| auch: Cappilaria, Kapillariasis, Kapillariose,
Haarwurmseuche
Vorkommen:
Mögliche Symptome:
Ursache:
Im Gegensatz zu den Spulwürmern befallen Haarwürmer nicht nur den Darm, sondern auch Kropf und Rachenraum. Nach der Aufnahme der Eier schlüpfen die Larven im Dünndarm und Kropf und bohren sich in der Schleimhaut fest. Hier entwickeln sie sich zu den ausgewachsenen Haarwürmern. Bei massivem Befall kommt es zu Schleimhautschädigungen und -entzündungen. Diese werden dadurch zusätzlich empfindlich gegenüber anderen Krankheitserregern wie z.B. Bakterien. Ihre Eier sind unter günstigen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) im Volierenboden bis zu ein oder zwei Jahren lebensfähig. Sie sind sehr widerstandsfähig. In trockener Umgebung sind sie zwar nur wenige Wochen lebensfähig, alles andere, auch Frost, schadet ihnen dagegen nicht. Die Ansteckung erfolgt über kotverschmutztes
Wasser und Futter.
Diagnose:
Vorbeugende Untersuchung: Da Würmer nicht ständig Eier ausscheiden empfiehlt sich besonders bei Neuzugängen eine Sammelkotprobe aller Neuzugänge und das Sammeln des Kots über 3-5 Tage. Der gesammelte Kot muss bis zur Abgabe beim Fachtierarzt oder Einsenden in ein Labor gegen Austrocknung geschützt werden. Eine Untersuchung des Rachenraumes kann zumindest eine Verdachtsdiagnose
bringen, da die Schleimhäute entsprechend betroffen sind. Sie sind
gerötet, der Kropf kann verdickt sein.
Differentialdiagnose:
Therapie:
Ihr Tierarzt wird Sie informieren, ob Ihr gesamter Vogelbestand behandelt werden muss. Achtung: in den Internetforen werden zunehmend Probleme mit dem Wirkstoff Fenbendazol beschrieben. Die Behandlung mit diesem Wirkstoff hat in mehreren Fällen zum Tod geführt. Fenbendazol ist im Mittel Panacur® enthalten. Dies kann u.U. auch an einer falschen Dosierung liegen. Fragen Sie vorsichtshalber Ihren Tierarzt, welches Mittel er verwendet und ob es vielleicht Alternativen gibt, z.B. Ivermectin (Wirkstoff: Ivomec®). Unabhängig von diesen Problemen wird beim
Wirkstoff Fenbendazol darauf hingewiesen, dass es nicht während
der Mauser angewendet werden soll, da es sonst zu Federbildungsstörungen
kommen kann.
Achten Sie zusätzlich auf größtmöglichste Hygiene. Sie sollten den Käfig oder die Voliere gründlich reinigen, um eine erneute Übertragung der Eier oder Laven zu verhindern. Vögel in Außenvolieren sind wie erwähnt häufiger betroffen. Die Böden sollten möglichst trocken gehalten werden. Vorbeugend sollte, falls vorhanden, die Erde in Außenvolieren nach einem Befall komplett ausgetauscht werden. Die Außenvoliere sollte mit einem Dampfstrahlreiniger gereinigt werden, herkömmliche Desinfektionsmittel sind gegen Wurmeier leider meistens machtlos. Um Zwischenwirte zu vermeiden empfiehlt sich ein betonierter Boden. Futter und Wasser sollten häufiger am Tag ausgetauscht und die Näpfe gut gereinigt werden. In Außenvolieren sollten die Näpfe so angebracht sein, dass Wildvögel diese nicht verunreinigen können. Wurmeier bleiben in der Umgebung unter guten Bedingungen lange infektiös und stellen daher immer eine Gefahr einer Re-Infektion dar! Zusätzlich sollten Sie das Immunsystem Ihrer Sittiche mit einer
gesunden abwechslungsreichen
Ernährung und bei Bedarf mit zusätzlichen Vitamin-Mineralstoffpräparaten
unterstützen.
Vorbeugend:
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