Anmerkung: Leider gibt es wenig Fachliteratur
zum Thema Bürzeldrüsentumor, deshalb schreibe ich hier vorwiegend
meine eigenen Erfahrungen auf.
Vorkommen:
Alle Sittiche, hauptsächlich Wellensittiche
Mögliche Symptome:
Meistens fällt als erstes das häufige Beknabbern der Bürzeldrüse
auf. Einen Tumor, der nach außen wächst, kann man ab einer bestimmten
Größe auch sehen. Häufig sitzt der erkrankte Sittich gekrümmt
auf der Sitzstange, die Schwanzspitze hängt oft nach unten.
Ursache:
Unkontrolliert wachsende Bürzeldrüsenzellen, die eine Umfangsvermehrung
zur Folge haben. Ein Bürzeldrüsentumor zerstört das umliegende
Gewebe und kann auch in die Wirbelsäule wuchern.
Diagnose:
Anhand des klinischen Bildes.
Differentialdiagnose:
Ähnliche Symptome können bei einer Verstopfung der Bürzeldrüse
auftreten.
Therapie:
Wenn Ihnen Veränderungen an der Bürzeldrüse
oder häufiges Beknabbern auffallen sollten Sie baldmöglichst
einen Fachtierarzt aufsuchen
und Ihren Sittich untersuchen lassen.
Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten:
1. Operation
Der Fachtierarzt kann
versuchen den Bürzeldrüsentumor in einer Operation zu entfernen.
2. Abbinden des Tumors
Bei einem gutartigen, nach außen wachsenden Tumor kann der Tierarzt
versuchen die Geschwulst abzubinden.
Allerdings kann das Anknabbern des Fadens oder des Tumors selbst meiner
Erfahrung nach zu gefährlichen Blutungen führen. Diese müssen
umgehend mit blutstillender Watte, Betaisodonalösung oder 3%iger Eisen-III-Chlorid-Lösung
(in der Apotheke erhältlich) gestillt werden, sonst kann der Vogel
im schlimmsten Fall sogar verbluten. Um ein Bepicken der Bürzeldrüse
oder des Fadens zu verhindern empfiehlt sich der Einsatz einer Halskrause
bis zur Genesung.
Jeder Fall sollte individuell behandelt und die Therapie mit Ihrem Fachtierarzt
besprochen werden.
Eigene Erfahrungen:
Ich habe vor einigen Jahren einen Wellensittich (ca. 6 Jahre) mit einem
gutartigen Bürzeldrüsentumor bekommen. Laut Vorbesitzern wurde
der Tumor bereits einmal abgebunden. Leider begann er bereits wieder stark
zu wachsen. Nach einiger Zeit habe ich den Tumor in der Ziervogelklinik
noch einmal abbinden zu lassen, da er zu groß wurde. Offenbar hat
dies den Wellensittich sehr gestört, so dass er ständig an dem
Faden herumknabberte und sich ständig blutig biss. Hier kann meiner
Meinung nach wie erwähnt eine Halskrause Abhilfe schaffen. Dies ist
natürlich auch nicht angenehm für Sittiche, allerdings habe ich
noch bisher leider noch keine funktionierende Alternative zu der Halskrause
gefunden. Sie kann im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten.
Homöopathie:
Im Internet wurde in den letzten Jahren viel über Tarantula
Cubensis ("Nachfolger" von
Theranekron, das vom deutschen Markt
genommen wurde) berichtet. Es handelt sich um homöopathisch aufbereitetes
Spinnengift (Tarantelgift). Dadurch wird der Tumor im Erfolgsfall zur Einkapselung
gebracht, sein Wachstum wird dadurch gestört, so dass das Tumorwachstum
deutlich verlangsamt oder sogar zum Stillstand gebracht wird. Es soll sogar
vorkommen, dass der Tumor sich zurückbildet oder ganz verschwindet.
Letztere Fälle sind mir persönlich allerdings noch nicht bekannt.
Je früher die Therapie begonnen wird, desto erfolgsversprechender
ist sie. Leider habe ich persönlich bislang mehr Erfolge in der Tumorbehandlung
von Säugetieren beobachtet als bei der von Vögeln.
Da die Behandlung von Vögeln mit Tarantula Cubensis nicht
leicht ist und der Erfolg meiner Beobachtung nach oft relativ, sollte gut
überlegt werden, welche Art der Behandlung man wählt.
Es gibt außerdem verschiedene homöopathische Einzelmittel
oder Komplexmittel (am bekanntesten sind wohl die Komplexmittel der Firma
Heel, bei denen es sich genaugenommen nicht um reine Homöopathie,
sondern Homotoxikologie
handelt), die den Tumor beeinflussen können.
Sprechen Sie mit Ihrem Fachtierarzt
oder einem Tierheilpraktiker über eine alternative Therapie.
Geben Sie hömöopathische Mittel möglichst
in Keramik- oder Plastiknäpfen. Es ist ein unter Heilpraktikern umstrittenes
Thema und meines Wissens ist nichts erforscht und bewiesen, aber einige
Fachleute sind der Ansicht, dass Metall (z.B. Edelstahlmäpfe) die
Wirkung von homöopathischen Mitteln vermindert oder sogar ganz zunichte
macht.
Sittiche mit rechtzeitig erkanntem und chirurgisch vollständig
entfernten Bürzeldrüsentumor oder gutartigen Tumoren haben eine
recht gute Aussicht noch ein langes Leben führen zu können.
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