Brownsittich

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Brownsittich, Brownsittiche (Platycercus venustus, Northern Rosella, Brown's Rosella, Smutty Rosella, Zwartkoprosella, Browns Rosella)

Brownsittich

Auch: Brownssittich, Schwarzkopfrosella
Wiss.: Platycercus venustus (Kuhl, 1820)
Engl.: Northern Rosella, Brown's Rosella, Smutty Rosella
NL: Zwartkoprosella, Browns Rosella
 

Beschreibung:

Länge: 28 cm
Gewicht: Männchen ca. 85-110 g
Gewicht: Weibchen ca. 80-90 g

Männchen: Kopf schwarz, Wangenfleck weiß, untere Seite blau, Stirn bei einigen Brownsittichenrot, Brust, Bauch, Unterrücken und Bürzel gelb mit schwarzen Säumen, Rückenfedern schwarz mit breiten gelben Säumen, Außenfahnen der Schwingen blau, Innenfahnen und Flügelspitzen schwarz,  Unterschwanzdecken rot, Schwanzfedern auf der Oberseite blau mit weißen Spitzen, auf der Unterseite hellblau. Schnabel grau, Iris dunkelbraun, Beine grau

Weibchen: Kopf etwas kleiner und gelegentlich als rundlicher beschrieben, Schnabel schmaler, gelegentlich Kopf eher schwarzbraun, Unterseite blasser gelb

Jungvögel: matter gefärbt, meistens mit Unterflügelstreifen. Volle Ausfärbung mit ca. 12 Monaten.


 
Name: Nach dem schottischen Botaniker Robert Brown (1773-1858), der den Brownsittich in Nordaustralien entdeckte.
Gattung: Plattschweifsittiche
Unterarten: noch nicht ganz geklärt:

Platycercus venustus venustus, Brownsittich (Nominatform)
Platycercus venustus hilli (Mathews), ähnlich Nominatform, auf Körperunterseite mit feiner grauschwarzer Säumung

Während Robiller keine Unterarten beschreibt, kommt Forshaw in der dritten englischsprachigen Auflage seines Buches zu dem Schluss, dass es zwei Unterarten geben muss.

Heimat: Nordwestliches und nördliches Australien sowie auf den größeren vorgelagerten Inseln
Lebensraum: Wälder entlang von Flüssen und Küsten, baumbestandenes Grasland, Parks, Gärten
Freileben: Der Brownsittich lebt paarweise oder in Gruppen von 6-8 Sittichen zusammen. Brownsittiche suchen ihre Nahrung am frühen Morgen und späten Nachmittag überwiegend auf dem Boden. Sie besteht hauptsächlich aus Samen, Früchten, Beeren, Blüten und vermutlich auch aus Insekten. Während der Nahrungssuche zwitschern sie leise. Gewöhnlich verständigen sie sich mit hohen zweisilbigen metallisch klingenden Tönen. Sie sind scheuer als die anderen Plattschweifsitticharten. Bei Gefahr fliegen sie auf nahestehende Bäume. Ihr Flug ist schnell und weniger stark wellenförmig als der der anderen Plattschweifsittiche.

Der Brownsittich kommt allgemein nicht sehr häufig vor, auch wenn er lokal in Gruppen oder Schwärmen zu beobachten ist..

Die in der Literatur beschreibene Brutzeit ist unterschiedlich. So schreibt Robiller z.B., dass die Brutzeit von Junibis September stattfindet. Forshaw dagegen schreibt, dass von Eiablagen im Januar und im Juni berichtet wurde. Das Nest befindet sich in Baumhöhlen oder hohlen Ästen, meistens in Eukalyptusbäumen in Wassernähe. Das Gelege besteht aus 2-4 (selten 5) Eiern und wird ca. 19 Tage bebrütet. Im Alter von ca. 35 Tagen fliegen die Jungvögel aus. Der Familienverband bleibt noch einige Zeit bestehen.

Nahrung: Ähnlich denen der andere Plattschweifsittiche.
Großsittichfutter, auch mit Wildsamen, Grassamen oder halbreifen Sämereien angereichert, Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Ganzmetallvoliere.
Keine Wohnungshaltung, keine private Haltung
Mindestmaße für 1 Paar:
ca. 5-6x1,50-2x2 m LxBxH

Beheizbarer Schutzraum (empfohlene Mindesttemperatur: ca. 10°C, während der Brutzeit höher)

Keine Käfighaltung

Der Brownsittich braucht wegen seines Verhaltens sehr viel Platz in der Voliere.
 

