auch: Roter Luftröhrenwurm, Rotwurm, Gabelwurm,
Trachealwurm
Vorkommen:
Alle Sittiche. Hauptsächlich sind Sittiche in Außenvolieren
betroffen oder Neuzugänge, die aus Außenhaltung kommen.
Mögliche Symptome:
Gähnen, Strecken des Halses, Atmen mit geöffnetem Schnabel,
Atemnot,
pfeifendes Atmen, heftiges Kopfschütteln, Husten, Abmagerung, Schwäche,
Blutarmut.
Giftige Stoffwechselprodukte der Würmer können zudem zentralnervöse
Störungen auslösen. Ein hochgradiger unbehandelter Befall kann
zu Ersticken führen, wenn die Würmer und die vermehrte Schleimbildung
die Luftröhre blockieren.
Ursache:
Luftröhrenwurm (Syngamus trachea). Das Männchen und das wesentlich
größere Weibchen sind durch Dauerkopulation immer miteinander
verbunden. Durch diese Verbindung ensteht das gabelförmige, Y-ähnliche
Aussehen, das ihnen auch den Namen "Gabelwurm" gab.
Beide Partner heften sich an die Luftröhrenschleimhaut und ernähren
sich vom Blut des Sittichs. Dadurch kommt es zu lokalen Entzündungen
und massiver Schleimbildung in der Luftröhre.
Hier werden auch die Eier abgesetzt, die durch Husten oder den Luftröhrenschleim
in die Schnabelhöhle gelangen.
Die Eier gelangen dann z.B. durch Trinken oder durch Fütterung
direkt nach außen oder werden zunächst verschluckt und dann
über den Kot wieder nach außen befördert. In so genannten
Stapelwirten (z.B. Regenwürmern oder Schnecken) oder auf dem Boden
reifen die Eier dann innerhalb von 1-2 Wochen heran.
Die Sittiche nehmen die infektiösen Eier oder Larven meist durch
das Fressen der Stapelwirte auf. Es kommt weniger häufig vor, dass
Eier und Larven direkt aufgenommen werden.
Im Darm dringen die Larven über die Darmwand in die Blutbahn ein
und gelangen so in die Lunge und die Luftröhre. Innerhalb weniger
Tage sind sie zu geschlechtsreifen dauerkopulierenden Würmern herangewachsen.
Überträger sind latent infizierte Altvögel, die die Eier
ausscheiden, Stapelwirte oder Wildvögel, deren Kot in die Außenvoliere
fällt. In Innenvolieren sind die Überträger meistens Neuzugänge.
Hier gibt es ansonsten wenig Übertragungsmöglichkeiten.
Diagnose:
Die Luftröhre kann durchleuchtet werden, indem der Hals angefeuchtet
und gegen eine starke Lichtquelle gehalten wird. Die Wümer werden
als rote Schatten sichtbar.
Über eine Kotprobe können die Eier nachgewiesen werden. Im
Anfangsstadium können im Kot eventuell noch keine Eier gefunden werden,
weil der Vogel zwar infiziert ist, aber noch keine Eier über den Kot
nach außen gelangen.
Differentialdiagnose:
Ähnliche Symptome können bei folgenden Erkrankungen auftreten:
Luftsackmilben, Trichomonaden,
Aspergillose,
Lungenentzündung,
Luftsackriss,
Fremdkörper in der Luftröhre
Therapie:
Wenn Ihr Sittich oder Ihre Sittiche unter Atemnot leiden sollten Sie
sie baldmöglichst zu einem Fachtierarzt
bringen und untersuchen lassen. Unbehandelt können Sittiche an einem
Befall mit Luftröhrenwürmern sogar sterben. Ihr Tierarzt kann
Medikamente (z.B. mit dem Wirkstoff Ivermectin) geben, welches die Milben
abtötet. Dieses Mittel wird auf den Nacken geträufelt (sogenannte
"Spot-On-Methode").
Vorsorglich sollten alle Vögel im Bestand behandelt werden, da
die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sich die anderen Sittiche
bereits angesteckt haben, selbst dann, wenn bei anderen Vögeln noch
keine Symptome sichtbar sind. Sonst kann eine Infektion mit Luftröhrenwürmern
jederzeit wieder auftreten.
Vorbeugend:
Außenvolieren sollten möglichst mit einer Bodenwanne ausgestattet
sein, um Regenwürmer, aber auch andere ungebetene Gäste, fernzuhalten.
Schnecken können durch entsprechende Abwehrmaßnahmen am Eindringen
in die Volieren gehindert werden. Bei der Haltung in Außenvolieren
empfielt sich eine halbjährliche Kotuntersuchung auf Würmer.
Dies ist für die Vögel schonender als der eventuell unnötige
Einsatz von Giften.
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