Zur Gattung der Edelsittiche gehören:
Beschreibung:
Männchen und Weibchen sind, mit Ausnahme des Rosenbrustbartsittichs,
meist unterschiedlich gefärbt, so dass die Geschlechtsbestimmung nach
dem Ausfärben nicht schwer fällt.
Haltung:
Bei Züchtern finden sich außerdem der Alexandersittich, Blauschwanz-Edelsittich, Chinasittich, Langschwanz-Edelsittich, Rosenbrustbartsittich, Rosenkopfsittich (Rosenkopfedelsittich), Schwarzkopfedelsittich und der Taubensittich. Der Graukopfedelsittich und der Echosittich (Mauritiussittich) werden derzeit in Europa nicht gehalten. Meldepflicht:
Kennzeichnung:
Die Haltung von Edelsittichen ist etwas anspruchsvoller als die einiger anderer Sitticharten. Deshalb sollten sich Vogelfreunde vor dem Erwerb sehr gut über die Haltungsbedingungen informieren oder - besser - bereits etwas Erfahrung in der Sittich- oder Papageienhaltung besitzen. Sie sind inzwischen weitgehend akklimatisiert und können deshalb
gut in Außenvolieren mit einem frostfreien bis mäßig warmen
Schutzraum (siehe Empfehlung bei den einzelnen Arten im Sittichlexikon)gehalten
werden. Bei der Haltung in Außenvolieren ist zu beachten, dass einige
Edelsitticharten aufgrund ihrer Größe eine sehr große
Voliere benötigen und viele Edelsittiche wegen ihrer Stimme nicht
gerade zu den "nachbarfreundlichen" Sitticharten zählen.
Die Vergesellschaftung von Edelsitichen ist in der arteigenen Gruppe
meist problemlos möglich. Einige Arten verstehen sich auch mit anderen
friedlichen Sittichen oder Prachtfinken.
Verhalten:
Es sind allgemein zutrauliche Sittiche, die teilweise zahm werden können. Ihr Sprachtalent ist begrenzt. Im Vergleich zu den bekannteren Sitticharten wie z.B. Wellensittich und Nymphensittich nagen sie stark bis sehr stark, diese Arten sollten innen in einem Vogelzimmer (z.B. zum Schutz der Möbel, Tapeten und Pflanzen) und draußen in einer Ganzmetallvoliere gehalten werden. Ein großes Angebot an alternativen Nagemöglichkeiten wie frische Zweige und dicke Äste, Gritsteine oder Baumstümpfe sollte vorhanden sein. Zusätzlich sollte immer eine Bademöglichkeit angeboten werden. Sie benötigen viel Platz und sollten natürlich wie alle Sitticharten paarweise gehalten werden. Wegen dieser Eigenschaften sind sie für private Vogelfreunde und für die Wohnungshaltung zumeist eher wenig geeignet. Dies gilt auch für den Halsbandsittich, der im Vergleich zu den anderen Edelsitticharten in privater Haltung in Deutschland relativ weit verbreitet ist. Hierzu erhalten ich seit Jahren immer wieder ähnliche Mails. Halter mit wenig Platz haben nicht selten Probleme mit der Haltung, dazu kommt, dass im Zoohandel - wenn dort Halsbandsittich verkauft werden - den Haltern nicht selten ein gleichgeschlechtliches blutsverwandtes Paar angeboten wird. In diesen Fällen kommt es, wenn die Sittiche beginnen umzufärben, immer wieder zu Aggressionen gegeneinander, vor allem bei Hähnen. Auch die Lautstärke und die Ansprüche an die Haltung (Freiflug, Beschäftigung, Ernährung) werden nicht selten unterschätzt. Am besten eignet sich vermutlich der Pflaumenkopfsittich für die private Haltung, wie mir auch mehrere Züchter (nicht nur von Pflaumenkopfsittichen, sondern auch andere Edelsittichzüchter) sagten. Er kommt bislang aber eher selten vor, möglicherweise liegt dies an den auffälligeren Farben der Halsbandsittichd, die es in mehreren Mutationen gibt, die diese sowohl für viele Züchter als auch viele Vogelfreunde interessanter machen oder (zusätzlich) auch an der Meldepflicht. Besonders wenn Sie neu mit der Haltung von Sittichen beginnen möchten
würde ich ihnen zunächst eine andere - leisere, weniger nagefreudige
und in den Ernährungsansprüchen etwas einfacher zu haltende -
Art empfehlen. Ansonsten sollten Sie sich gut über die Ansprüche
Ihrer bevorzugten Art an die Haltung informieren, sowohl bei einem Züchter
als auch im Austausch mit anderen Haltern z.B. in Vogelforen.
Ernährung:
Zusätzlich wird das Futterangebot täglich durch Obst, Beeren, Gemüse und Grünfutter ergänzt. Edelsittiche fressen Obst und Co. normalerweise sehr gerne. Es empfiehlt sich deshalb, täglich einen Napf mit einer Auswahl an Obst und Gemüse anzubieten oder Grünfutter in die Voliere zu hängen. Da Obst, besonders im Sommer, schnell verderben kann, sollte es nicht allzulange stehengelassen werden, wenn nicht alles gefressen wird. Eventuell kann es sinnvoll sein, zweimal täglich Frischfutter anzubieten. Gelegentlich sollten tierische Proteine in Form Eifutter
und / oder getrocknete Insekten (Garnelen) oder Ameiseneier (getrocknet
oder tiefgefroren) angeboten werden, besonders während der Mauser
oder vor und während der Brut. Ein Teil des Futters kann, besonders
bei Züchtern während der Zuchtperiode, als Keimfutter
gegeben werden. Da Keimfutter
(ebenso wie Eifutter) brutstimuliernd
wirken kann sollten es private Halter ohne Zuchtabsichten
nur gelegentlich anbieten. Mineralstoffe, Wetzmöglichkeiten für
Schnabel und Krallen sowie Beschäftigung bieten frische ungespritzte
Knabbberzweige.
Auch Jodkalksteine sowie Gritsteine bieten Wetzmöglichkeiten und fördern
die Verdauung des Futters. Sie sollten ebenfalls immer vorhanden sein.
Zucht:
Edelsittiche sind im Vergleich zu anderen Sitticharten relativ spät fortpflanzungsfähig. Normalerweise wird mit ihnen erst im zweiten oder dritten Lebensjahr gezüchtet. Als Brutplatz werden sowohl Nistkästen als auch Naturstämme (letztere sind besonders bei den großen Arten empfehlenswert) angenommen. Der Beginn der Brutzeit in Deutschland ist unterschiedlich. Während
einige Arten schon frühzeitig im Jahr eine Brut anfangen können,
beginnen andere Arten im April / Mai oder sogar etwas später mit der
Brut. Ein Züchter kann den
Zuchtbeginn mit Hilfe des Futters (größeres Angebot von brutstimulierendem
Futter wie z.B. Eifutter, Keimfutter
und Grünfutter) auch
etwas beeinflussen. Da die Zucht teilweise unterschiedlich ist und deshalb
schlecht zusammengefasst werden kann empfiehlt es sich im Sittichlexikon
bei der jeweiligen Art nachzusehen.
Weitere Informationen:
Literaturhinweise: BNA-Artenschutzbuch, Teil 1: Wirbeltiere
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