Glanzsittiche
sollten nur paarweise oder bei ausreichendem Platzangebot mit Prachtfinken
zusammen gehalten werden.
Verhalten:
Es sind ruhige Sittiche mit einer angehmen Stimme. Sie nagen wenig und können deshalb gut in einer Holzvoliere mit einem Angebot an Knabbermöglichkeiten, z.B. Zweigen, Gritsteinen, Korkrinde usw., gehalten werden. Wegen dieser Eigenschaften sind sie gut für private Vogelfreunde ohne Zuchtabsichten und für die Wohnungshaltung geeignet. Auch wenn Sie neu mit der Haltung von Sittichen beginnen möchten können Sie mit einer Grassittichart anfangen, wenn sie sich gut über ihre Ansprüche an die Haltung informieren, z.B. auch in Vogelforen. Grassittichen sollte zusätzlich zur normalen Voliereneinrichtung auch eine Badegelegenheit zur Verfügung stehen. Anders als bei Wellensittichen
oder Nymphensittichen wird
eine soziele Gefiederpflege nicht beoachtet. Die Partner sitzen immer in
der Nähe voneinander und unternehmen alles gemeinsam, kraulen sich
jedoch nicht gegenseitig.
Ernährung:
Zusätzlich wird das Futterangebot durch Obst,
Beeren, Gemüse und Grünfutter ergänzt. Gelegentlich
sollten tierische Proteine in Form Eifutter
und / oder getrocknete Insekten (Garnelen) oder Ameiseneier (getrocknet
oder tiefgefroren) angeboten werden. Ein Teil des Futters kann, besonders
bei Züchtern während der Zuchtperiode, als Keimfutter
gegeben werden. Da Keimfutter
brutstimuliernd wirkt sollten es private Halter ohne Zuchtabsichten
nur gelegentlich anbieten. Mineralstoffe, Wetzmöglichkeiten für
Schnabel und Krallen sowie Beschäftigung bieten frische ungespritzte
Knabbberzweige.
Auch Jodkalksteine sowie Gritsteine bieten Wetzmöglichkeiten und fördern
die Verdauung des Futters. Sie sollten ebenfalls immer vorhanden sein.
Zucht:
Das Gelege besteht normalerweise aus ca. 4-6 Eiern. Nistkastenkontrollen
sind meist unproblematisch. Das Weibchen brütet alleine und wird vom
Männchen gefüttert. Die Brutzeit dauert durchschnittlich 18-19
Tage, die Nestlingszeit ca. 30 Tage. Nach ungefähr 2-3 Wochen sind
die Jungvögel selbständig. Mit ca. einem halben bis dreiviertel
Jahr ausgefärbt und ab ca. 1 Jahr fortpflanzungsfähig.
Weitere Informationen:
Literaturhinweise:
Radtke, Georg A.: Grassittiche (Neophema) in: Die Voliere 13, 12 (1990),
S. 353-384
|