Rotmaskensittich

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Rotmaskensittich, Aratinga mitrata, Mitred Conure, Roodmaskeraratinga

Foto © Gudrun Maybaum

Wiss.: Aratinga mitrata (Tschudi, 1844)
Engl.: Mitred Conure
NL: Roodmaskeraratinga
 

Beschreibung:

Länge: 38 cm
Gewicht: 200-240 g

Männchen: Das Gefieder des Rotmaskensittichs ist grün, Brust und Bauch sind heller grün gefärbt. Die Federn von Stirn, Scheitel, Augenumgebung und Wangen sind rot. Über den gesamten Körper sind einzelne rote Federn verteilt. Die Unterflügeldecken sind olivgrün, Schwingen und Schwanzunterseite olivgelb. Der Schnabel ist hornfarben, der unbefiederte Augenring weiß, die Iris orangegelb und die Beine bräunlich.

Weibchen: Die Weibchen unterscheiden sich im Aussehen nicht von den Männchen.

Jungvögel: Sie besitzen nur ein rotes Stirnband und wenige rote Federn auf den Kopfseiten, die Iris ist braun gefärbt.

 
 
Name: nach seiner roten Gesichtsmaske
Nördlicher Rotmaskensittich, Aratinga mitrata chlorogenys: nach der grünen Wangenfärbung der Vögel (griechisch: chlorós = grün, génis = Wange, Kehle)
Tucumán-Rotmaskensittich, Aratinga mitrata tucumana: nach der nordargentinischen Provinz Tucumán, in der sein Entdecker Thomas Arndt den Verbreitungsschwerpunkt dieser Unterart vermutet
Gattung: Keilschwanzsittiche
Unterarten: frühere Taxonomie:
A. m. mitrata, Rotmaskensittich (Nominatform)
A. m. alticola, Cuzcosittich, ähnlich Nominatform, 37 cm, dunkler grün, nur Stirn dunkelrot, sonst vereinzelte rote Federn im Gefieder

Taxonomie ab 2006, erweitert von Thomas Arndt (Ornithologe, Herausgeber der Zeitschriften Papageien und WP-Magazin und Buchautor):
A. m. mitrata, Rotmaskensittich (Nominatform) (Tschudi, 1844, Arch. Naturgesch. 10, S. 304)
A. m. alticola, Cuzcosittich, Chapman's Mitred Cunure (Chapman 1921, Bull. U.S. Natl. Mus. 117, S. 62), Beschreibung s. o.
A. m. chloregenys, Nördlicher Rotmaskensittich, Northern Mitred Cunure (Arndt, 2006, Journal of Ornithology 146, S. 74, Papageien 2 (2006), S. 65-66), ähnlich Nominatform, rote Federn um die Augen bilden allerdings keinen geschlossener Ring, vereinzelte rote Federn auf den Wangen, Iris hellbraun bis orange
A. m. tucumana, Tucumán-Rotmaskensittich, Tucumán Mitred Conure (Arndt, 2006, Journal of Ornithology 146, S. 77, Papageien 2 (2006), S. 67), ähnlich Nominatform, aber kräftiger, grüne Gefiederfärbung etwas blasser und gelblicher, viele rote Federn auf Nacken, Hals, Bauch und Rücken, Iris hellbraun bis orange, Weibchen mit etwas weniger Rot als Männchen

Der Cuzcosittich (A. m. alticola) soll nach Arndt* den Status einer validen Spezies, Aratinga alticola, erhalten. Seinen bisherigen Forschungen nach handelt es sich um zwei getrennte Arten und nicht um eine Unterart des Rotmaskensittichs.

