Lipom (Fetttumor)

Vorkommen:
Alle Sittiche, vorwiegend Wellensittiche
 
 

Symptome:
Zunächst fällt meist eine Umfangsvermehrung im Brust- oder Bauchbereich auf. Bei einem Lipom handelt es sich um eine gutartige, meist abgegrenzte, verschiebbare Geschwulst. Es wächst langsam, manchmal gar nicht mehr. Manche Lipome können sehr groß werden und den Sittich behindern. Betroffene Sittiche sind oft schwerfällig und kurzatmig, können aber ein hohes Alter erreichen.
 
 

Freundlicherweise hat Frank (spatzi in den sittich-foren.de) einige Fotos seines Wellensittichs Polly zur Verfügung gestellt. Polly hatte ebenfalls ein Lipom, das operativ entfernt werden musste, da es die Gesundheit des Kleinen zu sehr beeinträchtigt hat. Das Lipom im Brustbereich ist deutlich zu erkennen.

Lipom beim Wellensittich

 

Mögliche Ursachen:
Der Name Fetttumor sagt es bereits - es handelt sich um ein Geschwulst, das sich aus entartetem Fettgewebe bildet. Ein Lipom wird durch Übergewicht / Verfettung  oder eine Unterfunktion der Schilddrüse begünstigt.
 
 

Diagnose:
Ein Lipom ist von einem Fachtierarzt anhand der Symptome und mithilfe des Abtastens meist relativ leicht zu erkennen.
 
 

Therapie:
Der Fachtierarzt muss durch eine Untersuchung klären, ob es sich überhaupt um ein Lipom oder eine andere Tumorart handelt.
Er entscheidet dann, ob eine Operation notwendig ist. Das chirurgische Entfernen eines Lipoms ist besonders dann notwendig, wenn es so groß ist, dass es die Lebensqualität des Sittichs beeinträchtigt. Er kann auch die Schilddrüse untersuchen und durch verschiedene Untersuchungen feststellen, ob diese richtig arbeitet.

Außer der Klärung der Geschwulstart und der Operation, die bei Lipomen meistens nicht notwendig ist, kann ein Tierarzt leider nicht viel weiterhelfen.
 
 

Hier geht es weiter mit Pollys Geschichte.
 
Lipom beim Wellensittich - nach der Operation

Polly nach der Operation. Er sitzt aufrecht
auf der Stange und hat die OP recht gut 
überstanden.

Lipom beim Wellensittich - nach der Operation

Polly einige Zeit nach der Operation, die
Wunde ist verheilt und der Wellensittich
wieder fit.


 

Wenn das Lipom nicht operativ entfernt werden soll kann der Tierarzt nicht viel weiterhelfen. Sie können Ihren Sittich aber mit eigenen Maßnahmen unterstützen und damit verhindern, dass das Lipom weiter wächst bzw. häufig sogar erreichen, dass es sich wieder verkleinert:
 

1. Ernährung:
Achten Sie auf fettarmes Körnerfutter. Wellensittichmischungen enthalten oft größtenteils Hirsearten, die unbedenklich sind, während Großsittichfutter häufig fettreiche Saaten wie z.B. Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthält. Sie können auch Großsittichen wie z.B. Nymphensittichen problemlos Wellensittichfutter anbieten.

Geben Sie grundsätzlich kein "menschliches Essen" und lassen Sie am auch Kräcker, Bisquits, Sittichkekse etc. weg. Ab und zu ein kleines Stück Kolbenhirse schadet nicht.

Bieten sie gesunde Alternativen an. Ihre Sittiche können z.B. mehr Obst, Gemüse und Grünfutter bekommen. Alternativ oder zur Abwechslung können Sie Quellfutter oder Keimfutter zubereiten. Es enthält bereits mehr Nährstoffe als trockenes Körnerfutter. Sie  sollten es jedoch nicht zu häufig anbieten, da Keimfutter die Brutlust fördern kann.

