Katharinasittich
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Katharinasittich, Katharinasittiche, Bolborhynchus lineola, Barred Parakeet, Lineolated Parakeet, Catharina Parkiet Wiss.: Bolborhynchus lineola (Cassin, 1853)
Engl.: Barred Parakeet, Lineolated Parakeet
NL: Catharina Parkiet
 

Unterarten:
Katharinasittich (Nominatform)
Peru-Katharinasittich
 

Beschreibung
Länge: ca. 16 cm
Gewicht: ca. 42-52 g

Männchen: Das Gefieder des wildfarbenen Katharinasittichs ist grün. Kopfseiten und Unterseite sind heller grün gefärbt. Die gründen Federn an Nacken, Rücken, Bürzel und Schwanzdecken sind schwarz gesäumt. Der Flügelbug ist schwarz. Die kurzen grünen Schwanzfedern besitzen eine schwarze Spitze. Der Schnabel und Wachshaut sind hornfarben, der schmale unbefiederte Augenring ist grau, die Iris dunkelgrau und die Beine rosa gefärbt.

Weibchen: Die Weibchen ähneln den Männchen. Nach einigen Quellen soll die schwarze Wellenzeichnung nicht so schwarz sein wie die der Männchen, der Schulterfleck soll kleiner sein und die Schwanzfederoberseite soll mit kleinerer schwarzer Spitze oder ohne schwarze Spitze versehen sein. Nach anderen Quellen ist dies kein eindeutiges geschlechtspezifisches Merkmal.

Jungvögel: Die Jungvögel sind blasser, der Vorderkopf besitzt einen leicht bläulichem Schimmer.
 


 
Name: Von den Kreolen in Mexiko, die diese und andere Sittiche als Catarina bezeichneten. Der Katharinasittich wird in Mexiko heute Catarina listada oder Catarina rayada (beides heißt "gestreifter Catarina") genannt.
Gattung: Dickschnabelsittiche
Unterarten: Bolborhynchus lineola lineola, Katharinasittich (Nominatform)
Bolborhynchus lineola tigrinus, Peru-Katharinasittich. Er ähnelt der Nominatform, ist aber dunkler gefärbt und die Streifenzeichnung ist ausgesprägter.
Heimat: Katharinasittich: Süd-Mexiko bis West-Panama
Peru-Katharinasittich: Andenregion in Nordwest-Venezuela, Kolumbien, Nordwest-Equador und Mittel-Peru
Lebensraum: Der Katharinasittich bewohnt subtropische Waldgebiete, Bergregenwälder, Weide- und Rodungsflächen.
Freileben: Der Katharinasittich lebt in kleinen Gruppen bis zu ca. 20 Vögeln, gelegentlich auch in größeren Schwärmen mit über 100 Vögeln zusammen, die nomadisch leben. Sie versammeln sich in größeren Schwärmen zur Nahrungssuche in Bäumen, wo sie durch lautes helles Zwitschern auffallen. 

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Früchten, Beeren, Nüssen, und Blüten. Sie können sehr lange Strecken fliegen, um nach Nahrung zu suchen. Meistens halten sie sich in Bäumen auf und sind dort durch ihre Tarnfarbe kaum zu sehen. Sie sind gewöhnlich scheu, lassen sich beim Fressen allerdings nicht so schnell stören.

Brutzeit ist in Zentral-Amerika wahrscheinlich ab Dezember, in Venezuela und Kolumbien von Mai bis Juli. Die Nisthöhle befindet sich toten Bäumen. Nähere Einzelheiten sind bisher nicht bekannt.

Status: Der Katharinasittich ist in seiner Heimat derzeit nicht gefährdet.
Nahrung: Sittichfutter, z.B. Wellensittichfutter oder Neophemenfutter, gegebenenfalls angereichert mit wenigen Sonnenblumenkernen, Waldvogelfutter ohne Rübsen, Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Kolbenhirse, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternatives tierisches Ersatzfutter wie z.B. getrocknete Garnelen oder Ameiseneier, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Mindestmaße: 2x1x2 m LxBxH
ohne oder mit wenig Freiflug

Die Voliere kann kleiner sein, wenn zusätzlich viel Freiflug gegeben wird.

