| Zink - eigentlich lebensnotwendig!
Zink (ZN) gehört zu den lebensnotwendigen sogenannten "essentiellen"
Spurenelementen, die der Vogelorganismus täglich benötigt. Es
wird vom Organismus nicht selbst hergestellt und muss daher von außen
über die Nahrung zugeführt werden. Zink ist in viele Stoffwechselprozesse
(z.B. Eiweiß- und Fettstoffwechsel) eingebunden und außerdem
wichtig für die Funktion verschiedener Hormone. Es hat unter anderem
Einfluss auf das Wachstum, die Haut, die Federbildung und die Fruchtbarkeit.
Es wirkt sich außerdem positiv auf das Immunsystem und die Wundheilung
aus.
Zinkmangel
Ein Zinkmangel hat Knochenmissbildungen, trockene Haut, Befiederungsstörungen
und bei Zuchtvögeln eine schlechte Befruchtung und hohe Embryonensterblichkeit
zur Folge. Der Sittich wird anfälliger für Infektionen, Wunden
heilen schlechter.
Allerdings kommt ein Zinkmangel nur selten vor, da Zink in der Nahrung
normalerweise ausreichend vorhanden ist. Die Zinkresorption (= die Aufnahme
von Zink) im Vogelorganismus kann allerdings durch einen Überschuss
z.B. an Calcium, Eisen oder Kupfer erschwert werden.
Nahrungsquellen
Getreide (Hirse, Weizen, Haferflocken), Hülsenfrüchte, Nüsse
und Bierhefe enthalten einen vergleichsweise hohen Anteil an Zink. Getreide
und Hülsenfrüchte können auch als Keimfutter
angeboten werden. |
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Eine zu hohe Dosis ist gefährlich!
Obwohl Zink also lebenswichtig ist, wirkt ab einer bestimmten Dosierung
toxisch (giftig). Eine "Überdosierung", z.B. durch eine stark erhöhte
Zinkaufnahme durch Belecken oder Beknabbern zinkhaltiger Gegenstände
ist deshalb gefährlich für Sittiche. Viele Sittiche sterben leider
an einer akuten oder chronischen Zinkvergiftung, wenn diese nicht rechtzeitig
erkannt und behandelt wird.
Vorkommen:
Bei allen Papageienvögeln, die in verzinkten Käfigen oder
Volieren leben oder Zink aus anderen Quellen im Käfig, der Voliere
oder im Haushalt aufnehmen können, besteht die Gefahr einer akuten
oder chronischen Zinkvergiftung. Alle Sittiche nagen und klettern gerne.
Sowohl durch das Benagen und Belecken zinkhaltiger Gegenstände (z.B.
Käfiggitter oder Vogelspielzeug) als auch durch das Klettern am Käfiggitter,
bei denen die meisten Sitticharten den Schnabel zur Hilfe nehmen, können
Zinkpartikel aufgenommen werden.
Die Anzahl an Vögeln mit einer diagnostizierten Zinkvergiftung
steigt, seit diese Erkrankung insbesondere bei Fachtierärzten,
aber durch Diskussionen in Internet-Foren auch bei den Haltern, mehr ins
Bewusstsein gerückt ist und häufiger auf diese Vergiftung hin
untersucht wird. |
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| Mögliche Symptome:
Akute Zinkvergiftung:
Bei einer akuten Zinkvergiftung, bei der innerhalb kurzer Zeit
größere Mengen Zink aufgenommen wurden, sind die Symptome viel
deutlicher als bei einer chronischen Zinkvergiftung.
