| Die Schilddüse befindet sich in der Nähe der großen
Halsgefäße, neben der Luftröhre. Sie reguliert den Stoffwechsel,
u.a. die Fettverbrennung und Körperwachstum und beeinflusst die Mauser. |
Vorkommen:
Alle Sittiche, besonders Wellensittiche.
Eine Schilddrüsenvergrößerung kommt heutzutage eher weniger
häufig vor.
Symptome:
Auffällig sind zunächst meist piepsende Atemgeräusche
und Atemnot. Einige Sittiche hängen mit
langgestrecktem Hals am Gitter, um die Atmung zu erleichtern. Es kann zur
Gewichtszunahme bis hin zur Verfettung kommen und auch die Bildung eines
Fetttumors (Lipom) kann vermutlich begünstigt
werden. Durch Mauserprobleme kann es zu Gefiederveränderungen
kommen, das Gefieder kann z.B. langsamer nachwachsen oder ausfallen, die
Federn können teilweise farblich verändert sein. Weitere Symptome
können Erbrechen und Kreislaufstörungen
sein.
Mögliche Ursachen:
Die Schilddrüse benötigt Jod, um Schilddrüsenhormone
zu produzieren. Hormone sind körpereigenen Botenstoffe, die den gesamten
Stoffwechsel von großer Bedeutung sind.
Ein Jodmangel verursacht eine Unterfunktion (in der Fachsprache als
Hypothyreose bezeichnet) der Schilddrüse, die sich daraufhin
vergrößert. Die vergrößerte Schilddrüse drückt
auf auf die Luftröhre und das Stimmorgan (in der Fachsprache: Syrinx),
wodurch die piepsenden oder pfeifenden Atemgeräusche entstehen können.
Da der Stoffwechsel negativ beeinflusst wird ist auch die körperliche
Leistung herabgesetzt. Dadurch kommt es zu weniger Aktivität bis hin
zur Apathie.
Diagnose:
Der Fachtierarzt erstellt
eine Diagnose anhand der Symptome und dem Ernährungsbericht des Halters.
Wenn andere Ursachen (siehe Differentialdiagnose) ausgeschlossen
werden können handelt es sich wahrscheinlich um eine jodmangelbedingte
Schilddrüsenvergrößerung.
Differentialdiagnose:
Andere mögliche Erkrankungen wie
müssen durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden.
Therapie:
Wenn Jodmangel eine wahrscheinliche Ursache für die Symptome ist
kann zusätzliches Jod über das Futter oder Trinkwasser gegeben
werden. Normalerweise handelt es sich um Natriumjodid oder Lugolsche Lösung,
die täglich in das Trinkwasser gegeben wird. Manchmal wird die Therapie
mit der Gabe von Lebertran unterstützt. Je nach Schwere der Erkrankung
kann es leider recht lange, sogar Monate dauern, bis das Gefieder wieder
normal aussieht und der Sittich wieder so aktiv wie vorher ist.
Wenn Jod in der Ernährung weitestgehend fehlt ist es empfehlenswert
zusätzlich einen Jodkalkstein anzubieten und gelegentlich ein Vitamin-Mineralstoff-Präparat
(z.B. Korvimin-ZVT) in das Trinkwasser oder über das Futter zu geben.
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