Brownsittiche sind nicht so robust wie andere Plattschweifsittiche. Sie sind lebhaft, relativ scheu und baden gerne. Ihre Stimme ist nicht besonders laut, ihr Ruf ähnelt dem des Rosellasittichs

Züchter empfehlen den Brownsittich möglichst früh zu verpaaren, da er später nur schwer einen (neuen) Partner akzeptieren. Das Männchen verhält sich häufig aggressiv gegenüber dem Weibchen. Deshalb ist viel Platz mit ausreichend Fluchtmöglichkeiten für das Weibchen wichtig.

Ein Paar muss auch außerhalb der Brutzeit alleine gehalten werden. Da der Brownsittich stärker nagt als andere Plattschweifsitticharten sollte er in einer Ganzmetallvoliere gehalten werden. Zusätzlich sollten viele Knabbermöglichkeiten, v.a. Zweige, angeboten werden, damit die Sittiche nicht am - normalerweise verzinkten - Gitter nagen. Sonst besteht die Gefahr einer Zinkvergiftung durch das Anknabbern des Gitters. 

Da sich die Brownsittiche häufig auf dem Boden aufhalten ist eine regelmäßige (halbjährliche) vorbeugende Kontrolle auf Würmer durch eine Kotuntersuchung empfehlenswert. Diese Kontrolle vermeidet den unnötigen Einsatz von den Organismus belastenden Antiparasitika.

Der Brownsittich kommt in Deutschland sehr selten vor und wird normalerweise von erfahrenen Züchtern gehalten. Er eignet sich nicht für private Halter und / oder Wohnungshaltung.

Zucht: Die Zucht von Brownsittichen gilt aus verschiedenen Gründen als schwierig. Es ist nicht leicht, ein harmonisierendes Paar zusammenzustellen. Wenn möglich sollte deshalb ein festes Paar zur Zucht erworben werden. Dazu kommen Aggressionen des Männchens gegenüber seiner Partnerin und eine häufig nicht gleichzeitig stattfindenen Brutstimmung der beiden Partner. Auch die Geschlechtsbestimmung ist beim Brownsittich nicht immer eindeutig.

Selbst wenn Brownsittiche mehrmals erfolgreich gebrütet haben kann es gelegentlich in einer weiteren Brut zu Komplikationen kommen, indem das Männchen aggressiv reagiert und das Weibchen verletzt oder sogar tötet. Eine erfolgreiche Aufzucht ist also nicht zwingend eine Erfolgsgarantie für weitere Bruten.

Brownsittiche brüten häufig im europäischen Winter. Bei einer Winterbrut sollten die Nistkästen in Außenvolierenhaltung im beheizten Schutzraum angebracht werden. Außerdem sollte bei Bedarf eine Wärmequelle unter dem Nistkasten installiert sein. Dies beugt Problemen wie Legenot, dem Verklammen der Jungvögel oder Problemen bei der Fütterung vor.
Nachts sollte ein Notllicht zur Orientierung brennen.

Während der Brutzeit sollten sich keine anderen Plattschweifsittiche in benachbarten Volieren befinden, da sie von der Brut ablenken können. Brownsittiche gelten allgemein als empfindlich gegenüber Störungen wie z.B. Nistkastenkontrollen. Kontrollen sollten möglichst nur vorgenommen werden, wenn sich das Weibchen außerhalb des Nistkastens befindet. Die Jungvögel sollten kurz nach Erreichen der Selbständigkeit von den Altvögeln getrennt werden, da das Männchen aggressiv reagieren kann.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Fortpflanzungsfähigkeit: ab 1 Jahr
Bruten / Jahr: 1, selten 2 (in Deutschland)
Brutzeit: Dezember bis Februar, gelegentlich 2. Brut im Mai / Juni
Nistkastenmaße: Nistkasten: 20-25 x 20-25 x 40-50 cm LxBxH
Naturstamm: Durchmesser: ca. 20 cm, Höhe: ca. 70 cm
Einschlupflochdurchmesser: 8 cm
Bodenbelag: Sägespäne oder Mischung aus Sägespänen und Baummulm
ca. 3-5 cm 
Gelege: 2-4 Eier
Legeabstand: 2 Tage
Brutbeginn: ab dem 3. oder 4. Ei
Brutdauer: ca. 19 Tage
Nestlingszeit: ca. 35 Tage
Selbständigkeit: ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 5,0 mm Ø

Mischlinge: zwischen den Unterarten, außerdem mit Rosella, Blaßkopfrosella, Strohsittich
Mutationen: keine
Literaturhinweise: Fierens, Kurt: Der Brownsittich in: Papageien, 8 (2008), S. 264
Forshaw, Joseph M.: Australische Papageien, Bd. 2, S. 473
Robiller, Franz: Papageien, Bd. 2, S. 146
Werhahn, Ulrich: Erfahrungen bei der Haltung und Zucht von Brownsittichen in: Papageien 3 (2003), S. 80
Buch über Plattschweifsittiche:

Weitere Literaturempfehlungen finden Sie in der Literaturliste.


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