Erfahrungsbericht zur Bekämpfung
vor Roten Vogelmilbe
von E. Nothelfer (November 2007)
Befall mit Roten Vogelmilben (Dermanyssus gallinae)
Seit etwa drei Jahren habe ich zwei Nymphensittiche. Es handelt sich
um Käfighaltung mit täglichem Freiflug in einem Zimmer, das mir
auch als Schlaf-, Wohn- und Arbeitszimmer dient. Unter diesen Bedingungen
ist ein Befall mit Roten Vogelmilben, auch Hühnermilben, Stechmilben
bzw. Dermanyssus gallinae genannt, nahezu ausgeschlossen. Dennoch wurde
ich vor etwa einem halben Jahr von diesen Ektoparasiten heimgesucht.
Alles fing damit an, dass ich an Armen und Beinen immer mehr stark juckende,
Mückenstich-ähnliche rote Punkte vorfinden musste. Die erste
Milbe wurde dann entdeckt, als sie über den Computerbildschirm lief.
Die Blutsauger sind gerade so groß, dass man sie mit bloßem
Auge noch erkennen kann. Anfangs wusste ich natürlich nicht, dass
es sich um Milben handelte. Ich wäre auch gar nicht auf die Idee gekommen,
dass es Vogelmilben sein könnten, denn meine Nymphensittiche wiesen
keine der hier beschriebenen Symptome
auf: Sie schliefen nachts ruhig und waren tagsüber so munter und lebendig
wie immer. Die Milben waren wohl einfach noch nicht bis zu den Vögeln
vorgedrungen, deren Käfig sich in der Zimmermitte in einem Raumteilerregal
befindet. Zunächst musste ich den Parasiten als Ersatzwirt dienen.
Ich fing ein paar Milben ein, indem ich sie auf Tesafilmstreifen und
damit auf durchsichtige Folie klebte. Die so präparierten Milben schickte
ich zu einem Fachmann zur Bestimmung: An der Universität Düsseldorf
gibt es eine Expertengruppe,
welche sich mit Schädlingen und Parasiten befasst und diesen Service
wie auch die entsprechenden Gegenmittel anbietet. Die Schädlingsbestimmung
kostet dort 6,50 Euro. **
So erfuhr ich also, dass ich es mit Vogelmilben zu tun hatte. Das sind
nachtaktive Parasiten, die sich tagsüber verstecken, also nur kurz
zum Blutsaugen an den Körper gehen und einen dann wieder verlassen.
Das mutet immerhin "besser" an als Ektoparasiten, die am Körper verbleiben.
Nun machte ich auch den Test mit dem weißen Tuch über dem Käfig.
Erst konnte ich zu meiner Beruhigung keine Milben in Käfignähe
feststellen, doch nach ein paar Tagen fand ich die ersten beiden Parasiten
auf dem weißen Tuch!
Natürlich stellte ich mir die Frage, wo die Milben so plötzlich
hergekommen waren:
Ich hatte damals nämlich kein neues oder anderes Futter gekauft,
keinen tierischen Fremd-Besuch, keine neuen Äste von draußen
eingebracht und wohne außerdem im Dachgeschoß ? alles Fakten,
die einen Vogelmilbenbefall sehr unwahrscheinlich erscheinen lassen. Doch
der Düsseldorfer Experte gab mir dann die entsprechenden Hinweise:
Vor meinem Fenster sitzen immer einige Tauben. Außerdem habe
ich dort zwei leere Blumenkästen auf dem recht breiten (=tiefen) Fensterbrett
stehen. Diese waren den ganzen Winter über leer. Zu dieser Zeit hatte
ich mir einige Wochen zuvor die Plastikblumenkästen ins Zimmer hereingeholt,
um sie zu bepflanzen. Entweder befanden sich die Milben also in den Blumenkästen
oder sie sind über die Tauben gleich auf das Fensterbrett gelangt
und von dort durch das ständig gekippte Fenster geklettert...
Wichtiger als die Ursachenerforschung ist aber die Darstellung der
Gegenmaßnahmen, die sich bei mir als erfolgreich erwiesen hatten.
