| Die Kokzidiose wird auch als Eimeriose, Isosporose
oder Atoxoplasmose bezeichnet.
Vorkommen:
In der Fachliteratur ist gelegentlich zu lesen, dass Kokzidien bei Papageienartigen,
also auch den Sittichen, selten vorkommen. Allerdings kenne ich gar nicht
so wenige Fälle, in denen Kokzidien, besonders bei Wellensittichen,
aber auch bei einigen Nymphensittichen,
diagnostiziert wurden. Dies betrifft hauptsächlich neu erworbene Jungvögel.
Deshalb habe ich überwiegendend im Frühjahr / Frühsommer
mit Haltern mit Kokzidienbefall in ihren Sittichbeständen zu tun.
Großpapageien waren bislang nicht dabei.
Mögliche Symptome:
Ursache:
Einige Kokzidien befallen auch Organe wie Leber, Lunge und Milz. Die Eier der Kokzidien (sie werden Oozysten genannt, genaugenommen handelt es sich um "eiähnliche Dauerformen") werden mit dem Kot ausgeschieden. Wenn sie von den Sittichen z.B. mit dem Futter oder Wasser wieder aufgenommen werden, vermehren sie sich im Darm. Es handelt sich hier also um einen direkten Entwicklungszyklus ohne Zwischenwirt. Überträger sind infizierte Neuzugänge oder in Außenvolieren
Wildvögel. Auch Futter, Bodeneinstreu, Transportkäfige und Nistzubehör
können Infektionsquellen sein. Stress begünstigt die Vermehrung
von Kokzidien.
Diagnose:
Bei Verdacht auf einen Kokzidienbefall sollten Sie mehrere Kotproben
sammeln und die Sammelkotprobe untersuchen lassen, da die Kokzidieneier
(Oozysten) nicht immer ausgeschieden werden. Bei einer Eimeria-Kokzidiose
werden die Oozysten z.B. laut Fachliteratur vormittags gehäuft ausgeschieden,
bei einer
Isospora-Kokzidiose nachmittags. Die Untersuchung des
Kots ist dementsprechend vor- oder nachmittags am aussagekräftigsten.
Differentialdiagnose:
Therapie:
Ich kenne Züchter, die bei Verdacht auf Kokzidiose mit Antibiotika behandeln und das teilweise angeblich erfolgreich. Antibiotika sind allerdings gegen Bakterien wirksam. Bei Kokzidien handelt es sich um Parasiten (Endoparasiten, Parasiten, die im Körper der Vögel leben), gegen die Antiparasitika helfen. Sollte eine Antibiotikabehandlung anschlagen, war die Ursache für den Durchfall also wahrscheinlich eine bakterielle Infektion. Ich möchte solche Eigenbehandlungen ohne jede Diagnose, wie sie ja leider nicht selten vorkommen, nicht empfehlen. Der Krankeitserreger sollte meiner Meinung nach vor einer Behandlung immer bekannt sein, wenn das diagnostisch möglich ist, denn so kann man am effektivsten und schnellsten heilen und unnötige, körperlich belastende Behandlungen vermeiden. Zusätzlich sollten Sie auf eine peinliche Hygiene achten, um eine Reinfektion nach der Behandlung zu vermeiden. Oozysten können bei geeigneten Umweltbedingungen leider bis zu einem Jahr infektiös bleiben. Werden sie in diesem Zeitraum aufgenommen erkranken die Sittiche von neuem. Die Voliere sollte also regelmäßig desinfiziert werden. Zusätzlich sollten Futter- und Wassernäpfe regelmäßig desinfiziert und außerdem vor Kotverschmutzungen (besonders in Außenvolieren) geschützt werden. Das gleiche gilt für Badeschalen. Da dies bei Badeschalen häufig schwierig ist empfehle ich bei Bedarf in der nächsten Zeit vorsichtshalber keine Badegelegenheit anzubieten. Alternativ können die Sittiche mit einer Blumenspritze "abgeduscht" werden, wenn sie dies mögen. In Außenvolieren sollte der Boden eventuell ausgetauscht werden, damit hier keine Oozysten überleben können. Falls Sie noch keinen Betonboden in der Außenvoliere ist sollten Sie überlegen einen solchen nachträglich einzubauen. Ein Betonboden hat mehrere Vorteile: er bietet den Kokzidien nicht so günstige Bedingungen und kann leicht desinfiziert werden. Außerdem hält er verschiedene Zwischenwirte (z.B. Regenwürmer) ab, die andere Parasiten übertragen können. Der Kot sollte in den nächsten Wochen häufiger kontrolliert
werden, um zu sehen, ob die Therapie erfolgreich war und ob es danach zu
einer neuen Infektion gekommen ist.
Naturheilmittel:
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