Braunohrsittich

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Pyrrhura frontalis, Maroon-bellied Conure, Maroon-bellied Parakeet, Reddish-bellied Parakeet, Brown-eared Conure, Brown-eared Parakeet, Bruinoorparkiet Wiss.: Pyrrhura frontalis (Vieillot, 1817)
Engl.: Maroon-bellied Conure, Maroon-bellied Parakeet, Reddish-bellied Parakeet, Brown-eared Conure, Brown-eared Parakeet
NL: Bruinoorparkiet
 

Beschreibung:

Länge: 26 cm
Gewicht: ca. 70-95 g

Männchen: grün, einige rote Federn über der Wachshaut, Vorderstirn braun, Zügel schwarz, Ohrdecken bräunlich, Hals und Brust oliv mit gelben Säumen, Bauchfleck braunrot, Handdecken blaugrün, Handschwingen blau mit grünen Spitzen. Schwanzfedern auf der Oberseite oliv, in der Mitte rotbraun, auf der Unterseite blassbraunrot. Schnabel graubräunlich, nackter Augenring weiß, Iris dunkelbraun, Beine grau.

Weibchen: wie Männchen

Jungvögel: matter gefärbt, weniger Rot am Bauch


 
Name: deutsch: Braunohrsittich wegen der braunen Färbung in der Ohrregion
wissenschaftlich: Pyrrhura frontalis: pyrros = feuerfarbig, frons = Stirn, alis = versehen mit (also versehen mit einer feuerfarbigen Stirn, bezogen auf die rötlichen Federn über der Wachshaut)
Gattung: Rotschwanzsittiche
Unterarten: P. f. frontalis, Braunohrsittich (Nominatform)

P. f. chiripepe, Paraguay-Braunohrsittich oder Azara-Braunohrsittich, ähnlich Nominatform, Schwanzoberseite nur oliv ; Paraguay, Argentinien, Uruguay

P. f. devillei, Bolivien-Rotschwanzsittich oder Devillesittich, 24 cm, Vorderstirn mit schmalen bräunlichschwarzen Streifen, Scheitel aschbraun, Hals, Oberbrust und seitlicher Nacken olivbraun mit mattgelb-weißlich Säumen und graubraunem Rand, Unterbrust grün, Bauchfleck rötlich. Flügelbug und Flügelrand rot, Schwanzoberseite olivgrün, Unterseite braunrot

früher: 
P. f. kriegi, Kriegs Braunohrsittich (nach neueren wissenschaftlichen Kenntnissen keine eigene Unterart, sondern zur Nominatform gehörend)

Heimat: Braunohrsittich: Südost-Brasilien
Paraguay-Braunohrsittich oder Azara-Braunohrsittich: Süd-Paraguay, Uruguay, Nordargentinien
Bolivien-Rotschwanzsittich oder Devillesittich: Ost-Bolivien, Nord-Paraguay, Brasilien
(Kriegs Braunohrsittich: Südost-Brasilien, nach einigen Quellen auch in Uruguay)
Lebensraum: Gebiete mit Baumbestand, Felder, Obstplantagen
Freileben: Der Braunohrsittich lebt in kleinen Gruppen von 10-15 Vögeln zusammen. Braunohrsittiche kommen relativ häufig vor, da sie sich Störungen in ihrem Lebensraum durch den Menschen recht gut anpassen können. Sie sind wenig scheu. Innerhalb der Gruppe besteht ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das sie z.B. durch gegenseitige Gefiederpflege zeigen. In Brsilien kann man sie auch zusammen mit dem Tirikasittich beobachten. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Palmnüsse, Beeren, Blüten und Insekten. Bei der Futteraufnahme verhalten sie sich ruhig, während sie im Flug laut kreischen. Ihr Flug ist schnell und wellenförmig.

Das Brutverhalten ist weitgehend unbekannt. Das Nest befindet sich in Baumhöhlen. Das Gelege besteht aus durchschnittlich 5 Eiern.

Nahrung: Großsittichfutter mit wenigen oder ohne Sonnenblumenkerne, auch mit Wildsamen, Grassamen oder halbreifen Sämereien angereichert, viel Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, Beo-Weichfutter, Loribrei, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Zimmervoliere mit zusätzlichem Freiflug. Eine Voliere aus Holz ist möglich. Mindestmaße für bis zu 2 Pärchen:
3x1x2 m LxBxH für ein Paar

Frostfreier oder besser beheizbarer Schutzraum (empfohlene Mindesttemperatur: ca. 10°-15° C)

Keine Käfighaltung

In der Voliere sollten Schlafkästen zur Verfügung stehen, in denen die Braunohrsittiche übernachten.
Züchter empfehlen außerdem, dass die Zwischenwände doppelt verdrahtet sein sollten.
 

Der Braunohrsittich ist ein sehr verträglicher, neugieriger und zutraulicher Sittich. Die Stimme ist mittellaut und im Vergleich zu den meisten anderen Südamerikanern recht angenehm. Allerdings kann er gelegentlich laut und schrill rufen. Dies tut er in der Regel morgens und abends oder auch bei Veränderungen in seiner Umgebung. Das Nachahmungstalent ist nicht groß, aber es soll Braunohrsittiche geben, die das ein oder andere Wort nachsprechen können. 

Braunohrsittiche sind sehr sozial, sie unternehmen alles gemeinsam, sitzen häufig eng nebeneinander und putzen sich.