Frische Zweige sind ideal für Sittiche, die gerne knabbern und nagen. Sie bieten außer gesunden Inhaltsstoffen wie z.B. Mineralstoffen und Spurenelementen eine schöne Beschäftigung und tragen außerdem zum Abwetzen des Schnabels bei. Hier können Sie nachlesen, welche Baumarten geeignet sind und worauf Sie noch achten sollten.

Hier gibt es weitere Informationen zur gesunden Diät bei Sittichen.
 

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion und vermutetem Jodmangel sollten Sie vermehrt auf die Jodzufuhr achten. Sie können z.B. einen Jodkalkstein und einen Gritstein mit Jodzusätzen im Käfig bzw. der Voliere oder am Vogelbaum anbieten und zusätzlich ein Vitamin-Mineralstoffgemisch über das Futter streuen. Bei Ihrem Tierarzt können Sie auch eine Lugolsche Lösung, eine Jodlösung, erhalten. Fragen Sie Ihren Tierarzt, welches Präparat er Ihnen empfiehlt. 
 

2. Bewegung:
Sittiche sind von Natur aus sehr aktive Vögel, die weite Strecken fliegen und viel Zeit mit der Nahrungssuche verbringen. In unserer Haltung müssen wir Alternativen bieten, um unsere Vögel zu Bewegung und Beschäftigung zu animieren.

Das fängt bereits im Käfig bzw. der Voliere an. Hier sollten die Sitzstangen möglichst weit auseinander angebracht werden. Häufig reichen zwei Sitzstangen im oberen Bereich völlig aus. Damit motivieren Sie Ihre Sittiche, die Flügel zu benutzen, um auf die andere Stange zu gelangen. 

Sittiche eignen sich nicht als reine Käfigvögel, sie benötigen möglichst viel Freiflug im Zimmer. Als Landeplätze eignen sich Naturholzspielplätze aus dem Handel oder ein selbst gebastelter Vogelbaum sehr gut. Hier können Sie auch kleine Spielzeuge wie z.B. Leitern oder Schaukeln und etwas Kolbenhirse anbieten und die Landeplätze noch attraktiver gestalten. Auf ihnen können sich Ihre Sittiche dann noch länger beschäftigen anstatt sie nur als Sitzplatz zu nutzen.

Bei einzeln gehaltenen Sittichen empfiehlt es sich einen Partner dazuzuholen. Zwei Sittiche oder sogar eine Sittichgruppe sorgen für weniger Langeweile, mehr Beschäftigung und eine größere Aktivität. Die kann man als Mensch alleine leider nicht ausreichend ersetzen. Zum Thema Einzelhaltung gibt es hier vielleicht interessante Überlegungen für Sie.
 

3. Homöopathie:
Man kann auch mit homöopathischen Mitteln unterstützend behandeln. Für die richtige Mittelwahl bedarf es einer ausführlichen Anamnese (Vorbericht), pauschale Tipps kann man im Internet leider nicht geben.
Ich habe mit homöopathischen Mitteln in Kombination mit viel Bewegung (die, fallabhängig, langsam begann und vorsichtig gesteigert wurde) und gesundem abwechslungsreichem fettarmen Futter gute Erfahrungen bei Sittichen gemacht.

Wenn möglich sollten Sie das Gewicht des Sittichs regelmäßig kontrollieren, um das Futter im Bedarfsfall wieder anzupassen..

Wichtig: Sollten Sie ein Lipom erfolgreich behandelt haben heißt dies nicht, dass der Sittich wieder mit menschlichem Essen oder jeder Menge Kräcker etc. ernährt werden kann und weniger Bewegung braucht! Achten Sie weiterhin auf eine gesunde abwechslungsreiche Ernährung und viel Bewegung und Beschäftigung, denn nur so kommt es auch beim Sittich nicht wieder zum bekannten Jojo-Effekt.
 
 
 
Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/medizin/tumor/lipom.html


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