Glanzsittich

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Glanzsittich, Glanzsittiche, Neophema splendida, Scarlet-chested Parrot, Splendit Grass Parakeet, Splendidparkiet, Glansparkiet

Glanzsittich, Männchen

Wiss.: Neophema splendida (Gould, 1840)
Engl.: Scarlet-chested Parrot, Splendit Grass Parakeet
NL: Splendidparkiet, Glansparkiet
 

Beschreibung:
Länge: 20 cm
Gewicht: ca 35-45 g

Männchen: Der wildfarbene Glanzsittich ist vorwiegend grün gefärbt, der Vorderkopf und die oberen Flügeldecken sind blau, Kehle und Oberbrust rot, Bauch und Schwanzfederunterseite orangegelb. Der Schnabel istschwärzlich, die Wachshaut braunschwärzlich, der Augenring grau, die Iris braun, und die Beine dunkelgrau.

Weibchen: Sie ähneln den Männchen, das Gefieder ist etwas blasser gefärbt. Die Brust ist gelblichgrün. Die Weibchen besitzen außerdem einen weißlichen Unterflügelstreifen.

Jungvögel: Die Jungvögel ähneln den Weibchen. Das Gefieder ist blasser. Die Umfärbung beginnt nach ca. 3 Monaten, die volle Ausfärbung ist nach 2 Jahren erreicht.
Im Alter von ca. 4-6 Monaten sind die Gechlechter deutlich an der roten Brustfärbung des Männchens zu unterscheiden. Vorher ist dies nur an der Unterflügelfarbe zu erkennen. Diese ist bei Männchen schwarz und bei Weibchen grauschwarz. Die Männchen sind am Kopf kräftiger blau gefärbt als die Weibchen.
   

 
Gattung Grassittiche
Unterarten: keine
Heimat: Südaustralien, Westaustralien, südliches Nordaustralien, westliches Neusüdwales, gelegentlich in Nord-Victoria
Lebensraum: Der Glanzsittich bewohnt trockenes Buschland, gelegentlich offenes Waldland und Savannen mit Akazien und Eukalyptusbäumen.
Freileben: Der Glanzsittich lebt paarweise oder in kleinen Gruppen bis zu ca. 10 Vögeln, seltener bis zu 20 Vögeln, außerhalb der Brutzeit auch bis zu 100 Vögeln, zusammen. Glanzsittiche halten sich vorwiegend auf dem Boden oder in niedrigen Sträuchern auf, wo sie auch nach Nahrung suchen. Durch ihr Gefieder und ihr ruhiges Verhalten sind sie hier gut getarnt und fallen kaum auf. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen und Grünfutter. Sie scheinen wenig zu trinken, da sie vergleichsweise selten an Wasserstellen anzutreffen sind.
Es wird vermutet, dass sie an den Randzonen ihres Verbreitungsgebietes nomadisch leben.

Die Brutzeit ist abhängig vom Nahrungsangebot, sie liegt in der Regel zwischen August und Dezember. Sie brüten in hohlen Ästen oder Baumstämmen, oft in Eukalyptusbäumen. Das Gelege besteht aus 3-5 Eiern, selten 6 Eiern, die ca. 18-19 Tage bebrütet werden. Das Weibchen brütet fest und verlässt das Gelege nur, um vom Männchen auf einem Ast in der Nähe gefüttert zu werden. Mit ca. 30 Tagen fliegen die Jungvögel aus. Sie bleiben noch einige Zeit bei den Eltern.

Status: Der Bestand der Glanzsittiche hat sich zwar erholt, dennoch kommen sie in Australien eher selten vor.
Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
ca. 100x50x70-100cm LxBxH 
mit Freiflug

Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
ca. 200x100x200 cm LxBxH 
mit wenig Freiflug

Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
2,50x1x2m LxBxH, besser mehr

Frostfreier Schutzraum

Für die Käfighaltung sind Glanzsittiche nicht geeignet.

Einige Züchter empfehlen Gras in Außenvolieren zu sähen und sie ggf. mit einigen Büschen zu bepflanzen.
  
  
Früher galt der Glanzsittich als recht empfindlich gegenüber Kälte und Nässe. Die heutigen Nachzuchten sind akklimatisiert und recht robust. 
Glanzsittiche besitzen eine angenehm leise zwitschernde Stimme und können zutraulich werden. Sie nagen wenig, trotzdem sollten ihnen stets frische Knabberzweige zur Verfügung stehen. Sie baden unterschiedlich gerne, eine Bademöglichkeit sollte ständig zur Verfügung stehen. 

Sie eignen sich nicht für die Käfighaltung mit wenig Freiflug, da sie hier zu Bequemlichkeit und Verfettung neigen. Sie benötigen viel Bewegung und sollten daher so viel Platz und Freiflug wie möglich bekommen.

Da sich die Sittiche viel auf dem Boden aufhalten ist in Außenvolieren eine regelmäßige (halbjährliche) vorbeugende Kontrolle auf Würmer durch die Untersuchung von Kotproben empfehlenswert. Diese Kontrolle vermeidet den unnötigen Einsatz von den Organismus belastenden Antiparasitika.

Sie sollten paarweise gehalten werden, können aber auch paarweise mit Prachtfinken zusammen gehalten werden. 

Glanzsittiche sind für die Wohnungshaltung mit Voliere und viel Freiflug geeignet.
Sie sind für Anfänger in der Vogelhaltung und -zucht geeignet.

