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auch: Rosenbauchsittich
teilw. auch: Burgsittich, Bourgsittich Wiss.: Neopsephotus bourkii (Gould, 1841) Engl.: Bourke's Parrot NL: Bourke's Parkiet Beschreibung:
Männchen: Das Gefieder des wildfarbenen Bourkesittichs ist auf der Oberseite bräunlich gefärbt. Die Federn auf Brust und Bauch sind rosa mit bräunlichen Säumen. Stirnband, Schultern, Unterflügel, Unterschwanzdecken, Schenkel und Flanken sind blau, die Flügel und mittleren Schwanzfedern grauoliv gefärbt. Die äußeren weißen Schwanzfedern sind blau umsäumt. Der Schnabel ist hornfarben, die Iris braun und die Beine graubraun. Weibchen: Die Weibchen sind etwas matter gefärbt, das blaue Stirnband fehlt ihnen. Dafür besitzen sie einen weißen Flügelstreifen. Jungvögel: Die Jungvögel ähneln
den Weibchen, sind aber noch etwas blasser. Die volle Ausfärbung ist
nach ca. 4-6 Monaten erreicht.
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| Name: | Der Bourkesittich ist nach Richard Bourke (1777-1855, Gouverneur von Neusüdwales, Australien) benannt. Major Thomas L. Mitchell hatte ein nach dem Gouverneur benanntes Fort gegründet. Von einer seiner Expeditionen brachte er 1838 u.a. den Bourkesittich mit, den er nach England schickte, wo ihn John Gould drei Jahre später bestimmte und ihm seinen Namen gab. | ||||||||||||||||||||||||||
| Gattung: | Bourkesittiche | ||||||||||||||||||||||||||
| Systematik: | Da der Bourkesittich den Grassittichen sehr ähnlich ist, wurde er früher häufig in die gleiche Gattung eingeordnet. Heute wird der Bourkesittich als eigene Art betrachtet, da sich im Körperbau von den Grassittichen sehr unterscheidet. Außerdem ist er die einzige Art, deren Färbung rosa und bräunlich ist und kein Grün enthält. Auch seine Ernährung und seine Lebensweise unterscheiden sich von den Grassittichen. Er gehört zum gleichen Stamm wie die Grassittiche, hat sich anders weiterentwickelt als die übrigen Arten. | ||||||||||||||||||||||||||
| Unterarten: | keine | ||||||||||||||||||||||||||
| Heimat: | Westaustralien, südliches Nordaustralien, Südwestliches Queensland, Nordwestliches Neusüdwales, Südaustralien | ||||||||||||||||||||||||||
| Lebensraum: | Der Bourkesittich bewohnt trockenes Buschland mit Akazienbestand. | ||||||||||||||||||||||||||
| Freileben: | Der Bourkesittich lebt paarweise und in kleinen Gruppen von etwa 10-30
Vögeln zusammen, bei gutem Nahrungsangebot gelegentlich auch in größeren
Schwärmen. Die Nahrung, die hauptsächlich aus Samen von Gräsern,
Kräutern, Bäumen und Büschen sowie jungem Gras besteht,
suchen Bourkesittiche oft auf dem Boden. Sie leben nomadisch und richten
sich dabei nach dem Nahrungsangebot. Die meiste Zeit verbringen sie mit
Fressen oder Ruhen. Sie sind dämmerungsaktiv, also vorwiegend früh
morgens und abends aktiv. Der Flug ist schnell und geradlinig, beim Fliegen
erzeugen die Flügel einen pfeifenden Ton.
Die Brutzeit liegt im August bis Dezember. Die Bruthöhlen befinden sich in Baumlöchern in etwa 1-3 m Höhe, vorwiegend in Akazien. Das Gelege besteht aus 3-6 Eiern besteht. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen, das in der Nähe wacht, gefüttert. Nach 18 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Sie fliegen nach ca. 4 Wochen aus und sind ca. 1-1,5 Wochen später selbständig. Der Familienverband bleibt noch einige Zeit bestehen. |
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| Haltung: |
Die meisten mir bekannten Bourkesittichzüchter lassen ihre Sittiche
bei tiefen Temperaturen im Winter in Außenvolieren nicht lange ins
Freie, obwohl die Vögel eigentlich als robust gelten.
Es sind friedliche Sittiche, die kaum nagen und oft gerne baden oder sich beregnen lassen. In der Regel werden sie nicht sehr zahm und besitzen kaum Nachahmungstalent. Sie sind ruhige Vögel mit einer angehmen melodischen Stimme. Da sie leicht zur Verfettung neigen, sind viel Bewegung / Freiflug bei Innenhaltung und eine vergleichsweise fettarme Ernährung für Bourkesittiche sehr wichtig. Bourkesittiche sind vorwiegend früh morgens und abends aktiv. Ein schützendes Astwerk ist in Außenvolieren oder Züchter-Innenvolieren empfehlenswert, damit sie sich tagsüber zurückziehen können, auch wenn sie tagsüber aktive Phasen haben, besonders wenn sie mit anderen Sitticharten zusammen gehalten werden. Oft sind sie tagsüber allerdings weniger aktiv und bewegen sich wenig. Da sich die Sittiche viel auf dem Boden aufhalten ist in Außenvolieren eine regelmäßige (halbjährliche) vorbeugende Kontrolle auf Würmer durch die Untersuchung von Kotproben empfehlenswert. Diese Kontrolle vermeidet den unnötigen Einsatz von den Organismus belastenden giftigen Antiparasitika. Sie können in der arteigenen Gruppe gehalten werden oder mit anderen
friedlichen Sittichen oder Prachtfinken vergesellschaftet werden.
