Halsbandsittich

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Halsbandsittich, Psittacula krameri, Rose-ringed Parakeet, Halsbandparkiet

Halsbandsittich-Männchen
hier: Unterart Indischer Halsbandsittich

 

auch: Kleiner Alexandersittich
Wiss.: Psittacula krameri (Scopoli, 1769)
Engl.: Rose-ringed Parakeet
NL: Halsbandparkiet
 

Unterarten:
Afrikanischer Halsbandsittich (Nominatform)
Indischer Halsbandsittich, Abessinischer Halsbandsittich, Neumanns Halsbandsittich
 

Beschreibung:
Länge: 40 cm
Gewicht: ca. 115-140g

Männchen: Der wildfarbene Halsbandsittich ist allgemein grün gefärbt. Gesichtsmaske, Unterseite, mittlere Flügeldecken und Unterflügeldecken sind grün mit einem gelben Anflug. Die Federn am Hinterkopf besitzen einen bläulichem Anflug. Das Halsband, Zügel sowie Kinn und Kehle sind schwarz, das Nackenband rosa gefärbt. Die Handschwingen, Armschwingen und Flügeldecken sind gelbgrün gefärbt. Die Schwanzfederoberseite ist grün, die mittleren Schwanzfedern sind bläulich gefärbt mit gelben Spitzen, die unteren Schwanzfedern sind oliv. Die beiden mittleren Schwanzfedern sind stark verlängert. Der Oberschnabel ist rot mit schwarzer Spitze, der Unterschnabel schwarz. Die Iris ist hellgelb und der Augenring ist organge. Die Beine sind gräulich gefärbt.

Weibchen: Die Weibchen ähneln den Männchen, bei ihnen fehlen allerdings das schwarze Halsband und die schwarzen Zügel. Das Nackenband ist grünlich und die mittleren Schwanzfedern sind kürzer als beim Männchen.

Jungvögel: Das Gefieder ist grün gefärbt, aber matter. Der Schnabel ist hellrosa, die Iris grauweiß. Die Umfärbung beginnt beim Indischen Halsbandsittich mit ca. 15-18 Monaten, die volle Ausfärbung ist nach ca. 32 Monaten erreicht. Beim Afrikanisichen Halsbandsittich (der hier beschriebenen Nominatform) finden Umfärbung und volle Ausfärbung später statt als beim Indischen Halsbandsittich.
  


 
Gattung: Edelsittiche
Unterarten: Psittacula krameri krameri, Afrikanischer Halsbandsittich, Kleiner Alexandersittich (Nominatform)

Psittacula krameri borealis, Neumanns Halsbandsittich (Neumann's Ring-necked Parakeet). Er ist 43 cm lang. Seine Gesichtsmaske ist gelbgrün, das Brust- und Bauchgefieder besitzt einen hellgrauen Anflug, Oberschnabel und Unterschnabel sind rot.

Psittacula krameri manillensis, Indischer Halsbandsittich (Indian Ring-necked Parakeet). Er ist 43 cm lang und insgesamt deutlich dunkler gefärbt als die Nominatform. Die Gesichtsmaske ist kräftig grün, Brust- und Bauchgefieder besitzen einen bläulich-grauen Anflug. Der Oberschnabel ist rot, der Unterschnabel schwarz.

Psittacula krameri parvirostris, Abessinischer Halsbandsittich (Abyssinian Parakeet). Er ist 40 cm lang. Die Gesichtsmaske ist blasshellgrün, Brust- und Bauchgefieder besitzen einen grauweißen Anflug. Der Oberschnabel ist rot mit schwarzer Spitze, der Unterschnabel ist schwarz.

Heimat: Afrikanischer Halsbandsittich, Kleiner Alexandersittich: Westafrika, Guinea, Senegal, Süd-Mauretanien, West-Uganda, Süd-Sudan
Indischer Halsbandsittich: Südindien, Ceylon, Sri Lanka
Abessinischer Halsbandsittich: Sudan, Nord-Äthiopien, Südwest-Somalia
Neumanns Halsbandsittich: Pakistan, Nord-Indien, Assam, Burma, Südost-China, Nepal, Zentral-Birma
Lebensraum: Der Halsbandsittich bewohnt offene Landschaften mit Baumbestand, Trockenwälder, Dornbuschsavannen, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Parks.
Freileben: Der Halsbandsittich lebt in kleinen Gruppen zusammen. Abends sammeln sich große Schwärme mit großem Lärm auf Schlafbäumen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Früchten, Beeren, Blüten, Nektar, Getreide, Reis und Mais. Auf Feldern, Obst- und Kaffeeplantagen können sie Schäden anrichten. Halsbandsittiche fliegen sehr schnell und können gut klettern.