Lebenserwartung: ca. 10 Jahre, eventuell bis 15 Jahre möglich
Nahrung: Neophemenfutter oder Wellensittichfutter, ggf. mit Waldvogelfutter ohne Rübsen oder wenigen Sonnenblumenkernen sowie Wildsamen, Grassamen oder halbreifen Sämereien angereichert, Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen oder Ameiseneier, gelegentlich Kolbenhirse, wenige Kräcker, frische ungiftige Knabberzweige mit Blättern, Knospen, Blüten
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Zucht: Die Welterstzucht gab es 1932 in Australien, die deutsche Erstzucht gelang 1961, nachdem die ersten Glanzsittiche in den 50ger Jahren nach Deutschland importiert wurden. Die Zucht von Glanzsittichen gilt als nicht schwierig. Während der Brut sollte das Paar alleine gehalten werden, da es aggressiv gegenüber anderen Vögeln werden kann. 

Bei einigen Züchter hat es sich bewährt verschiedene Nistkästen und Bruthöhlen gleichzeitig anzubieten, aus dem sich das Brutpaar "seinen" Kasten oder "seine" Höhle aussuchen kann.

Es sollte auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden (ggf. Nistkasten mit lauwarmen Wasser besprühen). Da viele Weibchen während der Brutzeit kleine Grashalme im Bürzelgefieder in das Nest tragen, wäre es am natürlichsten entsprechendes Gras während dieser Zeit anzubieten. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen gefüttert. Das Männchen beteiligt sich später an der Fütterung der Jungvögel. Nach dem Ausfliegen füttert das Männchen die Jungvögel weiter, während das Weibchen häufig eine neue Brut beginnt. Die Küken besitzen ein weißlich-graues Dunenkleid.

Nach Erreichen der Selbständigkeit sollten die Jungvögel von den Eltern getrennt werden, da das Männchen dann möglicherweise sehr aggressiv reagieren und seine Jungen im schlimmsten Fall sogar tödlich verletzen kann.

Viele Züchter haben die Erfahrung gemacht, dass die Jungvögel anfangs sehr schreckhaft sind und oft wild herumfliegen. Daher wird häufig empfohlen in der ersten Zeit einen gradlinigen Flug durch zusätzliche Zweige zu verhindern, um Verletzungen und Todesfälle durch einen zu schnelle Flug gegen das Gitter zu verhindern. Das Volierengitter sollte mit Zweigen, Schilfmatten oder ähnlichem kenntlich gemacht werden, so wie man es von einigen anderen Sitticharten auch kennt.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Fortpflanzungsfähigkeit: ab 8-12 Monaten. Sie sollten erst ab 1 bis 1,5 Jahren zur Brut zugelassen werden, da sie sonst das Gelege vernachlässigen können. Bei zu jungen Weibchen kann es zu Legenot kommen
Bruten / Jahr: mehr als 2 Bruten sollten nicht zugelassen werden
Brutzeit: ab April / Mai
Nistkastenmaße: ca. 15x15x25-30 cm LxBxH
Wellensittichnistkasten möglich
Naturstamm: Innendurchmesser: ca. 18 cm, Höhe: 25 cm
Einschlupflochdurchmesser: ca.  5-6 cm
Bodenbelag: Sägespäne oder Holzmulm
Gelege: 3-6 Eier
Legeabstand: 2 Tage
Brutbeginn: ab dem 2. oder 3. Ei
Brutdauer: ca. 18-19 Tage
Nestlingszeit: ca. 30 Tage
Selbständigkeit: ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: Deutschland: Empfehlung des BNA*: 3,8 mm Ø
viele Züchter beringen auch mit 4,0 mm Ø. Diese Größe wird häufig empfohlen.
Schweiz: 4,0 mm Ø
Beringung: um den 10. Lebenstag, bei 3,8 mm Ø etwas früher

* BNA = Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V.

Mischlinge: mit Schmucksittich, Schönsittich, Feinsittich
Mutationen: Von allen Grassitticharten gibt es beim Glanzsittich die meisten Mutationen. Durch diese Menge und die teilweise unterschiedlichen Benennungen der Mutationen durch die Züchter sind die genauen Vererbungsgänge teilweise nicht genau bekannt.

Blau, Pastellblau, Lutino, Goldgelb (aus Zimt und Isabell, rote Augen), Albino, Zimt, Isabell, Oliv (Graugrün), Gescheckt (Gelbgescheckt, Weißgescheckt-Pastellblau, Weißgescheckt-Blau), Falbe (ähnlich wildfarben, aufgehellt, rote Augen), Weißbrüstig Blau, Weißflügel-Blau, Rotbäuchig, Mauve (auch als Grau oder Schwarz bezeichnet, es gibt hellere und dunklere mauvefarbene Glanzsittiche, abhängig von den Ausgangsfarben der Elternvögel (graugrün und blau)), Silber (aus Zimt und Blau), seegrün, himmelblau (aus Isabell und Blau), Creme (aus Pastellblau und Lutino), Rubin, Braun (aus Graugrün und Silber), Dunkelblau, Blauzimt, Zimtlutino, ZimtRotbauch, Silberzimt und einige mehr.

Die Mutation Kobaltblau soll es nach einem Artikel von Franz Pfeffer  in der Zeitschrift (aus diesem Artikel stammen auch die Zusammensetzungen einiger Mutationen) nicht geben, auch wenn sie gelegentlich in der Fachliteratur erwähnt wird.
Literaturquelle: Voliere 28, 8 (2005)

Vererbung: Lutino, Albino, Blau, Pastellblau, Weißbrüstig Blau, Weißflügel-Blau, Falbe, Silber, Goldgelb, seegrün: rezessiv
Gescheckt: dominant
Zimt, Isabell: geschlechtsgebunden
Olivgrün, Mauve, Gelbgescheckt (vermutlich, noch in der Diskussion): intermediär
Buchtipp:

Diese und weitere Literaturempfehlungen finden Sie auch in der Literaturliste.


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