Blauwangenrosella / Blaßkopfrosella

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Blasskopfrosella, Platycercus adscitus palliceps, Blue-cheeked Rosella, Blauwwang Rosella, Blauwangenrosella Unterart

Unterart Blaßkopfrosella

Wiss.: Platycercus adscitus (Latham, 1790)
Engl.: Blue-cheeked Rosella
NL: Blauwwang Rosella
 

Beschreibung:

Länge: 30 cm.
Gewicht: ca. 100-130 g
Männchen ca. 130 g
Gewicht: Weibchen ca. 115 g

Mänchen: Kopf  gelbweiß, Nacken gelb, Wangenflecken weiß, Rückenfedern schwarz mit gelber Säumung, Brust und Bauch  hellblau, Unterrücken bläulichgrau, Bürzel grüngelb, mittlere Flügeldecken schwarz, untere Flügeldecken blau, Schwungfedern schwarz mit dunkelblauen Außenfahnen, Oberschwanzdecken grünblau, Unterschwanzdecken rot, Schwanzfedern blau, äußere Schwanzfedern hellblau mit weißen Spitzen. Schnabel grau, Iris dunkelbraun, Beine graubraun.

Weibchen: wie Männchen, Kopf und Schnabel normalerweise etwas kleiner, weißer Streifen unter den Flügeln

Jungvögel: matter gefärbt, Kopf häufig mit einigen roten Federn, blasser Unterflügelstreifen. Volle Ausfärbung mit ca. 16 Monaten. 

 
Gattung: Plattschweifsittiche
Unterarten: P. a. adscitus, Blauwangenrosella (Nominatform)
P. a. palliceps, Blaßkopfrosella, ähnlich Nominatform, 32 cm, Kopf weiß, Bürzel blau
Heimat: Blauwangenrosella: Nordost-Queensland
Blaßkopfrosella: Nord-Queensland, nordöstliches Neusüdwales
Lebensraum: Eukalyptussavannen, offenes Buschland, trockenes Grasland mit Buschbewuchs, Felder
Freileben: Der Blauwangenrosella und seine Unterart Blaßkopfrosella leben paarweise oder in kleinen Gruppen zusammen. Die Sittiche halten sich oft auf dem Boden auf, um Nahrung zu suchen. Während der Nahrungssuche verhalten sie sich ruhig. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Früchten, Beeren, Nüssen, Blüten, Nektar und Insekten. Weil sie teilweise Schäden auf Feldern anrichten, werden sie in Queensland lokal verfolgt. 
Ihr Flug ist schnell und wellenförmig. Während des Fluges verständigen sie sich mit sich wiederholenden zweisilbigen Kontaktrufen.
Der Blaßkopfrosella kommt insgemsamt häufig vor, nur lokal seltener.

Brutzeit im Norden von Februar bis Juni, aber auch ganzjährig nach Regenfällen möglich, im Süden von September bis Januar. Die Bruthöhle befindet sich in Bäumen oder hohlen Ästen in ca. 6 m Höhe. Einige Nester befinden sich in umgefallenen Bäumen und Zaunpfählen. Das Gelege, das aus 3-5 Eiern besteht, wird 19 Tage bebrütet. Das Weibchen brütet alleine. Im Alter von 5 Wochen fliegen die Jungvögel aus und bleiben noch einige Zeit bei den Eltern.

Nahrung: Großsittichfutter, auch mit Wildsamen oder Grassamen angereichert, viel Obst und Gemüse, Grünfutter, Beeren, gelegentlich Keimfutter, gelegentlich Eifutter oder alternatives tierisches Ersatzfutter, z.B. getrocknete Garnelen, gelegentlich Kolbenhirse, wenige Kräcker, frische Knabberzweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Haltung: In den Volieren findet man hauptsächlich die Unterart Blaßkopfrosella, deshalb geht es in der folgenden Beschreibung v.a. um diese Unterart.
 
 
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Zimmervoliere mit zusätzlichem Freiflug. Eine Voliere aus Holz ist möglich. Mindestmaße für 1 Paar:
3-4 x 1-1,50 x 2m LxBxH

Mindestmaße Schutzraum: 1 x 1-1,50 x 2m LxBxH

Frostfreier. besser mäßig warmer Schutzraum

Der Blaßkofprosella eignet sich nicht für die Käfighaltung

Blaßkopfrosellas sind normalerweise unverträgliche Sittiche, die auch außerhalb der Brutzeit nur paarweise gehalten werden sollten. Viele Züchter empfehlen auch in den Nachbarvolieren keine arteigenen Sittiche oder andere Plattschweifsittiche zu halten.

