Bleivergiftung bei Sittichen und Papageien

Vorkommen:
Alle Sittiche und Papageien
 
 

Mögliche Symptome:
Durchfall (z.T. grünlich-blutig), Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen, hängende Flügel, Flügelzittern, abnormale Kopfhaltung, Kopfschiefhaltung, Lähmungen der Füße (faustähnliche Verkrampfung), Magen-Darm-Probleme, Nierenfunktionsstörungen (hellroter Harn), blutiger Kot, Blutarmut, Sehstörungen, Blindheit, Tod.
 
 

Mögliche Ursachen:

  • Beschichtung von Käfiggittern (die Beschichtung kann alternativ auch Zink oder Cadmium enthalten)
  • Bleikanten an Gardinen
  • bleihaltige Farben
  • Bleifassungen von Tiffany-Lampen
  • Bleiverglasungen von Schrankfenstern
  • Bleiplomben an Teppichen
  • Silikone (oft mit hohen Blei- und Zinkkonzentrationen)
  • Lametta
  • Manschetten von Sektkorken


Blei schädigt die Organe und das Nervensystem, steigert den Abbau der roten Blutkörperchen und vermindert ihre Produktion.
 
 

Diagnose:
Röntgen, anhand der Symptome, Blutbild , Untersuchung der organischen Gewebe bei einer Sektion.
 
 

Therapie:
Der oder die betroffenen Vögel müssen SOFORT zu einem FACHtierarzt oder einer Vogelklinik gebracht werden, ggf. zum Notdienst. Nehmen Sie Kot, Erbrochenes und ggf. angeknabberte Gegenstände mit, um die Diagnose zu erleichtern.

Der Tierarzt versucht das Blei durch Verabreichen eines Abführmittels und eines Gegenmittels aus dem Körper zu entfernen. Die Therapie dauert einige Tage, bis alle Bleiteile aus dem Körper ausgeschieden werden. Reichen die Mittel nicht aus, ist die Menge an Blei zu hoch oder wurde der Vogel zu spät zum Tierarzt gebracht ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um das Blei aus dem Körper zu holen.

Der Erfolg der Behandlung hängt von der Menge des aufgenommenen Bleies sowie der Schnelligkeit der Behandlung ab. Unterstützend sollten die Vögel viel trinken (z.B. Unterstützung auch durch Nierentees).
 
 

Wichtige Hinweise:
Auch wenn dies nicht in den Büchern steht - wenn Sie Ihre Sittiche an bleihaltigen Gegenständen knabbern sehen bringen Sie sie vorsichtshalber gleich zum Fachtierarzt, auch wenn die Vögel keinerlei Symptome zeigen und völlig gesund wirken! Dies heißt nicht automatisch, dass sie kein Blei aufgenommen haben! Es kann sogar einige Tage dauern bis diese Symptome auftreten und manchmal ist es dann zu spät zu handeln.

Auch wenn es in diversen Büchern heißt, dass man bei Bleikanten bei alten Gardinen aufpassen soll - auch neue Gardinen besitzen Bleikanten!! Informieren Sie sich am besten vor dem Kauf ob die Gardinen Blei enthalten und was für Alternativen es gibt oder ziehen Sie die bleihaltigen Schnüre zu Hause sofort heraus.
 
 

Prophylaxe:

Alle bleihaltigen Gegenstände im Haushalt sollten sofort entfernt werden, auch dann, wenn Ihre Sittiche oder Papageien schon jahrelang nicht daran geknabbert haben! Dies kann sich auch nach Jahren noch ändern und das Risiko sollte man nicht eingehen.

Thema Lametta:
Entsorgen Sie altes bleihaltiges Lametta und kaufen Sie für Weihnachten Lametta aus Kunststoff.
Achtung: Stanniollametta kann einen Kern aus Blei enthalten, das dafür sorgen soll, dass es schwerer ist und deshalb besser am Weihnachtsbaum hängt. Knabbern Vögel dieses Lametta an können sie ebenfalls eine Bleivergiftung erleiden.
Da die Verwendung von Lametta immer mit einem Risiko verbunden ist, z.B. dem Hängenbleiben des Vogels mit Krallen oder Flügeln, sollte man Vögel vorsichtshalber vom Weihnachtsbaum fernhalten oder auf Lametta verzichten.
 
 

Weiterführende Links:


 
URL: http://www.sittich-info.de/medizin/vergiftungen/bleivergiftung.html
Copyright © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Texten oder Textauszügen ist (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt.


  zur Liste der Krankheiten