Nierentumor

 
Vorkommen:
Alle Sittiche. Hauptsächlich Wellensittiche im Alter von 2 - 6 Jahren
  
  
  
Mögliche Symptome:
Bis es bei Nierenerkrankungen zu sichtbaren Funktionsstörungen, also erkennbaren Symptomen, kommt, ist die Niere meistens bereits stark geschädigt. Eine Therapie wird dadurch erschwert.

Typisches Symptom für einen Nierentumor ist die Lähmung eines Beines. Die Krallen bleiben in der sogenannten "Kusshandstellung", hier ein Beispiel-Foto). Außerdem kann sich die Nasenwachshaut bei Männchen von blau nach braun verfärben.
Durch den wachsenden Tumor gibt häufig weitere Symptome wie z.B. Aufplustern, Umfangsvermehrung des Bauchraumes oder Atemprobleme
Der Sittich sitzt gekrümmt auf der Stange und lässt häufig die Flügel hängen. Der Kot kann dünnflüssig werden.

Auf dem Foto rechts können Sie einen meiner Wellensittichhähne sehen. Seine normalerweise blaue Wachshaut hat sich braun verfärbt. Dies ist häufig ein Anzeichen für einen Tumor (besonders für einen Hodentumor, kann aber auch bei einem Nierentumor vorkommen). Die Verfärbung der Nasenwachshaut kann aber auch Symptom einer anderen Krankheit sein.

Verfärbung, Umfärbung Nasenwachshaut blau in braun beim Wellensittich

 

Ursachen:
Ein Nierentumor entsteht aus unkontrolliert wachsenden Nierenzellen. Die betroffenen Zellen können dadurch nicht mehr normal arbeiten, so dass die Nierenfunktion durch das Tumorwachstum beeinträchtigt wird. Der ständig wachsende Tumor kann eine Lähmung des Beines verursachen, indem er irgendwann die die Beine versorgenden Nervenbahnen einquetscht. Normalerweise ist nur ein Bein betroffen.

Außerdem kann der wachsende Nierentumor die Luftsäcke einengen und damit die Atmung erschweren.

Für die Umfärbung der Nasenwachshaut sind hormonelle Veränderungen, bedingt durch den Tumor, verantwortlich. Dies muss aber nicht in jedem Fall vorkommen. 
 
 

Diagnose:
Der Fachtierarzt kann zunächst durch Abtasten eine Vergrößerung bzw. Schwellung im Bereich der Nieren feststellen. Anhand der Symptome und eines Röntgenbildes kann die Diagnose häufig bestätigt werden. Manchmal bleibt allerdings unklar, ob es sich tatsächlich um eine Nierenvergrößerung aufgrund eines Tumors handelt oder die Nieren z.B. aufgrund einer Infektion vergrößert sind.
  
  
  
Differentialdiagnose:
Beinlähmungen können auch durch ein Trauma entstehen. Eine Verfärbung der Nasenwachshaut kann auf andere Erkrankungen wie z.B. Hodentumor oder eine chronische Krankheit hinweisen.
Atemnot und eine gekrümmte Sitzhaltung können auch durch andere Erkrankungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum verursacht werden.
  
  
  
Therapie:
Ein chirurgisches Entfernen von Nierentumoren ist leider nicht möglich.

Sie können die Funktion der Nieren mit Vitaminen, besonders Vitamin A, dem Zellschutzvitamin, unterstützen.
Außerdem gibt es verschiedene homöopathische oder phytotherapeutische Möglichkeiten zur Unterstützung, die im folgenden erläutert werden. Der Tumor kann mit diesen Mitteln nicht geheilt werden, aber der Sittich hat hiermit meist ein stabileres und besseres Allgemeinbefinden als Sittiche ohne Behandlung.

Bei einer Beinlähmung sollten Sie dem Sittich außerdem ein kleines Sitzbrett anbieten, mit dessen Hilfe er besser sitzen kann.

Rechts auf dem Foto sehen Sie ein Beispiel für ein solches Sitzbrettchen. Es ist in diesem Fall selbst gebastelt, man kann verschiedene Sitzbretter aber auch im Fachhandel bekommen. Meine behinderten Sittiche haben diese Brettchen normalerweise sehr gut angenommen und wie man sieht auch mit dem Schnabel beabeitet, für zusätzliche Beschäftigung ist also gesorgt.

Wellensittich Nierentumor Sitzbrett

Alternative Medizin:
Homöopathisch stehen verschiedene Mittel zur Unterstützung der Nieren zur Verfügung.

Im Internet wurde in den letzten Jahren außerdem viel über Tarantula Cubensis ("Nachfolger" von Theranekron, das vom deutschen Markt genommen wurde) berichtet. Es handelt sich um homöopathisch aufbereitetes Spinnengift (Tarantelgift). Dadurch wird der Tumor im Erfolgsfall zur Einkapselung gebracht, sein Wachstum wird dadurch gestört, so dass das Tumorwachstum deutlich verlangsamt oder sogar zum Stillstand gebracht wird. Es soll sogar vorkommen, dass der Tumor sich zurückbildet oder ganz verschwindet. Letztere Fälle sind mir persönlich allerdings noch nicht bekannt.
Je früher die Therapie begonnen wird, desto erfolgsversprechender ist sie. Leider habe ich persönlich bislang mehr Erfolge in der Tumorbehandlung von Säugetieren beobachtet als bei der von Vögeln.

Es gibt außerdem verschiedene homöopathische Einzelmittel oder Komplexmittel (am bekanntesten sind wohl die Komplexmittel der Firma Heel, bei denen es sich genaugenommen nicht um reine Homöopathie, sondern Homotoxikologie handelt), die den Tumor beeinflussen können.

Geben Sie hömöopathische Mittel möglichst in Keramik- oder Plastiknäpfen. Es ist ein unter Heilpraktikern umstrittenes Thema und meines Wissens ist nichts erforscht und bewiesen, aber einige Fachleute sind der Ansicht, dass Metall (z.B. Edelstahlmäpfe) die Wirkung von homöopathischen Mitteln vermindert oder sogar ganz zunichte macht.
 

Wer lieber die Phytotherapie (Kräuterheilkunde) anwendet kann zur Unterstützung der Nierenfunktion Nierentees aus der Apotheke oder Phytorenal-F® vom Tierarzt geben.

Sprechen Sie mit Ihrem Fachtierarzt oder einem Tierheilpraktiker über eine alternative Therapie. 
 

Wenn der Tumor zu groß ist oder wird und die Therapie nicht anschlägt, so dass sich der Sittich zu sehr quält, sollten Sie überlegen ihn von seinem Leiden zu erlösen, so schwer die Entscheidung auch fällt. Solange ein Vogel auch gute Phasen hat, die vielleicht sogar über einige Tage oder Wochen reichen, muss man sehr gut beobachten und abwägen, ob und wie lange man noch warten kann. Man fühlt sich bestimmt nicht gut, wenn man das Gefühl hat zu früh gehandelt zu haben. Genausowenig hat man allerdings ein gutes Gefühl dabei den Sittich zu spät erlöst zu haben. Hier könnte ein Gespräch mit dem Fachtierarzt helfen, der den Zustand seines Patienten einschätzen kann. 
 
 
Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/medizin/tumor/nierentumor.html


Copyright © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt.

  zur Liste der Krankheiten