Eine Bademöglichkeit sollte immer vorhanden sein, da sie gerne baden. Nagezweige sollten ebenfalls immer angeboten werden. Braunohrsittiche nagen nicht so stark wie z.B. Keilschwanzsittiche (Aratingas),

Je größer die Voliere ist, desto aktiver leben sie und desto besser kann man ihre Verhaltensweisen beobachten.

Braunohrsittiche können gut in der arteigenen Gruppge gehalten werden. 

Die Vergesellschaftung mit anderen Sitticharten ist ein gewisses Risiko, da sie sehr häufig aggressiv auf andere Sitticharten reagieren sollen. Es gibt aber auch einige geglückte Vergesellschaftungen, z.B. mit Wellensittichen oder Grassittichen, die darauf schließen lassen, dass die Reaktion auf andere Sittiche von der Größe der Voliere und eventuell auch vom Charakter des einzelnen Braunkopfsittichs abhängt. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich, andere Züchter haben die Erfahrung gemacht, dass sie mit gleichgroßen oder größeren Sittichen besser zurechtkommen als mit kleineren, wieder andere berichten von Aggressionen gegenüber den größeren Sitticharten. Die Braunohrsittiche dominieren die gemischte Gruppe normalerweise.

Wer andere Sittiche zu seinen Braunohrsittichen setzen möchte oder diese zu einem bereits vorhandenen Schwarm, sollte viel Platz zur Verfügung haben und eine Trennungsmöglichkeit besitzen. Diese ist auch während der Brutzeit notwendig. Gerade in privater Haltung ohne Zuchtabsichten können die empfohlenen Schlafkästen ein Problem werden, die andere Sittiche zum Brüten anregen können bzw. es zu Streitereien um die Kästen kommen kann. Deshalb sollte man die Gemeinschaftshaltung mit anderen Sitticharten gut überdenken und ohne Trennungsmöglichkeiten bzw. bei zu kleinen Volieren vorsichtshalber darauf verzichten.

Der Braunohrsittich ist für Anfänger in der Sittichhaltung und Sittichzucht geeignet.

Zucht: Die Zucht gilt als nicht schwierig, da Braunohrsittiche brutfreudig sind und die Befruchtungsrate hoch ist.
Ein Paar sollte alleine gehalten werden, da es sonst normalerweise aggressiv anderen Sittichen gegenüber reagiert oder sich bei artgleicher Haltung gegenseitig stören. In Volieren mit sehr viel Platz können auch mehrere Braunohrsittiche zusammen brüten. Volker Würth gibt in einem seiner Zeitschriftenartikel* 3m² Grundfläche als Minimum für ein Paar an.

Mit anderen Sitticharten sollte man Braunohrsittiche während der Brut nicht vergesellschaften.

Das Weibchen brütet alleine. Das Männchen hält sich ebenfalls häufig im Nistkasten auf und füttert das Weibchen. Nistkastenkontrollen sollten vorgenommen werden, wenn beide Eltern den Nistkasten verlassen haben, da sie empfindlich auf Kontrollen reagieren können.
 
 
Bruten / Jahr: 1, gelegentlich 2
Brutzeit: normalerweise März bis Mai, bei Innenhaltung keine feste Brutzeit
Nistkastenmaße: verschiedene Züchterangaben:
ca. 25-30x20x25 cm LxBxH oder 
ca 30x30x70 cm LxBxH oder
ca. 40x30x30 cm LxBxH
Baumstamm: ca. 22 cm Ø
Einschlupflochdurchmesser: ca. 5 cm
Bodenbelag: Sägespäne, Hobelspäne
Gelege: 3-6 Eier
Legeabstand: 2-3 Tage
Brutbeginn: ab dem 2. Ei
Brutdauer: 22-23 Tage
Nestlingszeit: ca. 45-50 Tage
Selbständigkeit: ca. 2-3 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 5,0 oder 5,5 mm Ø 
Die Mehrheit der mir bekannten Züchter verwendet 5,5 mm-Ringe.
Beringung: ca. 12. Lebenstag

Mischlinge: zwischen Braunohrsittich (Nominatform) und Unterart Paraguay-Braunohrsittich
Mutationen: falbe
Ansonsten werden bislang keine Mutationen gezüchtet.
Thomas Arndt berichtet in seinem Buch **, dass um 1920 ein Lutino-Braunohrsittich in Brasilien gehalten worden sein soll, außerdem sollte es Anfang der 80er Jahre einen Zimt Braunohrsittich gegeben haben. Leider ist nicht bekannt, ob es sich um die Nominatform oder eine Unterart gehandelt hat.
Vererbung: falbe: rezessiv
Foto: Pyrrhura frontalis, Maroon-bellied Conure, Maroon-bellied Parakeet, Reddish-bellied Parakeet, Brown-eared Conure, Brown-eared Parakeet, Bruinoorparkiet
Literatur: * Würth, Volker: Haltung und Zucht des Braunohrsittichs (Pyrrhura frontalis) in: Die Voliere 20, 12 (1997), S. 375-378
** Arndt, Thomas: Südamerikanische Sittiche : Rotschwanzsittiche / Pyrhurra ; Freileben, Haltung, Zucht, Arten, Müller, 1983
Link: Braunohrsittich, Beschreibung im Avianweb, mit Fotos (englisch)


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Copyright Fotos © Viola Schillinger, vielen Dank :-)
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