Eine Holzvoliere ist möglich.

Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
3x1x2m LxBxH

Frostfreier Schutzraum. Einige Züchter beheizen den Schutzraum im Winter auch auf 5-10°C.
 

Für die Käfighaltung ist der Katharinasittich wenig geeignet, da ein Käfig zu wenig Platz für Rückzugsmöglichkeiten bietet. Besser wäre eine kleine Zimmervoliere mit Rückzugsmöglichkeiten und viel Freiflug.

Die Voliere sollte Versteckmöglichkeiten bieten (Zweige, ungiftige Pflanzen, Büsche), damit sich die Sittiche zurückziehen können. 
Viele Sitzstangen sollten einen Durchmesser von mindestens 4 cm haben, damit die Sittiche darauf laufen können.
 

Von allen Dickschnabelsittichen wird der Katharinasittich am häufigsten gehalten und gezüchtet.

Katharinasittiche sind ruhige und sehr friedliche Sittiche. Ihre Stimme ist angenehm, sie reicht von einem leise plauderndem gurrenden Zwitschern bis zu lauteren Rufen, die allerdings deutlich leiser sind als die der großen Sittiche. Sie sind sehr zutraulich und können auch zahm werden. Ihr Nachahmungstalent ist wenig ausgeprägt.

Der Katharinasittich ist sehr partnerbezogen, deshalb wird gelegentlich empfohlen beim Tod eines Partners mit der neuen Verpaarung möglichst etwas zu warten, da der neue Partner sonst häufig erstmal nicht vom "alten" Sittich akzeptiert wird. Es sind sehr soziale Sittiche, bei denen man häufig gegenseitiges Kraulen beobachten kann.

Sie klettern gerne und ziehen dies dem Fliegen auch häufig vor. Sie fliegen durchschnittlich weniger als andere Sittiche. Dennoch müssen sie natürlich die Gelegenheit haben zu fliegen, da dies für die Flugmuskulatur und den Kreislauf sehr wichtig ist.

Gelegentlich hängen sie kopfüber an der Gitterdecke oder an Zweigen, um ihre Umgebung zu beobachten. Sie laufen oft langsam, in fast waagerechter Haltung auf den Ästen. Bei vermeintlicher Gefahr verharren sie auf ihre Tarnfarbe vertrauend regungslos auf dem Ast, bei Erregung werden zusätzlich der Schwanzfedern mehrmals auf- und zugefächert. In diesem Verhalten ähneln sie dem Zitronensittich. Katharinasittiche sollen nach einigen Quellen zu übermäßigem Krallenwachstum neigen. Andere Autoren wie z.B. Jörg Asmus* haben diese Beobachtungen nicht gemacht. Vorsichtshalber sollten die Krallen immer mal wieder kontrolliert werden, um Verletzungen durch Hängenbleiben zu vermeiden.

Katharinasittiche gelten häufig als schreckhafte Vögel. Bei Erschrecken fliegen sie oft ziellos umher und können sich leicht verletzen, deshalb sollte man im Umgang mit ihnen vorsichtig sein und nachts grundsätzlich eine kleine Lampe zur Orientierung anlassen, um die Verletzungsgefahr beim nächtlichen Erschrecken (sogenannter "Nightfright") zu mindern.

Die Sittiche nagen kaum, haben aber Interesse an frischen Zweigen zum Knabbern. Sie sollten Badegelegenheiten bekommen. Laut verschiedenen Züchtern, Haltern und Autoren sollen Katharinasittiche die "Dusche" (Pflanzensprühflasche bei Wohnungshaltung oder Beregnungsanlage in Außenvoliere) einer Badeschale bevorzugen.

Katharinasittiche können gut in der arteigenen Gruppe gehalten werden, da sie sehr friedlich sind und ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen. Fast alles wird gemeinsam unternommen und ich habe auch bei der Zusammensetzung mit Neuzugängen bei Züchtern und Haltern nie von Problemen gehört. Deshalb empfiehle ich die Gruppenhaltung bei Katharinasittichen eher als die paarweise Haltung, besonders bei der Haltung ohne Zuchtabsichten. Erfahrungsgemäß sind Sittiche in Gruppenhaltung auch aktiver als bei paarweiser Haltung.

