Haushaltsgifte

 
Vorkommen:
Alle Sittiche und Papageien
 
 

Mögliche Symptome:
Atemnot, Würgen, Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen, Zuckungen, Apathie, Aufplustern, Durchfall, blutiger Kot, Bindehautentzündung, Lungenentzündung, schlimmstenfalls Tod
 
 

Mögliche Ursachen:
Reizungen der Schleimhäute (Atemwege, Augen) durch Einatmen der Dämpfe von

  • Teflon (Pfanne, Sandwich-Toaster, Raclette, Bügeleisen)
  • Raumsprays, Duftsprays, Insektensprays, Imprägniersprays für Leder (z.B. Schuhe) und Textilien
  • Lösungsmittel in Klebstoffen, Lacken, Farben
  • Haarsprays, Parfumsprays
  • gelegentlich: diverse Milbensprays aus dem Zoohandel, Sprays gegen Rupfen
Durch diese Reizungen kann z.B. eine Lungenentzündung entstehen oder die Vögel ersticken.
 

Aufnahme von

  • Alkohol
  • Nikotin (Tabak, Zigarettenrauch)
  • Koffein
  • Kochsalz (Salzgebäck, gesalzene Nudeln, Reis, Kartoffeln, Wurst, ...)
  • giftige Zimmerpflanzen, Obst (Avocado) oder Gemüse (rohe Kartoffel) (weitere Informationen)
  • Reinigungsmittel, Seife
  • Medikamente
  • Blei, z.B. in Tiffany-Lampen oder Gardinenkanten

 

Diagnose:
Anhand der Symptome.
 
 

Therapie:
Der oder die betroffenen Vögel müssen sofort zu einem Fachtierarzt gebracht werden. Je nach Vergiftung kann der Tierarzt Medikamente gegen die Stoffe verabreichen oder weitere organische Schäden zumindest einschränken.
Zusätzlich könne sie die unter "Erste Hilfe" enthaltenen Tipps anwenden.
Außerdem können Sie je nach Vergiftung in Absprache mit dem Tierarzt Vogelkohle oder Heilerde zum Binden der Giftstoffe anbieten.
Manchmal wirken Tees (z.B. Nierentee) unterstützend, da sie die Nierentätigkeit anregen und die Ausscheidung der Gifte fördern.

Bei zeitweiligen Erblindungen muss der betroffene Vogel mit der Hand gefüttert werden. Er kann auch bei andauernder Erblindung durchaus lernen auch alleine zu fressen. Blindheit ist nicht zwingend ein "Erlösungsgrund" für Vögel.
 
 

Erste Hilfe:
Bei Vergiftungen durch Sprays, Lösungsmitteln in Farben und Lacken, Teflonoder Tabakrauch sollten die Vögel sofort aus dem Zimmer gebracht und gut gelüftet werden.

Bei Alkohol-Vergiftungen sollten Sie viel frisches Wasser anbieten. Der betroffene Vogel sollte sich in einem ruhigem etwas abgedunkeltem Raum erholen können. In der Regel erholen sich die Vögel nach der Aufnahme von wenig Alkohol von alleine, da gesunde Vögel eine sehr leistungsfähige Leber besitzen und der Alkohol aufgrund des schnellen Stoffwechsels recht schnell vom Körper entsorgt wird. Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, bei Vergiftungserscheinungen den Fachtierarzt anrufen und um Rat fragen bzw. sofort dorthin zu fahren.

Bei einem Kontakt bzw. der Aufnahme von Reinigungsmitteln oder Seife sollten die Giftstoffe durch Verabreichen von Wasser verdünnt werden. Sie können die Mittel ggf. vorsichtig von betroffenen Hautstellen abwaschen.

Suchen Sie danach schnellstmöglichst Ihren Fachtierarzt auf.
 
 

Vorbeugend:
Sollten die Vögel Teflondämpfe überleben, ist in Zukunft von der Verwendung teflonhaltiger Gegenstände in Nähe der Vögel abzusehen. Vögel dürfen grundsätzlich nicht in der Küche gehalten werden! Neben Teflondämpfen sind Küchendünste auf Dauer schädigend, außerdem sind Gefahrenquellen wie Herdplatten, mit Wasser gefüllte Schüsseln und Töpfe und herumliegende spitze Gegenstände (Messer, Gabeln, ...) eine zu große Gefahr. Dazu kommt, dass es der Hygiene in der Küche auch für den Menschen eher abträglich ist.

Bei der Anwendung von Sprays sollten die Vögel aus dem Zimmer gebracht und danach gut gelüftet werden. Milbensprays und Sprays gegen Federrupfen sollten nur mit Vorsicht und nach Absprache mit dem Fachtierarzt verwendet werden. Gegen Milben gibt es wirksamere und verträglichere Mittel beim Tierarzt. Bei Federrupfern muss die Ursache herausgefunden werden.

Keinen Tabak / Zigarettenunbeaufsichtigt herumliegen lassen oder in Anwesenheit der Vögel rauchen. Eine Nikotinvergiftung ist eine ernstzunehmende Angelegenheit.

Keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Cola) geben oder unbeaufsichtigt stehen lassen.

Vögel dürfen grundsätzlich kein Kochsalz, also kein menschliches Essen in Form von Salzgebäck, gesalzenen Kartoffeln, Reis oder Nudeln, Wurst oder Pommes Frites erhalten, auch nicht in kleinen Mengen, die noch nicht gleich zu offensichtlichen Vergiftungserscheinungen führen. Es kann durchaus sein, dass die Folgen einer solchen Ernährungsweise erst später zu sehen sind. In der Regel ist es dann zu spät für eine Heilung.

Bei Zimmerpflanzen sollten Sie sich immer sicher sein, dass sie ungiftig sind. Alle anderen Pflanzen sollten entfernt werden. Achtung: nicht nur das Anknabbern von Pflanzen hat häufig Vergiftungen zur Folge, sondern auch die Aufnahme der Blumenerde, die meistens nitratbelastet ist. Deshalb sollte man diese mit Sand oder Kieselsteinen abdecken. 
Seramis ist übrigens keine gute Alternative, da einige Sittiche daran knabbern und Teile verschlucken. Seramis besteht aus gebranntem Ton, der sich schnell mit Wasser vollsaugt und es nur langsam wieder abgibt. Dies kann zur Austrocknung führen und ist ungesund.
 
 

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