| Vitamin-A-Mangel ( = Vitamin-A-Hypovitaminose) ist an sich keine Krankheit.
Er kann jedoch einige Krankheiten hervorrufen oder begünstigen und
wird deshalb bei den Krankheiten mit aufgeführt.
Vitamin A ist am Aufbau der Schleimhautzellen (z.B. der Augen, des Atmungs-
Verdauungs- und Fortpflanzungstrakts). Kommt es zu einem Vitaminmangel,
können die Schleimhäute nicht mehr ausreichend Schleim produzieren,
die Schleimhäute trocknen aus und Krankheitserreger können leichter
eindringen.
Mögliche Symptome:
Folgende Krankheiten können z.B. durch Vitamin-A-Mangel verursacht
oder begünstigt werden:
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übermäßige Verhornung der Beine und Füße
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Aspergillose (Schimmelpilzbefall)
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Kropfentzündung
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Zuwachsen der Nasenlöcher
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metaplasierendes Speicheldrüsengranulom (etwa erbsengroße Schwellung
an der Zunge, kann operativ entfernt werden)
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Sohlenballengeschwür
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Augen: verstärkter Tränenfluss, später trockene Nickhäute
; ggf. Schädigung der Netzhaut, Erblindung
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Bindehautentzündung
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Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut)
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Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
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Begünstigung der Vermehrung von vorhandenen Parasiten
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vermutlich Mit-Ursache für Gicht
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Trichomonaden
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Störung der Embryonalentwicklung im Ei
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Störung des Knochenwachstums der Jungvögel
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Störung des Immunsystems
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gestörte Fortpflanzungsfähigkeit
Mögliche Ursachen:
Vitamin-A-Mangel gibt es bei Sittichen relativ häufig. Er kann
durch einseitige Ernährung (z.B. bei Obst- und Gemüseverweigerern)
entstehen.
Diagnose:
Anhand der Symptome, ggf. Abstriche, Kotuntersuchungen, Röntgen.
Therapie:
Der Sittich sollte von einem Fachtierarzt
untersucht werden. Krankheiten müssen behandelt werden. Der Tierarzt
kann bei Bedarf eine stärkende Injektion verabreichen, in der u.a
Vitamin A enthalten ist. Sie ist in diesem Fall für den Anfang oft
effektiver als die Gabe von Obst
und Grünfutter etc. (die vielleicht auch gar nicht gut angenommen
werden ("Obstverweigerer")). Diese
Injektion kann im Abstand von wenigen Tagen wiederholt werden, um die Zellerneuerung
und damit den Zellschutz zu unterstützen.
Überprüfen Sie Ihre Ernährung und passen Sie sie bei
Bedarf eventuell an. Eine abwechslungsreiche
Ernährung ohne täglichen Kräcker ist sehr wichtig für
die Erhaltung der Gesundheit.
Folgendes Futter enthält viel Vitamin A:
Eidotter (gekochtes Eigelb oder Eifutter),
Lebertran, Leber. Die Vorstufe dieses Vitamins (das Karotin) ist in Getreidekeimlingen,
Karotten, Vogelmiere, Löwenzahn, Brokkkoli, Hagebutten, Ebereschen,
Feldsalat oder Kresse enthalten. Diese Vorstufe wird in der Vogelleber
zu Vitamin A synthetisiert. Zur Vorsorge sollten den Sittichen dieses Grünfuttter,
Gemüse und die Beeren häufiger anbieten.
Da die Vitamine aus Obst,
Gemüse, Grünfutter, Ei etc. alleine in Krankheitsfällen
häufig nicht ausreichen, sollten Sie nach Absprache mit dem Fachtierarzt
bei Bedarf über die nächsten Wochen ein entsprechendes Vitaminpräparat
in das Futter oder Wasser geben. Es gibt spezielle Vitamin A-C-E-D-Lösungen
beim Tierarzt oder auch in verschiedenen Online-Shops für Vogelzubehör.
Achtung: Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A
können überdosiert werden, deshalb ist die Dosierungsanleitung
unbedingt einzuhalten. Mehr ist in diesem Fall nicht besser!
Eine Überdosierung von Vitamin A nur über
Obst oder andere Futtermittel ist nicht möglich!
Vorbeugend:
Zur Vorsorge sollten Sie gut auf die Vitaminversorgung ihrer Sittiche
achten, um eine Mangelernährung
zu vermeiden. Nimmt ein Sittich kein oder nur wenig Obst an gibt in der
Rubrik "Ernährung" Tipps für
Obstverweigerer. Zunächst können Sie auch auf Vitaminpräparate
zurückgreifen, bis der Sittich oder die Sittiche sich an das Obst
oder Alternativen gewöhnt haben.
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