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Dabei hat sich Neembaumöl als wahres Wundermittel erwiesen:
die Möbel, besonders alle Ritzen, und eventuell vorhandenen Teppichboden
mit einem umweltfreundlichen, da ungiftigen Neembaumöl-Präparat
behandeln; die Milben sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber.
Zunächst habe ich mir das Neembaumöl-Mittel selbst zusammen gemischt,
weil es etwa eine Woche gedauert hatte, bis das Mittel von Alphabiocare
per Post eintraf. Dazu bin ich nach dem Rezept
der Hobbythek vorgegangen: Lebermoosextrakt, Neembaumöl-Fluid
und Alkohol. Diese Mischung ist zwar als Mittel gegen Hausstaubmilben gedacht,
aber weil das Anti-Vogelmilbenmittel von Alphabiocare laut Beschreibung
auch auf Neem aufbaut, habe ich es trotzdem mit diesen Zutaten probiert.
Die Zutaten bekommt man z. B. über Spinnrad.
Glücklicherweise befinden sich gleich zwei Spinnrad-Partner in meiner
unmittelbaren Nähe, so dass ich am selben Tag noch die Zutaten besorgen
konnte. Dieses Neembaumöl-Mittel ist absolut ungiftig für Menschen
und Vögel, tötet aber die Milben ab. Es riecht übrigens
nach Lauch. Außerdem gibt es ein fertiges Neembaumöl-Mittel
von der Fairtrade-Firma gepa, ebenfalls gegen Hausstaubmilben gedacht.
Dieses riecht sehr viel angenehmer (ein bisschen zitronig). Nach einer
Woche schließlich hatte ich dann das Neemölkonzentrat von Alphabiocare.
Aber schon bei dem von mir selbst zusammen gemixten Mittel hatte ich den
Eindruck, dass es die Milben bekämpfte. Es kamen nämlich keine
neuen Milbenbisse dazu.
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doppelseitiges Klebeband außen rings um die Fensterrahmen kleben,
so dass die Milben nicht ins Zimmer eindringen können, sondern kleben
bleiben
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bei mir waren die Milben im Bett - also das Bett neu beziehen (schon 60°-Wäsche
tötet die Milben ab)
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den Käfig aufs gründlichste mit heißem Wasser reinigen
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die gesamte Käfigeinrichtung erneuern bzw. etwa zwei Stunden im Backofen
bei 150° C erhitzen; Kork hat eine Entzündungstemperatur von 300-320°C
und Holz je nach Art eine von 280-340°C. Bei dieser Backofentemperatur
kann also nichts passieren.
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Ich habe im Käfig solche Edelstahlfutternäpfe zum Einhängen.
Bei diesen Näpfen ist der obere Rand rund nach außen gebogen.
Bei mir saßen die winzigen Milben sogar in dem so entstehenden Hohlraum,
so dass ich die Näpfe eine Weile in kochendes Wasser gegeben habe.
Auf diese Weise bin ich die Vogelmilben glücklicherweise relativ
schnell losgeworden. Die Behandlung der Zimmereinrichtung habe ich vier
Wochen lang etwa alle zwei bis drei Tage durchgeführt. Den Tierarzt
musste ich nicht konsultieren.
Dieses Schädlingsforum
kann ich übrigens allen empfehlen, welche es mit Parasiten zu tun
bekommen oder sich für diese interessieren. Beim Durchstöbern
der Forenbeiträge kann man sich vielleicht sogar ein kleines bisschen
beruhigen, weil man merkt, dass auch so viele andere Menschen hin und wieder
Probleme mit Parasiten haben, gelegentlicher Schädlingsbefall also
fast der traurige ?Normalfall? ist.
**Anmerkung Sittich-Info.de: Man kann Vogelmilben teilweise auch
bei Fachtierärzten bestimmen
lassen und hier entsprechende Mittel erwerben.
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Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/medizin/parasiten/rote-vogelmilbe-therapie.html
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Copyright © E. Nothelfer,
vielen Dank :-)
Copyright © www.sittich-info.de
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