Häufig sind folgende Symptome zu beobachten:
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(blutiger) Durchfall
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Erbrechen
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zentralnervöse Störungen (Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen,
Lähmungen, Kopfschiefhaltung)
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Magen-Darm-Probleme
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Nierenfunktionsstörungen (z.B. hellroter Harn)
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Leberfunktionsstörungen (z.B.gelber Harn)
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Apathie
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Nahrungsverweigerung, dadurch
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Gewichtsverlust
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Atemnot
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übermäßiges Trinken (Polydipsie)
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Blindheit
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Todesfolge
Chronische Zinkvergiftung:
Bei einer schleichenden (chronischen) Zinkvergiftung, wenn über
einen längeren Zeitraum kleine Mengen an Zink aufgenommen werden,
werden Symptome erst bei einer fortgeschrittenen Vergiftung sichtbar. Diese
sind meist recht unspezifisch, so dass selbst Fachtierärzte
häufig nicht (gleich) an eine Zinkvergiftung als Ursache denken.
Folgende Symptome können bei einer chronischen Zinkvergiftung
auftreten:
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veränderter Kot, z.B. Polyurie oder grünlicher Kot. Bei
einer Polyurie ist der Kotanteil fest, der cremige weiße Harnanteil
dagegen ist flüssig und durchsichtig. Eine Polyurie ist immer ein
Hinweis darauf, dass die Nierenfunktion beeinträchtigt ist.
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Mattigkeit und Schwäche
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aufgeplustertes Gefieder
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schlechtes Gefieder
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eventuell kann Federrupfen ein
Symptom sein, dies ist meines Wissens bisher aber nur ein Verdacht
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gehäufte Infektionsanfälligkeit mit anderen Krankheitserregern
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Erbrechen oder Würgen
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Abmagerung
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auf dem Röntgenbild kann z.B. die Leber vergrößert
oder der Drüsenmagen erweitert sein
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Todesfolge
Es müssen nicht alle Symptome vorhanden
sein und und sie müssen nicht zur gleichen Zeit auftreten!
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Wichtig!
Das Immunsystem wird durch die ständige
Zinkaufnahme geschwächt und so empfindlich gegenüber anderen
Krankheitserregern. Deshalb werden häufig diese Krankheitserreger,
die z.B. über eine Kotprobe entdeckt werden, behandelt, nicht aber
die Zinkvergiftung selbst. |
Sollte eine Zinkvergiftung nicht rechzeitig entdeckt werden kann
der Sittich an den Folgen sterben.
Mögliche Ursachen bzw. Zinkquellen:
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Anknabbern von verzinktem Volierendraht oder Käfiggitter (Foto rechts:
Adelaidesittich
an Volierendraht)
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Anknabbern oder Belecken von Zinknasen am Käfig- oder Volierengitter
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Anknabbern oder Belecken von Spielzeug mit verzinkten Karabinerhaken, Ketten,
Schrauben usw.
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verzinktes Vogelspielzeug,
z.B. verzinkte Glöckchen
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verzinkte Bilderrahmen in der Wohnung
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Messinggegenstände (Messing ist eine Legierung aus Zink und Kupfer)
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Zinkverbindungen in Wandanstrichen
Verzinkte Gegenstände enthalten Zinkionen, die bei der Aufnahme
durch Knabbern oder Lecken in den Vogelkörper aufgenommen werden und
zu Vergiftungen führen.
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Ab welchem Wert ist die Zinkkonzentration toxisch?
Zink ist für den Papageienvogel, ebenso wie für den Menschen,
ein wichtiges Spurenelement. Eine geringe Aufnahme muss deshalb nicht gleich
giftig sein. Allerdings ist auch in Fachkreisen nicht genau bekannt, ab
welcher Dosierung Zink genau toxisch wirkt. Neben den fehlenden Studien
kommt hinzu, dass bei verschiedenen Sittich- und Papageienarten unterschiedlich
hohe Dosen toxisch wirken.