Heimat: Rotmaskensittich: Südperu, Ostbolivien, Nordwest-Argentinien
Cuzcosittich: Zentral-Peru
Nördlicher Rotmaskensittich: Amazonas, Cajamarca, Huánuco, Junín in Peru
Tucumán-Rotmaskensittich: Tucumán, Córdoba, wahrscheinlich auch in Catamarca in Nord-Argentinien
Lebensraum: Der Rotmaskensittich bewohnt trockene Landschaften mit Bäumen, halboffene Landschaften und landwirtschaftlich genutzte Flächen zwischen 1000 und 2600 m ü. NN.
Freileben: Der Rotmaskensittich lebt paarweise und in kleinen Gruppen zusammen, nach der Brutzeit in Schwärmen bis ca. 100 Sittiche. Die Nahrung besteht vorwiegend aus Früchten, Beeren und Samen.

Die Brutzeit liegt in den Monaten November bis Februar. Die Bruthöhle befindet sich in hohlen Bäumen. Das Gelege besteht durchschnittlich aus 2 Eiern.

Nahrung: Großsittichfutter, auch mit Wildsamen, Grassamen oder halbreifen Sämereien angereichert, viel Obst, Gemüse und Grünfutter, Beeren, gelegentlich Eifutter oder alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen, gelegentlich Kolbenhirse, wenige Kräcker, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Metallvoliere mit zusätzlichem Freiflug. Außenvoliere aus Metall.

Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
3x1,50x2 m LxBxH

Empfohlene Mindestmaße Schutzraum:
ca. 2x1x2 m LxBxH

Frostfreier Schutzraum

Mindestmaße Käfig mit wenig Freiflug
1x0,5x1 m LxBxH für ein Paar

Ein etwas kleinerer Käfig mit sehr viel oder sogar ganztags Freiflug ist möglich.

  
  
Der Rotmaskensittich ist ein lebhafter Sittich mit lauter Stimme (Nachbarn!). Sein Nachahmungstalent ist individuell verschieden, bescheiden bis gut. Er kann zutraulich bis zahm werden.

Rotmaskensittiche baden sehr gerne, deshalb benötigen sie immer eine Badegelegenheit. Auch frische Zweige für ihr großes Nagebedürfnis sollten immer zur Verfügung stehen. 

Sie können in der arteigenen Gruppe oder mit anderen Keilschwanzsittichen in einer großen Außenvoliere gehalten werden. 

Sie werden selten gehalten, vorwiegend von Züchtern und in Vogelparks, nur gelegentlich von privaten Haltern.

Zucht: Züchter empfehlen das Paar während der Brutzeit alleine zu halten.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Bruten / Jahr: 2-3
Brutzeit: ganzjährig
Nistkastenmaße: 30x30x80 cm LxBxH
Einschlupflochdurchmesser: ca. 10-15 cm
Bodenbelag: Hobelspäne, Holzmulm
Gelege: 2-4 Eier
Brutbeginn: ab dem 1. Ei
Brutdauer: ca. 23-25 Tage
Nestlingszeit: ca. 50 Tage
Selbständigkeit: ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 7,5 mm Ø

Literaturhinweise: * Arndt, Thomas: Neue Aratinga-Spezies beschrieben in: Papageien 1 (2006), S. 5
Arndt, Thomas: Neue Aratinga-Arten und -Unterarten in: Papageien 2 (2006), S. 62-70
Silva, Tony: Die Zucht des Rotmaskensittichs (Aratinga mitrata) im "Loro Parque" in: Die Voliere, 13, 10 (1990), S. 312-313
Robiller, Franz: Papageien, Handbuch der Vogelpflege, Bd. 3, Mittelamerika und Südamerika, 1990, ISBN 3-8001-7207-0
Vit, Rudolf: Der Rotmaskensittich und seine Zucht in: Die Voliere 17, 1 (1994), S. 12-14
Links: Landkarte von Peru, Karte: "Administrative Bezirke" (als Übersicht über die Verbreitungsgebiete des Nördlichen Rotmaskensittichs)
Landkarten Argentinien, Karte: "Reliefkarte"


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Copyright Foto © Gudrun Maybaum, vielen Dank :-)
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