Die Stimme der Blaßkopfrosellas ist relativ laut. Da viele Sittiche dieser Art gerne und viel nagen, sollten ihnen immer frische Knabberzweige zur Verfügung stehen. Auch eine Badegelegeheit sollte stets angeboten werden. Da sich wie in der Natur gerne auf dem Boden aufhalten, ist in Außenvolieren eine vorbeugende halbjährliche Kotuntersuchung auf Würmer empfehlenswert.

Blaßkopfrosellas gelten als schwierige und laute Sittiche und auch aufgrund ihrer vergleichsweise einfachen Färbung als wenig beliebt bei Züchtern und Haltern. Deshalb werden sie nur selten gehalten, vorwiegend von Züchtern und in Vogelparks. Ich habe nur sehr selten Blaßkopfrosellas bei Privathaltern gefunden, meiner Erfahrung nach oft als Einzelvogel gehalten. In den Zuchtvolieren findet man leider auch viele Mischlinge mit anderen Sitticharten. Es sollte darauf geachtet werden reine Blaßkopfrosellas zu bekommen und diese artgleich zu verpaaren, um eine Reinerhaltung zu gewährleisten.

Blaßkopfrosellas sind für Anfänger in der Sittichhaltung meiner Meinung nach wenig geeignet. Wegen ihres Flugbedürfnisses, ihres Verhaltens und ihrer Stimme sind sie auch für die Wohnungshaltung nicht zu empfehlen.

Lebenserwartung: ca. 20-25 Jahre, gelegentlich mehr
Zucht: Die Zucht von Blaßkopfrosellas gilt als nicht einfach. Besonders bei nicht harmonisierenden Paaren kann der Hahn die Henne gegenüber sehr aggressiv werden und sie bis zur Erschöpfung jagen. Dieses Verhalten kann auch bei harmonisierenden Paaren auftreten und ist auch bei anderen Sitticharten bekannt. Es ist bereits schwierig ein harmisches Paar zusammenzustellen. Deshalb sollte man möglichst versuchen ein blutsfremdes harmonisches Paar zu bekommen.

Wie bei den anderen Plattschweifsitticharten auch können die Rufe der anderen Blaßkopfrosellas oder anderer Plattschweifsitticharten offenbar brutstimulierend wirken, wenn diese Sittiche außer Sichtweite sind und es deshalb nicht zu Aggressionen und zur Ablenkung von der Brut kommen kann.

Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen gefüttert. Die Jungvögel werden später auch vom Hahn gefüttert. Nistkastenkontrollen sollten möglichst durchgeführt werden, wenn das Weibchen den Kasten verlassen hat. Sollte eine weitere Brut folgen sollten die selbständigen Jungvögel von den Elternvögeln getrennt werden. Die Volierengitter sollten vorsorglich mit Zweigen oder ähnlichem bedeckt werden, damit sich die Jungvögel bei ihren ersten Flugversuchen nicht durch schnelles Gegenfliegen verletzen.
 

Daten (durchschnittliche Erfahrungswerte von Züchtern):
 
Bruten / Jahr: 1, manchmal 2.
Brutzeit: ab ca. April / Mai
Nistkastenmaße: ca. 30x30x40 cm LxBxH oder
Baumstammhöhle, Durchmesser ca. 25 cm, Höhe ca. 70 cm
Einschlupflochdurchmesser: 8 cm
Bodenbelag: Sägespäne, Baummulm
Gelege: 5-8 Eier
Legeabstand: 2 Tage
Brutdauer: ca. 19-20 Tage
Nestlingszeit: 5 Wochen
Selbständigkeit: ca. 2 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 6,0 mm Ø
Beringung: ca. 7.-10. Lebenstag

Mischlinge: mit Rosella, Pennantsittich, Stanleysittich, Bauer's Ringsittich, Kragensittich, Barnardsittich, Gelbsteißsittich, Singsittich, Brownsittich, Rotkappensittich
Mutationen: Schecke, Blau, Zimt
Links: Die Erbgänge bei der Vererbung von Farbmutationen von der AZ-AGZ-IG Plattschweifsittiche
Fotos von Mutationen (Schecke und Blau) von der AZ-AGZ-IG Plattschweifsittiche
Literatur über Plattschweifsittiche:

Weitere Literaturempfehlungen finden Sie in der Literaturliste.


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