Salmonelleninfektion

auch: Salmonellose
 

Vorkommen:
Alle Sittiche.
 

Mögliche Symptome:
Die Symptome einer Salmonelleninfektion sind eher unspezifisch und abhängig von Vorerkrankungen, weiteren vorhandenen Erkrankungen und der Salmonellenart.

Eine Salmonelleninfektion muss nicht zwangsläufig zu Symptomen führen! Es gibt Sittiche, die zwar mit Salmonellen infiziert sind, aber keine oder kaum bemerkbare Symptome zeigen.

Eine Salmonelleninfektion kann ebenso zu einem leichten bis schweren Krankheitsverlauf führen, in schweren Fällen sogar mit Todesfolge. Der Sittich kann schwer erkrankt, mit hängenden Flügeln und geschlossenen Augen, auf seiner Stange sitzen. Weitere Symptome können Durchfall, auch grünlicher oder blutiger Durchfall, Abmagerung, zentralnervöse Störungen (Zittern) oder Lähmungen sein. Einige erkrankte Sittiche trinken vermehrt (Polydipsie), bei einigen kann Nasenausfluss beobachtet werden. Unbehandelt kann eine Salmonelleninfektion tödlich ausgehen.

Werden bei einer Brut die Eier infiziert können die Embryonen absterben. Schlüpfende Küken können geschwächt sein, unbehandelt sterben.
 

Ursache:
Bakterien: Salmonellen. Familie: Enterobacteriaceae.
Salmonellen sind nach dem amerikanischen Bakteriologen Daniel E. Salmon (1850-1914) benannt. Es handelt sich um gramnegative Stäbchenbakterien. Die Gattung der Salmonellen ist sehr artenreich, es sind ca. 2000 Arten bekannt.
Die Pathogenität (das bedeutet die Fähigkeit im Körper eine Krankheit auszulösen) der einzelnen Salmonellenarten ist sehr unterschiedlich. Das bedeutet, dass erkrankte Sittiche entweder keine bis wenige Symptome zeigen oder die Erkrankung schlimmstenfalls zum Tod führen kann.

Die Übertragung erfolgt über andere Tiere wie erkrankte Sittiche im Bestand, Insekten, kontaminiertes Futter, Kot, in Außenvolieren über Wildvögel und Nager. Embryonen können sich im Ei infizieren, indem die Salmonellen die Eischale durchdringen.

Die Salmonellen gelangen zunächst in den Magen-Darm-Trakt. Wenn sie hier die sogenannte Darmschranke durchbrechen (also die Darmschleimhaut durchdringen) können sie sich über das Blut außerdem in den Organen und den Gelenken verbreiten.

Sittiche, die infiziert sind, aber keine (erkennbaren) Symptome zeigen, scheiden die Salmonellen aus und sind somit auch eine (erneute) Ansteckungsgefahr für die anderen Sittiche im Bestand.

Die Inkubationszeit ist relativ kurz, sie beträgt 3-5 Tage.
 

Diagnose:
Die Symptome und eine Kotprobe ergeben eine erste Diagnose. Weitere diagnostische Untersuchungen wie Röntgen und Nachweis des Erregers z.B. aus Blut, Organgewebe oder Gelenkpunktion können einen Aufschluss über den Infektionsverlauf und die Schwere der Infektion geben.
 

Differentialdiagnose:
Andere bakterielle Infektionen, Psittakose, Pachecosche Krankheit oder Schwermetallvergiftungen können ähnliche Symptome aufweisen.
 

Therapie:
Die Behandlung einer Salmonellose ist schwierig. Erkrankte Sittiche müssen tierärztlich untersucht und therapiert werden. Behandelt wird mit Antibiotika, ein Resistenztest ist empfehlenswert.

Unterstützend während und nach einer Antibiose sollten Lactobazillen gegeben werden. Bei Lactobazillen handelt es sich um gutartige Darmbakterien. Antibiotika beseitigen nicht nur die schlechten, sondern auch die nützlichen Bakterien im Darm, was die Darmflora verändert und die Darmtätigkeit beeinträchtigen kann. Werden nützliche Darmbakterien wie Lactobazillen gegeben, wird die Darmflora geschützt und schnell wieder ins Gleichgewicht gebracht. Empfehlenswerte Lactobazillenpräparate sind PT-12 der Firma re-scha oder Bird Bene Bac (beides erhältlich z.B. über www.ricos-futterkiste.de). Bird Bene Bac ist auch beim Tierarzt erhältlich.

Der Erfolg der Therapie sollte in den nächsten Wochen regelmäßig überprüft werden, da nicht immer gleich alle Salmonellen abgetötet werden. Es kommt vor, dass die Bakterien zunächst nur reduziert, aber weiter ausgeschieden werden.

Der Erfolg der Therapie ist häufig relativ, da es schwierig ist den gesamten erkrankten Bestand erregerfrei zu bekommen. Es ist unter Umständen empfehlenswert die erkrankten Vögel von den anderen zu trennen und einzeln zu behandeln.

Wenn Gelenke betroffen sind und auf dem Röntgenbild bereits verändert erscheinen steht zu befürchten, dass die Lähmungen dauerhaft bleiben werden bzw. die Beweglichkeit des Gelenks dauerhaft eingeschränkt bleibt. In solchen Fällen muss überprüft werden, ob der Sittich trotzdem noch eine gute Lebensqualität besitzt.

Während der Therapie sollte besonders auf die Hygiene im Käfig und (Vogel-)Zimmer geachtet werden (den Boden, besonders bei Außenvolieren nicht vergessen!), Futter- und Trinkgefäszlig;e sollten regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. In Außenvolieren sollten die Näpfe im Schutzraum angebracht oder überdacht sein. Die Lagerung und die Qualität des Futters sollte überprüft werden. Es kann vorkommen, dass Nager an das Futter gelangen. Nistkästen und Transportkisten sollten desinfiziert werden. Außerdem sollte auf eine gesunde abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden.
 

Ansteckung:
Salmonellen gehören zu den sogenannten Zoonosen, das heißt, dass einige Salmonellenarten auch auf den Menschen übertragen werden können. Umgekehrt soll es auch möglich sein, dass infizierte Menschen ihre Sittiche anstecken können. Deshalb sollten Sie bei einer Salmonellenerkrankung grundsätzlich Abstand von Ihren Sittichen halten.
 


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