| Sittichweibchen besitzen nur einen Eierstock und einen Eileiter. Während
der Entwicklungsphase im Ei sind zwar zwei Eierstöcke und Eileiter
angelegt, allerdings reift nur der linke Eierstock heran. |
Vorkommen:
Alle Sittichweibchen
Mögliche Symptome:
Häufig fällt als erstes eine Umfangsvermehrung im Bauchraum
auf, während das Sittichweibchen gleichzeitig dünner wird. Weitere
Symptome wie z.B. Atemnot, Kotabsatzbeschwerden
oder eine Lähmung des Beines (meistens links) können auftreten.
Bei Wellensittichen
kann sich die Nasenwachshaut von braun nach blau umfärben.
Mögliche Ursachen:
Es kann ein Eierstock- oder Eileitertumor vorliegen, der durch ein
unkontrolliertes Wachstum von Eierstockzellen oder Eileiterzellen entsteht.
Diagnose:
Der Fachtierarzt tastet
den Vogel vorsichtig ab und kann so häufig bereits organische Veränderungen
in bestimmten Körperregionen feststellen. Um die Verdachtsdiagnose
abzusichern wird normalerweise zusätzlich geröngt, wenn der Zustand
des Vogels dies zulässt. Bei Bedarf können weitere Diagnosemittel
wie z.B. die Endoskopie herangezogen werden.
Therapie:
Schulmedizinisch:
Wenn der Fachtierarzt
bei Ihrem Sittichweibchen einen Tumor des Eierstocks oder des Eileiters
feststellt, wird er mit Ihnen besprechen, ob eine Operation im vorliegenden
Fall möglich ist. Ein chirurgisches Entfernen des Tumors ist
theoretisch grundsätzlich möglich, allerdings raten viele Fachtierärzte
wegen des hohen Risikos nicht selten von einer solchen Operation ab. Der
Erfolg ist u.a. vom Zustand des Vogels und der Größe des Tumors
abhängig und muss deshalb immer individuell geklärt werden.
Homöopathisch stehen verschiedene
Mittel zur Verfügung.
Im Internet wurde in den letzten Jahren viel über Tarantula
Cubensis ("Nachfolger" von
Theranekron, das vom deutschen Markt
genommen wurde) berichtet. Es handelt sich um homöopathisch aufbereitetes
Spinnengift (Tarantelgift). Dadurch wird der Tumor im Erfolgsfall zur Einkapselung
gebracht, sein Wachstum wird dadurch gestört, so dass das Tumorwachstum
deutlich verlangsamt oder sogar zum Stillstand gebracht wird. Es soll sogar
vorkommen, dass der Tumor sich zurückbildet oder ganz verschwindet.
Letztere Fälle sind mir persönlich allerdings noch nicht bekannt.
Je früher die Therapie begonnen wird, desto erfolgsversprechender
ist sie. Leider habe ich persönlich bislang mehr Erfolge in der Tumorbehandlung
von Säugetieren beobachtet als bei der von Vögeln.
Es gibt außerdem verschiedene homöopathische Einzelmittel
oder Komplexmittel (am bekanntesten sind wohl die Komplexmittel der Firma
Heel, bei denen es sich genaugenommen nicht um reine Homöopathie,
sondern Homotoxikologie
handelt), die den Tumor beeinflussen können.
Sprechen Sie mit Ihrem Fachtierarzt
oder einem Tierheilpraktiker über diese Therapieart.
Geben Sie hömöopathische Mittel möglichst
in Keramik- oder Plastiknäpfen. Es ist ein unter Heilpraktikern umstrittenes
Thema und meines Wissens ist nichts erforscht und bewiesen, aber einige
Fachleute sind der Ansicht, dass Metall (z.B. Edelstahlmäpfe) die
Wirkung von homöopathischen Mitteln vermindert oder sogar ganz zunichte
macht.
Wenn der Tumor zu groß ist oder wird und die Therapie nicht anschlägt,
so dass sich der Sittich zu sehr quält, sollten Sie überlegen
ihn von seinem Leiden zu erlösen, so schwer die Entscheidung auch
fällt. Solange ein Vogel auch gute Phasen hat, die vielleicht sogar
über einige Tage oder Wochen reichen, muss man sehr gut beobachten
und abwägen, ob und wie lange man noch warten kann. Man fühlt
sich bestimmt nicht gut, wenn man das Gefühl hat zu früh gehandelt
zu haben. Genausowenig hat man allerdings ein gutes Gefühl dabei den
Sittich zu spät erlöst zu haben. Hier könnte ein Gespräch
mit dem Fachtierarzt helfen, der den Zustand seines Patienten einschätzen
kann.
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