Mir sind nur wenige Studien bekannt, die sich mit der toxischen Dosierung
bei Sittichen befassen:
1. Studie mit 80 gesunden Nymphensittichen (Nymphicus
hollandicus) 1
1992 wurden in einer Studie 80 gesunden Nymphensittichen beiderlei
Geschlechts 6 Wochen lang sowohl reine Zinkpartikel als auch Partikel einer
galvanisierten Volierenbeschichtung in unterschiedlichen Dosierungen über
das Futter gegeben. Ab einer Dosierung von 32 mg pro Woche erkrankten die
Nymphensittiche schwer und starben oder mussten innerhalb von zwei Wochen
eingeschläfert werden. Bei dieser Dosierung war also eine akute Zinkvergiftung
die Folge. Eine Dosierung von 2 mg pro Woche führte zu einer chronischen
Zinkvergiftung mit Symptomen wie Mattigkeit, Gewichtsverlust und periodischen
grünlichem Kotabsatz. Reines Zink wirkte genauso toxisich wie galvanisiertes
Zink. Weißer Rost (Zinkoxid) war ebenfalls toxisch.
Die Sektion war weitgehend unauffällig, abgesehen von Anzeichen
für eine Beeinträchtigung der Peristaltik des Magen-Darm-Trakts
und degenerativen histologischen (= gewebliche) Veränderungen in Leber,
Nieren und Pankreas (=Bauchspeicheldrüse). Unter dem Begriff "Peristaltik"
versteht man die wellenförmige Bewegung des Magen-Darm-Trakts zum
Weitertransport der Nahrung. Die Zinkkonzentration im Gewebe, besonders
der Bauchspeicheldrüse, waren ausgesprochen hoch.
2. Studie zur Untersuchung der Zinkkonzentrationen in
Leber und im Plasma / Serum bei verschiedenen Papageienvögeln 2
Aufgrund der wenigen vorhandenen Daten für Papageienvögel
wurde in den USA zwischen 1990 und 1998 eine Studie durchgeführt,
im Rahmen derer verschiedene klinisch gesunde Sittich- und Papageienarten
auf die Zinkkonzentration in Leber und Serum / Plasma untersucht
wurden. Die meisten veröffentlichten Studien beziehen sich auf Geflügel,
deren Zinkwerte auch häufig als Referenzwerte für Tierärzte
galten.
Serum und Plasma konnten in dieser Studie aufgrund von technischen Voraussetzungen
allerdings nicht getrennt berücksichtigt werden. Deshalb wurden Serum
und Plasma zusammengefasst und zusammen beurteilt.
Die Ergebnisse zeigten, dass es große Unterschiede in den normalen
Zinkkonzentrationen zwischen den verschiedenen Papageiengattungen gibt.
So wurde bei Kakadus eine höhere normale Zinkkonzentration im Serum
oder Plasma gefunden als bei allen anderen Papageienvögeln. Die Zinkwerte
der klinisch gesunden Kakadus lagen bei bis zu 3,41 ppm. Auch Edelpapageien
weisen im Vergleich mit anderen Papageienvögeln eine hohe normale
Zinkkonzentration im Serum oder Plasma auf.
Zum Vergleich: die durchschnittliche physiologische Zinkkonzentration
im Serum / Plasma lag bei 2 ppm oder darunter.
Außerdem wurde festgestellt, dass die Zinkkonzentrationen unter
den Werten des Geflügels lagen und und man deshalb davon ausgehen
müsse, dass die toxischen Werte dementsprechend ebenfalls unter denen
des Geflügels liegen. Es ist deshalb wichtig, dass der Tierarzt die
Referenzwerte der jeweiligen Sittich- bzw. Papageienart kennt oder nachschlagen
kann und nicht die Referenzwerte für Geflügel heranzieht.
Weitere Maßeinheiten:
Auch in einem in einer Fachzeitschrift genannten Fall, in dem ein 2,5
Jahre altes Kakadupärchen mit unspezifisichen Symptomen wie Apathie,
Erbrechen,
Durchfall
und Atemnot vorgestellt wurde, wurde ein
Referenzwert von 3 ppm herangezogen. 3
In verschiedenen Literaturquellen werden verschiedene Zinkwerte angegeben,
ab denen ein Verdacht auf eine Zinkvergiftung besteht, z.B.:
Kaleta: Zinkwert von über 2 ppm4
Pees: Zinkwert von über 3 ppm5
ppm = Maßeinheit: "parts per million" =
"Teile einer Million"
1 ppm = 1mal 10-6 oder 1/1.000.000
Teil eines Ganzen |
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Diagnose:
| Eine Diagnose ist wie erwähnt bei einer chronischen
Zinkvergiftung nicht leicht zu stellen. Meist werden Infektionen als Ursache
vermutet. Weisen Sie Ihren Tierarzt
deshalb immer darauf hin, falls die Möglichkeit besteht, dass Ihr
Vogel an einem verzinkten Draht oder Spielzeug geknabbert oder geleckt
hat.
