Den richtigen Tierarzt finden
Bereits bevor einer Ihrer Sittiche krank wird, sollten
Sie herausfinden, welcher Tierarzt in der Umgebung sich auf Vögel
spezialisiert hat oder zumindest auch auf diesem Gebiet Erfahrung hat.
Viele Tierärzte in Kleintierpraxen haben leider kaum Erfahrung im
Umgang mit Vögeln, da die Behandlung von Ziervögeln im Veterinärmedizinstudium
keinen großen Raum einnimmt. Dies kann in der Praxis durchaus schlimme
Folgen haben. Das gleiche gilt für Tierheilpraktiker, in der Ausbildung
Vögel ebenfalls kaum behandelt werden.
Um einen empfehlenswerten Tierarzt zu finden, haben Sie verschiedene
Möglichkeiten:
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Freunde, Bekannte, Kollegen, die ebenfalls Vogelhalter sind
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bei Züchtern in Ihrer Umgebung
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bei Ihrem örtlichen Vogelverein
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eventuell im Tierheim
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eventuell in den umliegenden Zoohandlungen
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Wann zum Tierarzt?
Ein Sittich sollte bei Krankheitsanzeichen möglichst bald zum
Tierarzt
gebracht werden, da die Heilungschancen dann am größten sind.
Tagelanges Abwarten und Beobachten, ob sich der Zustand bessert, kann schlimme
Folgen haben. Am Wochenende ist in den meisten Städten ein Nottierarzt
erreichbar.
Einige typische Symptome für Krankheiten:
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Verweigerung
der Futteraufnahme
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Aufplustern und Apathie
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Würgen
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Erbrechen
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Durchfall
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Lähmungen
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Krämpfe
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Abmagern oder verfetten
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Atemnot, Atemgeräusche
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Gleichgewichtsstörungen
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Juckreiz
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Veränderungen des Federkleides (mattes Gefieder, angefressene Federn,
Federrupfen)
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Veränderung der Flügelstellung (hängender oder abstehender
Flügel)
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Veränderungen des Schnabels / der Schnabelwachshaut
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Veränderungen an den Beinen / Füßen
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Verdrehen des Kopfes
Erste Maßnahmen:
Sie sollten möglichst einen Käfig als Krankenkäfig reservieren.
Er kann ruhig kleiner sein als das normale Heim für Ihre Sittiche.
Sie sollten einen kranken Sittich von den anderen trennen, um bei ansteckenden
Krankheiten eine Übertragung zu verhindern - wenn dies nicht schon
längst geschehen ist.
Außerem benötigt ein kranker Vogel in vielen Fällen
Ruhe in einer etwas dunkleren Umgebung. Viele Sittiche genießen auch
etwas Rotlich, das Wärme und Energie spendet. Stellen Sie das Rotlicht
ca. 50 cm entfernt vom Käfig auf und hängen sie eine dünne
Decke vor die zu bestrahlende Ecke, damit das Licht den Sittich nicht so
stark blendet. Bieten Sie aber KEIN Rotlicht nach Unfällen, an, wenn
Ihr Sittich z.B. gegen eine Wand geflogen ist. Bei Kopfverletzungen kann
Rotlicht lebensgefährlich werden!
Blutungen müssen sofort gestillt werden. Zum Blutstillen wird Eisen-III--Chlorid
oder blutstillende Watte verwendet, das auf einen Tupfer oder Watte getropft
wird. Das wird auf die Wunde gedrückt, bis die Blutung vollständig
aufhört. Dies kann gegebenenfalls einige Minuten dauern. Sollte eine
Kralle nach dem Krallenschneiden bluten können Sie sie in Kernseife
drücken, bis die Blutung gestillt ist.
Für Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten Sie eine Notfallapotheke
zusammenstellen.
Transport zum Tierarzt
Am
besten geeignet sind meiner Meinung nach kleine Transportkäfige wie
auf dem Foto zu sehen. Alternativ können Sie Ihren Sittich oder Ihre
Sittiche auch in einem kleinen Käfig zum Tierarzt
bringen. Sie können auch Ihren Krankenkäfig verwenden.
Die handelsüblichen Plastikstangen in Käfigen sollten Sie
durch Holzstangen oder Naturäste
ersetzen. Sie können die Sitzäste
auch weglassen, dann sitzt der Vogel auf dem Boden. Dies ist besonders
bei Vögeln, die sich schon nicht mehr auf den Stangen halten können,
empfehlenswert. Polstern Sie den Boden mit einem weichen Tuch, z.B. einem
Frotteehandtuch.
Der Vorteil der kleinen Transportboxen ist, dass sie viel leichter zu
transportieren sind als kleine Käfige und während der Fahrt besser
festzuhalten. Transportkäfige gibt es in jedem gut geführten
Zooladen (oder z.B. auch in verschiedenen Online-Shops)
in zwei Größen zu kaufen. Die Maße dieser Transportbox
sind ca. 30x17x20 cm LxBxH. Der Käfig ist groß genug für
1-2 Wellensittiche oder einen Nymphensittich.
Der Vogel kann also genug sehen und atmen. Er kann nicht herumfliegen,
so dass die Gefahr von Verletzungen während des Transportes und während
des Einfangens beim Tierarzt geringer ist.
Besonders beim Transport von stressanfälligen oder sehr kranken
Sittichen empfiehlt es sich, den Käfig mit einer Decke abzudecken.
Die dunklere Umgebung beruhigt viele Sittiche. Außerdem können
Sie ein Stück Kolbenhirse in den Käfig geben, damit der Sittich
bei Bedarf fressen und / oder sich etwas beschäftigen und ablenken
kann.
Diagnose und Therapie des Arztes
Da es für viele Symptome verschiedene Ursachen geben kann, ist
ein ausführlicher Bericht des Vogelhalters notwendig. Folgende Informationen
könnten u.a. vom Tierarzt benötigt werden:
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Alter des Vogels
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wo erworben (Züchter, Zooladen,
Tierheim,
privat, zugeflogen)
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Krankheitssymptome
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seit wann bestehen die Symptome?
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war der Vogel schon einmal krank?
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wie wird er gehalten? (Außen-)Voliere, Käfig, Standort, Freiflug,
Futter, ...
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besitzen Sie noch andere Vögel? Zeigen diese ebenfalls solche Symptome?
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sind in letzter Zeit neue Vögel dazugekommen oder haben Sie den betreffenden
wegen Urlaubs o.ä. woanders in Pflege gegeben?
Geben Sie Medikamente nach Anweisung des Tierarztes
gegeben werden. Mehr ist nicht besser! - Es kann leicht zu schädlichen
Überdosierungen kommen.
Sollte sich der Zustand des Vogels nicht bald bessern, sollten Sie
ihm nochmals dem Tierarzt vorstellen.
Wenn sich der Zustand über einige Tage nicht bessert oder Sie der
Diagnose nicht trauen, sollten Sie möglichst einen weiteren Tierarzt
aufsuchen, um eine zweite Meinung einzuholen. Dieser kann die Diagnose
bestätigen oder korrigieren und / oder neue Medikamente verschreiben.
Wenn Sie nähere Informationen über die bei Ihren Sittichen
diagnostizierte Krankheit suchen können Sie im Krankheitslexikon
nachsehen, in dem ich viele Krankheiten bei unseren Sittichen vorstelle.
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