Brutzeit von Dezember bis Mai (Indien), November bis Juni (Sri Lanka) und August bis November (Afrika). Die Nester befinden sich in Baumhöhlen, Astlöchern oder Mauerritzen. Gelegentlich brüten mehrere Paare in einem Baum. Das Gelege, das aus 3-4 Eiern besteht, wird 22-24 Tage bebrütet. Die Jungvögel fliegen zwischen der 6. und 7. Lebenswoche aus.

Der Halsbandsittich ist die einzige bekannte Sittichart, die auf zwei Kontinenten vorkommt.
In einigen europäischen Staaten, u.a. auch in Deutschland, haben sich wildlebende Populationen gebildet, die vermutlich durch entflogene oder absichtlich freigelassene Halsbandsittiche entstanden sind. Sie brüten erfolgreich und überstehen problemlos die kalte Jahreszeit. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder "freigelassene" Halsbandsittich problemlos überlebt.

Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
2x1x2 m LxBxH
mit wenig Freiflug

Die Voliere kann kleiner sein, wenn zusätzlich viel Freiflug gegeben wird.

Eine Voliere aus Metall ist empfehlenswert, da der Halsbandsittich häufig gerne nagt.

Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
3-4 x 1-1,50 x 2 m LxBxH

Außenvoliere aus Metall mit frostfreiem Schutzraum. Einige Züchter beheizen den Schutzraum im Winter auch auf 5-10°C.
 

Für die Käfighaltung ist der Halsbandsittich schon wegen seiner Größe nicht geeignet, da er normalerweise sehr aktiv ist und viel fliegt und sich im Käfig kaum bewegen und beschäftigen kann. Besser wäre eine kleine Zimmervoliere mit viel Freiflug.

In Europa wird hauptsächlich die Unterart Psittacula krameri manillensis, der Indische Halsbandsittich gehalten. Deshalb ist mit der Bezeichnung Halsbandsittich, mit der eigentlich die Nominatform, der Afrikanische Halsbandsittich, bezeichnet wird, in der Praxis normalerweise die Unterart Indischer Halsbandsittich gemeint. Das gleiche gilt für die alternative Benennung Kleiner Alexandersittich.

Der Halsbandsittich ist einer der wenigen Sitticharten, bei denen eine Unterart die Nominatform verdrängt. In der Gattung der Edelsittiche ist dies auch beim Rosenbrustbartsittich der Fall.
 

Der Halsbandsittich lässt zwar auch angenehme zwitschernde Unterhaltungslaute vernehmen, kann aber auch laut und schrill rufen, was zu Problemen mit Nachbarn führen kann. Sein Nachahmungstaltent ist in der Regel allerdings eher gering. Er ist zutraulich und kann zahm werden.

Da der Halsbandsittich häufig viel und gerne nagt, sollten immer frische Knabberzweige mit Knospen oder Blüten zur Verfügung stehen. Halsbandsittiche baden gerne oder lassen sich gerne beregnen. Sie benötigen viel Beschäftigung und eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Frischfutter. Zum Frischfutter zählen neben Obst und Co. genaugenommen auch Keimfutter, Quellfutter oder Eifutter. Diese sollten jedoch nur in Maßen angeboten werden, da sie den Bruttrieb fördern können.

Da sie sehr gesellig sind, können außerhalb der Brutzeit mehrere Paare zusammen gehalten werden. Mit kleineren Sittichen vertragen sie sich häufig nicht. Sie sollten mindestens zu zweit gehalten werden und es sollte sich um ein echtes Pärchen handeln. Ich erhalte viele Anfragen zu Problemen mit gleichgeschlechtlichen Halsbandsittichen, auch bei verwandten Sittichen, z.B. Brüdern. 

Man sollte auf keinen Fall einen einzelnen Halsbandsittich mit einer einzelnen artfremden Sittichart vergesellschaften (z.B. einen einzelnen Halsbandsittich mit einem Alexandersittich verpaaren), nur weil sie friedlich miteinander umgehen und beide "Alexandersittich" (Großer Alexandersittich und Kleiner Alexandersittich) heißen! Mehr Informationen zur Vergesellschaftung erhalten Sie hier.