Akute Zinkvergiftung:
Besonders bei einer akuten Zinkvergiftung kann der Tierarzt
oft schnell einer erste Verdachtsdiagnose anhand der Symptome stellen.
Mittels Röntgen, Blutbild oder einer Untersuchung
der organischen Gewebe bei einer Sektion kann die Verdachtsdiagnose
bei Vorliegen einer Zinkvergiftung bestätigt werden.
Auf dem Röntgenbild können die Zinkpartikel bei einer akuten
Zinkvergiftung eventuell im Muskelmagen und Drüsenmagen erkennbar
sein. Außerdem sind Drüsenmagen und Darmschlingen häufig
erweitert.
Chronische Zinkvergiftung:
Bei chronischen Vergiftungen kann das Röntgenbild allerdings nicht
immer einen genauen Aufschluss geben. In diesen Fällen ist eine Blutuntersuchung
notwendig. |
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Therapie:
Sie sollten erkrankte Sittiche immer sofort zu einem Fachtierarzt
bringen. Eine schnelle Behandlung kann Leben retten. Sollten die Symptome
auf eine Zinkvergiftung hinweisen oder Sie den Verdacht haben, dass eine
Zinkvergiftung (zusätzlich) vorliegen könnte, sollten Sie dieses
dem Tierarzt mitteilen.
Medikamente sollen dafür sorgen, dass das Zink aus dem Körper
geschwemmt und die weitere Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt unterbunden
wird. Die Art der Therapie ist abhängig von der Größe der
Zinkpartikel:
-
Bei kleinen Zinkpartikeln erfolgt die Therapie mit verschiedenen
Mitteln, aber auch zusätzlicher Flüssigkeitssubstitution z.B.
mit Ringerlösung mehrmals am Tag. Vitamingaben unterstützen den
Nervenapparat und die Zellregeneration.
-
Bei größeren Zinkpartikeln kann versuchsweise Grit angeboten
werden, der beim Zerkleinern der Teilchen helfen kann, so dass eine entsprechende
Therapie folgen kann. Wenn die Partikel zu groß sind können
sie eventuell chirurgisch entfernt werden.
Da die Zinkpartikel den Magen-Darm-Trakt schädigen wird häufig
eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika und Antimykotika (Medikamente
gegen Pilze) empfohlen. Dies ist vom Einzelfall abhängig.
Die Therapie dauert einige Tage, die Vögel bleiben in dieser Zeit
beim Tierarzt oder in der Klinik. Der Erfolg der Behandlung hängt
von der Menge an aufgenommenem Zink sowie der Schnelligkeit des Behandlungsbeginns
ab. Deshalb ist eine akute Vergiftung nicht selten besser heilbar als eine
chronische Vergiftung, deren Symptome erst mit der Zeit vermehrt sichtbar
werden. Aber auch bei akuten Vergiftungen kann man nicht genau wissen,
wie groß die Schädigung von Organen ist. Spätfolgen sind
daher möglich. Aus diesem Grund empfiehlt es sich die Organe auch
nach der medizinischen Therapie über einen längeren Zeitraum
weiter zu unterstützen.
Unterstützend: Wenn der Vogel
wieder zu Hause ist es empfehlenswert Nieren und Leber weiter zu unterstützen:
-
Der Vogel sollte viel trinken (z.B. Nierentee, abgekühlt und zur Hälfte
mit Wasser vermischt, oder Tyrode Lösung).