Gelegentlich wird berichtet, dass die Vergesellschaftung mit Wellensittichen
nicht harmonisch verläuft, besonders während der Brutzeit, in
der die Wellensittiche die Brut der Bourkesittiche stören können.
Deshalb sollten die Sittiche während der Zucht voneinander getrennt
werden, wenn nicht ausreichend Platz und genügend Nistkästen
und / oder Naturstämme (Züchter empfehlen bei einer Brut in der
Gruppe zwei Nistkästen statt einem pro Paar), zur Verfügung
stehen. Meistens scheint eine Vergesellschaftung mit Wellensittichen, besonders
bei Privathaltern ohne Zuchtabsichten, kein Problem zu sein, ebensowenig
wie mit der Vergesellschaftung mit Nymphensittichen.
Im Zweifelsfall sollte gut beobachtet werden und auf jeden Fall ausreichend
Platz und bei Bedarf Trennungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Wichtig: Die Tipps zur Vergesellschaftung beziehen sich immer auf mindestens zwei Bourkesittiche bzw. ein Bourkesittichpärchen. Man sollte auf keinen Fall einen einzelnen Bourkesittich mit einer einzelnen artfremden Sittichart vergesellschaften (z.B. einen Bourkesittich mit einem Wellensittich verpaaren), nur weil sie friedlich miteinander umgehen! Mehr Informationen zur Vergesellschaftung erhalten Sie hier. Bourkesittiche sind aufgrund ihrer leisen Art und angenehmen Stimme auch für die Wohnungshaltung mit viel Freiflug (!) geeignet. Sie eignen sich für Anfänger in der Sittichhaltung und -zucht. Sie eignen sich nicht für Sittichfreunde, die tagaktive, bunte und temperamentvolle und / oder möglichst zahme Sittiche bevorzugen. |
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| Nahrung: | bevorzugt Neophemenfutter, aber auch Wellensittichfutter oder Großsittichfutter
mit wenigen oder ohne Sonnenblumenkerne (oder Wellensittich- und
Großsittichfutter gemischt), auch mit Wildsamen oder Grassamen angereichert.
Einige Züchter geben zusätzlich etwas Waldvogelfutter ohne Rübsen.
Außerdem Obst, Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter odere alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen oder Ameiseneier, gelegentlich Kolbenhirse, wenige Kräcker, frische Knabberzweige Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung. |
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| Lebenserwartung: | ca. 10 Jahre, bis 15 Jahre möglich | ||||||||||||||||||||||||||
| Zucht: | Bourkesittiche sind brutfreudige Vögel und recht leicht zu züchten.
Sie können während der Brutzeit mit anderen friedlichen Vögeln
zusammengehalten werden (wenn diese die Brut nicht stören, wie es
z.B. Wellensittiche häufig tun).
Die meisten mir bekannten Züchter bevorzugen aber die paarweise
Haltung oder die Haltung in der arteigenen Gruppe.
Das Weibchen brütet alleine und wird außerhalb des Nistkastens vom Männchen gefüttert. Nistkastenkontrollen sind normalerweise unproblematisch. Bourkesittiche ziehen ihre Jungen normalerweise zuverlässig auf.
In den ersten Tagen nach dem Schlupf füttert fast nur das Weibchen,
später beteiligt sich oft auch das Männchen an der Fütterung.
Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel bis zur Selbständigketi
überwiegend vom Männchen gefüttert. In großen Volieren
sollte wegen des schnellen Fluges der Jungvögel in der ersten Zeit
ein geradliniger Flug verhindert werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Das wird z.B. durch Aufhängen von Reisig oder Schilfmatten erreicht.
Meistens findet eine zweite Brut statt, wenn die Jungvögel selbständig
werden oder die Selbständigkeit erreicht haben, seltener schon früher,
aber auch das kommt vor.
Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von
Züchtern):
Bourkesittiche eignen sich auch als Ammenvögel für andere kleinere und auch größere Sitticharten. |
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| Mischlinge: | Allgemein besteht die Ansicht, dass es keine Mischlinge mit anderen Sittichen, auch nicht den Grassittichen, die den Bourkesittichen sehr ähnlich sind, gibt. | ||||||||||||||||||||||||||
| Mutationen: | Opalin (früher als Rosa bezeichnet), Zimt, Lutino, Falbe, Schecke,
Rubino, Zimt-Rosa, Falb-Rosa, Opaline-Lutino, Spangle
Rosa Mutation des Bourkesittichs:
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| Vererbung: | Die Vererbung bei opalin (rosa) und zimtfarbigen Bourkesittichen ist geschlechtsgebunden. Die Vererbung bei Gelben und Falben ist rezessiv. Die Vererbung bei den Schecken ist noch unbekannt, es gibt unterschiedliche Meinungen zwischen den Züchtern. | ||||||||||||||||||||||||||
| Buchtipp: | Obwohl der Bourkesittich heute nicht mehr zur Familie der Grassittiche
zählt, sondern als eigenständige Art geführt wird, hat er
viele Gemeinsamkeiten mit den Grassittichen, mit denen er auch verwandt
ist. Deshalb wird er auch im Buch "Grassittiche" von Horst Bielfeld berücksichtigt.
Diese und weitere Literaturempfehlungen finden Sie auch in der Literaturliste. |
| Copyright Text und 1. Foto © www.sittich-info.de
Copyright 2. Foto (rosa Mutation): Pieter Schrömbges, vielen Dank! Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt. Bei Interesse an dem 2. Foto wenden Sie sich bitte an den Fotografen. |