Vorkommen:
Alle Sittiche
Vorwiegend sind Sittiche in Außenvolieren betroffen. Die Nordische
Vogelmilbe kommt viel seltener als die Rote
Vogelmilbe vor und hat deshalb keine große Bedeutung in der Sittichhaltung.
Mögliche Symptome:
Die Symptome sind ähnlich wie bei anderen Parasiten des Gefieders,
verbunden mit Unruhe, häufigem Putzen und Kratzen, eventuell Federausfall
an verschiedenen Körperstellen durch das häufige Kratzen, außerdem
Schlaflosigkeit, schlechtes Gefieder und bei längerem Befall Blutarmut,
als Folge hiervon Schwäche.
Im Gegensatz zur Roten Vogelmilbe
ist die Nordische Vogelmilbe auch tagsüber aktiv. Deshalb kann man
sie beim genauen Hinsehen als dunkle Punkte auf dem Vogel erkennen.
Ursache:
Die Nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum), ein ca. 0,8 mm
großer blutsaugender sogenannter "Ektoparasit" (d.h. ein auf dem
Vogel befindlicher Parasit), mit zwei Paar Mundwerkzeugen und vier
Beinpaaren (ihre Larven besitzen nur 3 Beinpaare). Sie ernährt sich
wie die Rote Vogelmilbe vom Blut der
Sittiche, bleibt aber im Gegensatz zu ihr permanent auf dem Vogel. Vor
dem Blutsaugen ist die Milbe gräulich bis bräunlich, nach ihrer
Mahlzeit braun bis schwarz gefärbt.
Der Entwicklungszyklus
Ei - Larve - 1. Nymphenstadium - 2. Nymphenstadium - Milbe
erfolgt temperaturabhängig innerhalb von ca. 5-12 Tagen. Die komplette
Entwicklung vom Ei bis zur Milbe erfolgt auf dem Vogel.
Die Nordische Vogelmilbe kann durch Neuzugänge aus Außenvolieren,
Wildvögel oder Nagetiere in Außenvolieren auf die Sittiche übertragen
werden. Die Vogelmilbe kann beim Blutsaugen selbst auch Bakterien, Viren
und Blutparasiten auf die Sittiche übertragen.
Diagnose:
Anhand des klinischen Bildes, Nachweis der Milben im Gefieder.
Differentialdiagnose:
Ähnliche Symptome können bei folgenden Erkrankungen auftreten:
Rote Vogelmilbe, Federlinge
Therapie:
Wenn Sie auffällige Symptome bei Ihren Sittichen entdecken sollten
Sie umgehend einen vogelkundigen
Tierarzt aufsuchen.
Die Sittiche müssen wiederholt mit entsprechenden Kontaktinsektiziden
(als Puder) oder Antiparasitika, z.B. Ivomec® (Wirkstoff:
Ivermectin) behandelt werden. Ihr Tierarzt
wird Sie beraten.
Einige Züchter und Halter haben mir von Exner Petguard
berichtet, mit dem sie erfolgreich die Rote Vogelmilbe behandelt haben.
Es handelt sich um ein biologisches Mittel, das die Atemwege der Vogelmilbe
verklebt, wodurch diese erstickt. Es kann sowohl zur Desinfekion der Voliere
und der Einrichtung als auch am Vogel selbst angewandt werden. Es kann
auch gegen die Nordische Vogelmilbe eingesetzt werden. Achten Sie darauf,
dass die Sittiche das Spray nicht einatmen können und es nicht in
ihre Augen gelangen kann!
Inhaltsstoffe von Exner Petguart: Wasser, Fett, Molkeneiweiß,
Zucker-Monohydrat, Asche
Exner Petguard können Sie bei verschiedenen Online-Shops bestellen,
z.B. bei
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Bei hochgradigem Befall mit Schwäche würde ich Ihnen empfehlen
von eigenen Versuchen abzusehen und umgehend Ihren Fachtierarzt
aufzusuchen.
Zusätzlich können die Voliere und ihre Einrichtung einmal
gründlich gesäubert und desinfiziert werden. Dies ist allerdings
kein Muss, da sich die Nordische Vogelbemilbe im Gegensatz zur Roten Vogelmilbe
nur am Vogel selbst aufhält und nicht in der Voliere.
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