-
Vitamine, besonders Vitamin
A (das "Zell-Vitamin" zur Unterstützung der Nieren und der Regeneration
der Leber), B-Vitamine (Nerven), Vitamin C (zur Unterstützung des
Immunsystems) und K (Stoffwechsel)
-
phytotherapeutische Therapie (d.h. Behandlung mit pflanzlichen Mitteln),
z.B. mit Phytorenal-F® (erhältlich beim Tierarzt)
oder Mariendistel (Wirkstoff Silymarin, so nennen sich auch verschiedene
medizinische Präparate zur Behandlung von Lebererkrankungen)
-
homöopathische Therapie (Informationen beim Tierarzt
oder Tierheilpraktiker)
Hinweis:
Noch immer ist die Meinung, dass bei den Volieren die Zinknasen
das Problem seien und das man deshalb auf Zinknasen achten sollte, weit
verbreitet. Zinknasen stellen vielleicht eine größere Motivation
zum daran Knabbern und Lutschen dar, sind aber letztendlich genauso gefährlich
wie Zinkdraht selbst.
Kann man einer Zinkvergiftung vorbeugen?
Sichere Lösung:
Als einzige sichere Lösung bei Käfigen
und Volieren gilt derzeit
Edelstahl. Leider gibt es noch immer nur
wenige spezialisierte Händler, die Volieren nach Maß anfertigen
oder Edelstahl zum Selberbauen verschicken. Und leider ist beides sehr
teuer. Wer ganz sichergehen will und wer die Möglichkeit dazu hat
sollte dennoch auf diese Lösung zurückgreifen, denn dann kann
nichts passieren. Diese Volieren halten auch sehr lange, schützen
Vogelleben und die Bezahlung teurer Behandlungen, so dass die Investition
auf jeden Fall lohnt.
Probleme bei anderen Käfigen:
1. Beschichtete Käfige:
Leider bestehen heutzutage immer noch die meisten Volieren aus verzinktem
Draht, an dem Papageienvögel gerne knabbern und lecken. Zur Lösung
des Zinkproblems bieten einige Hersteller
pulverbeschichtete
Volieren an. Ob und bei welchen Marken in diesem Material
tatsächlich ganz auf den Einsatz von Zink verzichtet wurde ist leider
nicht bekannt.
2. Galvanisierte Käfige bieten keinen
100%igen Schutz vor einer Zinkvergiftung! Auch bei der Haltung in
solchen Käfigen wurden Zinkvergiftungen beobachtet.
Die Autoren der oben erwähnten Studie, in der 80 Nymphensittiche
mit feinen Zinkpartikeln gefüttert wurden1,
empfehlen die Voliere sehr sorgfältig mit einer Drahtbürste zu
reinigen und gut zu überprüfen, bevor Sittiche und Papageien
eingesetzt werden. |
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3. "Behandlung" von Zinkdraht:
Draht wird in vielen Baumärkten draußen gelagert,
wo das Zink dann oxidieren und so ungefährlich werden soll. Früher
gab es in den verschiedenen Foren auch oft den Tipp, neuen glänzenden
Zinkdraht mit Essig abzuwaschen, um den gleichen Effekt zu erzielen.
Immer mehr Fachleute halten diese "Vorbehandlung" oder die Vorbehandlung
des Halters durch Abwaschen und Abbürsten mit Essigwasser für
nicht
ausreichend! Wie in der Studie mit den 80 Nymphensittichen1
bewiesen wurde, ist Zinkoxid ebenfalls giftig.
Wer aus Kostengründen nicht auf ein Zinkgitter verzichten kann
sollte sehr auf die Qualität achten und nur qualitativ gut verarbeiteten
Zinkdraht verwenden. Dieser Zinkdraht darf keine Zinknasen enthalten und
sollte auch gut in der sonstigen Verarbeitung sein.
4. Farbanstriche und Kunststoffüberzug
Auch Farbanstriche für Außenvolieren werden diskutiert.