Da sie sich nicht gegen Attacken anderer Sittiche wehren, müssen sie bei einer Vergesellschaftung mit anderen Vögeln mit sehr friedlichen Sittichen (z.B. Wellensittiche, Nymphensittiche, Bourkesittiche) oder Kanarien zusammen gehalten werden.

Wichtig: Die Tipps zur Vergesellschaftung beziehen sich immer auf mindestens zwei Katharinasittiche. Man sollte auf keinen Fall einen einzelnen Katharinasittich mit einer einzelnen artfremden Sittichart vergesellschaften (z.B. 1 Katharinasittich mit einem Wellensittich verpaaren), nur weil sie friedlich miteinander umgehen! Mehr Informationen zur artgleichen Vergesellschaftung erhalten Sie hier.

Der Katharinasittich ist für Anfänger in der Sittichhaltung und -zucht geeignet, wenn diese die Besonderheiten in der Haltung berücksichtigen. Er ist für die Wohnungshaltung geeignet.

Lebenserwartung: ca. 10 Jahre, gelegentlich auch mehr
Zucht: Die Zucht gilt als nicht schwierig. Katharinasittiche können während der Brut zusammen gehalten werden. Gebrütet wird in Nistkästen oder Naturstammhöhlen. Das Weibchen brütet fest und wird vom Männchen gefüttert. Nistkastenkontrollen sind in der Regel problemlos.
Katharinasittichnestlinge besitzen einen weißen Flaum.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Fortpflanzungsfähigkeit: ab ca. 1 Jahr fortpflanzungsfähig, manchmal früher
Bruten / Jahr: 2-3
Brutzeit: April bis August (Oktober), bei Haltung in der Wohnung ganzjährig
Nistkastenmaße: ca. 20x20x30 cm LxBxH oder 
ca. 25x15x15 LxBxH
Auch Wellensittichnistkästen werden angenommen
Einschlupflochdurchmesser: 5-6 cm
Bodenbelag: Sägespäne oder Mischung aus Torfmull und Sägespänen
1-2cm
Gelege: 4-5 (7) Eier
Legeabstand: 2 Tage, gelegentlich 1 Tag
Brutbeginn: ab dem 2. Ei
Brutdauer: ca. 20-21 Tage
Nestlingszeit: ca. 6 Wochen
Selbständigkeit: ca. 2-3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 4,5 mm Ø
Beringung: im Alter von ca. 10 Tagen

Mutationen: Blau, Kobaltblau, Türkis, Lutino, Zimt, Albino, Falbe, Dunkelgrün, Olivgrün, Mauve, Gelb, Weißgescheckt, Grauflügel, Aufgehellt
Foto: Katharinasittich, Katharinasittiche, Bolborhynchus lineola, Barred Parakeet, Lineolated Parakeet, Catharina Parkiet
Katharinasittiche: links Kobaltblau, rechts Lutino
Haltungsbericht: Katharinasittiche, von Sigrid März
Lautäußerungen: Sound-Dateien von Sigrid März
Links: Katharinasittich-Forum für Fragen und zum Austausch mit anderen Katharinasittichfreunden
Alles über Katharinasittiche, von Sigrid März
Sehr ausführliche und liebevolle Seite über Katharinasittiche von Monika Nebel
Farbschlagrechner von katharinasittiche.de
Modifikationen (Schecken, Halbseiter, Fotos) auf katharinasittiche.de
Katharinasittich-Züchter
Literatur: *Asmus, Jörg: "Der Katharinasittich - einfach gefärbt und doch empfehlenswert" in: Die Voliere 23, 11, 2000, S. 321-352
Forshaw, Joseph M.: Australische Papageien, Band 2, Bretten, Arndt, 2002, ISBN 3-9808245-2-7 
Robiller, Franz: Papageien, Band 3, Berlin [u.a.], Ulmer, 1990, 3-8001-7207-0
Schmidt, Ralph: "Zucht des Katharinasittichs" in: Papageien, 4, 2004, S. 116-119
Schneider, Bernhard: "Katharinasittiche" in: Papageien, 5, 2002, S. 155-157


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