Halsbandsittiche eignen sich wegen ihrer lauten Rufe und ihres großen Flugbedürfnisses nur bedingt für die Wohnungshaltung.

Sie eignen sich nur bedingt für Anfänger in der Sittichhaltung. Man sollte sich möglichst ein harmonisierendes Paar besorgen oder ein blutsfremdes gegengeschlechtliches Paar, da es sonst während des Erwachsenwerdens häufig zu Aggressionen kommt. Anfänger in der Sittichhaltung sollten sich möglichst erst mit weniger anspruchsvollen Sitticharten beschäftigen oder vor dem Erwerb sehr gut über die Haltungsansprüche und die Lautstärke informieren  (z.B. bei einem Züchter) und nur ein gegengeschlechtliches nicht miteinander verwandtes Pärchen erwerben.

Lebenserwartung: ca. 20-30 Jahre
Nahrung: Großsittichfutter, auch mit Wildsamen oder Grassamen angereichert, viel Obst und Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternatives tierisches Ersatzfutter, z.B. getrocknete Garnelen, wenige Kräcker, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Zucht: Während der Brutzeit sollten die Paare alleine gehalten werden.

Das Weibchen brütet fest und wird vom Männchen gefüttert. Halsbandsittiche sind Nistkastenkontrollen gegenüber normalerweise nicht sehr empfindlich. Bei der Zucht in einer Außenvoliere sollte der Schutzraum bei kalten Temperaturen (unter 5° C) geheizt werden, da das Weibchen die Jungvögel im Alter von ca. 3 Wochen nicht mehr jede Nacht wärmt und sie sehr kälteempfindlich sind.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Fortpflanzungsfähigkeit: ab dem 3. Lebensjahr fortpflanzungsfähig, manchmal früher. Weibchen legen manchmal bereits im 2. Lebensjahr Eier, die allerdings meistens unbefruchtet sind.
Bruten / Jahr: Bei günstigen Bedingungen mehrere Bruten / Jahr. Es sollten aber maximal 2 Bruten pro Jahr zugelassen werden.
Brutzeit: März oder April, manchmal bereits im Februar
Nistkastenmaße: ca. 25x25x40 cm LxBxH
Einschlupflochdurchmesser: ca. 8-9 cm
Bodenbelag: Hobelspäne, Holzmulm
Gelege: 3-4 (6) Eier
Legeabstand: 2 Tage
Brutbeginn: ab dem 2. oder 3. Ei, manchmal etwas später
Brutdauer: ca. 23 Tage
Nestlingszeit: ca. 7 Wochen
Selbständigkeit: ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 7,0 mm Ø
Beringung: zwischen dem 10. und 15. Lebenstag

Mischlinge: mit Alexandersittich, Rosenbrustbartsittich, Langschwanzedelsittich
Hinweis: Wer seinem Halsbandsittich einen Sittichpartner dazusetzen möchte sollte keinen artfremden Sittich dazusetzen. Der Halsbandsittich (Kleiner Alexandersittich) und der Große Alexandersittich sind zwei unterschiedliche Arten, die nicht miteinander vergesellschaftet bzw. verpaart werden sollten. Die Rubrik "Mischlinge" beschreibt lediglich, welche Mischlinge bereits aufgetreten sind, ob beabsichtigt oder nicht. Es ist keine Empfehlung!
Mutationen: Bei der Nominatform Afrikanischer Halsbandsittich sind noch keine Mutationen bekannt. 

Indischer Halsbandsittich: 
Lutino, Gelb, Blau, Pastellblau, Weißkopfblau, Weißkopfblauzimt, Grau, Dunkelgrün, Graugrün, Graugrünzimt, Gelbkopfgrün, Gelbkopfgrünzimt, Hellgrünpastell, Oliv, Zimt, Falbe, Schecke, Albino, Kobalt, Pastell-Ino, Pastellblauzimt

Fotos: Halsbandsittich, Psittacula krameri, Rose-ringed Parakeet, Halsbandparkiet

Halsbandsittich, Psittacula krameri, Rose-ringed Parakeet, Halsbandparkiet

Halsbandsittich-Henne, Lacewing Pastell Mauve

Video: Freilebende Halsbandsittiche in Köln
Links: Halsbandsittich-Züchter
Freilebende Halsbandsittiche in Wiesbaden, Informationen von Detlef Franz
Buchtipp:

Diese und weitere Literaturempfehlungen finden Sie auch in der Literaturliste.


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