Um die Vögel besser sehen zu können sind z.B. grüne Anstriche
für Außenvolieren beliebt. Der Zinkdraht wird überstrichen
und kann so von den Vögeln nicht mehr erreicht werden. Leider knabbern
Papageienvögel die Farbe genauso an wie eine Kunststoffummantelung,
deshalb ist beides ebenfalls keine sichere Lösung
5. Aluminium gilt nicht mehr als allzu sicher, da es beim Menschen
ebenfalls zu Schäden führen kann, deshalb sind auch Schäden
bei Vögeln nicht auszuschließen. |
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Empfehlenswert:
Meiden Sie verzinkte Gegenstände in der Umgebung Ihrer Sittiche!
Entfernen Sie verzinktes Vogelspielzeug, verzinkte Ketten und Schrauben
und eventuell verzinkte Futter- und Wassernäpfe aus dem Käfig
und der Voliere. Entfernen Sie zinkhaltige Gegenständen im Haushalt,
mit denen Ihre Sittiche in Kontakt kommen könnten.
Empfehlenswert: Ablenkung!
Um Sittiche und Papageien möglichst vom Knabbern am verzinkten
Volierengitter abzuhalten empfiehlt es sich ihnen möglichst immer
Knabbermöglichkeiten
anzubieten. Hier bieten sich besonders
ungiftige
Knabberzweige, auch mit Blättern, Knospen und Blüten, an.
Außerdem kann Naturholzspielzeug aus Ästen, das Sie im
Handel kaufen oder auch selbst aus ungiftigen Zweigen basteln können,
den Nagetrieb der Sittiche auf ungefährliche Gegenstände lenken.
Zusätzlich bieten Korkrinde oder Gemüse
wie z.B. Karotten sowie Gritsteine weitere Knabbermöglichkeiten.
Schöner Nebeneffekt: Sie können Ihren Vögeln eine interessante
Beschäftigungsmöglichkeit bieten.
Trotzdem: Da die Sittiche schon beim Klettern mit dem Schnabel
Zinkpartikel aus dem Volierengitter aufnehmen können sind diese Ablenkungsmaßnahmen
leider ebenfalls nicht 100%ig sicher! Aber je mehr Kletter- und Knabbermöglichkeiten
vorhanden sind, desto weniger wird oft am Gitter geklettert. Trotz des
Nageangebotes sollte natürlich noch ausreichend Platz im Käfig
bzw. der Voliere vorhanden sein, damit die Sittiche sich ausreichend bewegen
können. Auch regelmäßiger Freiflug
ist in Innenhaltung mit vergleichsweise kleinen Zimmervolieren wichtig!
Zusätzlich zu den Ästen können Schaukeln und Korkrinden
angeboten werden. Artgleiche Gesellschaft trägt dazu bei, dass sich
die Sittiche innerhalb der Paarung oder der Gruppe beschäftigen.
Weiterführende Links:
Literaturquellen:
1 Howard, B.R.: Health
risks of housing small psittacines in galvanized wire mesh cages, Journal
of the American Veterinary Medical Association 1992 Jun 1;200(11):1667-74.
2 Birgit Puschner et.
al.: Normal and toxic zinc concentrations in serum/plasma and liver of
psittacines with respect to genus differences, Journal of Veterinary Diagnostic
Investestigation 11:522–527 (1999) (Artikel
online, auf Seite 525 ist eine Tabelle mit den untersuchten Papageien-
und Sitticharten und den Referenzwerten veröffentlicht)
3 Aizenberg, I. Miara,
L. Ulman, O.: Heavy metal toxicity in psittacine birds, Israel Journal
of Veterinary Medicine, 61:28-29 (2006)
4 Kaleta, Erhard F.
et al.: Kompendium der Ziervogelkrankheiten, Schlütersche, 2. überarb.
Aufl., 2003, S. 176
5 Michael Pees: Leitsymptome
bei Papageien und Sittichen, Enke, 2004, S. 213
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