| Auch: Pachecosche Papageien-Krankheit (PPK),
Pacheco's Disease, Pacheco's Parrot Disease (PPD).
Diese Krankheit wurde nach Genesio Pacheco benannt,
der zusammen mit seinem Mitarbeiter Otto Bier um 1930 im Instituto Biologico
in Brasilien Untersuchungen an verstorbenen Amazonen durchführte,
um vermehrte Todesfälle zu klären. Sie kamen zu dem Ergebnis,
dass ein bislang unbekanntes Virus die Ursache für den Tod der Papageien
sein musste. Zunächst fand diese Theorie allerdings keine Beachtung,
erst 1975 wurden die Untersuchungen wieder aufgenommen.
Vorkommen:
Symptome:
Wichtig: Der Krankheitsverlauf ist so kurz, dass vielen Haltern vorherige Krankheitszeichen wie vermehrte Schläfrigkeit gar nicht auffallen. Nicht alle Krankheiten verlaufen "lehrbuchmäßig" mit (allen) beschriebenen Symptomen. So kommt es, dass die eigentliche Ursache bei viele Todesfällen gar nicht bekannt wird, weil entweder gar nicht untersucht wird oder nicht auf die Pachecosche Krankheit untersucht wird, die bei den den Haltern auch noch recht unbekannt ist. Die Pachecosche Krankheit ähnelt den Symptomen nach übrigens
sehr der Psittakose und der Salmonellose,
so dass aufgrund der Symptome keine sichere Untererscheidung möglich
ist.
Ursache:
Das Virus befindet sich im Körper der Papageien (im Blut, Kot, den Organen usw.), außerdem aber auch in den Federn, im Kot sowie im Futter und Trinkwasser / Badewasser. Dieser Umstand, dass das Virus auch außerhalb des Papageienkörpers überleben kann, ermöglicht es leider, dass das Virus nicht nur über eine gegenseitige Ansteckung der Vögel innerhalb eines Bestandes übertragen wird, sondern auch über Personen (Hände, Kleidung), die Luft (Kotstaub) und sogar andere Tiere, z.B. Haustiere, auf andere Papageienvögel erfolgen kann. Die Inkubationszeit dauert bis zu einer Woche. Das Virus vermehrt sich
in verschiedenen Organen und führt in akuten Fällen zum
Tod.
Diagnose:
Therapie:
Bislang wird versuchsweise mit Aviclovir® (Zovirax®)
behandelt. Laut Fachliteratur gibt es Impfstoffe, die derzeit allerdings
nur in den USA zu haben sind und in Europa nicht zugelassen sind. Im genannten
Artikel in der Zeitschrift Papageien 2005 schreiben die Autoren über
selbstentwickelte bestandsspezifische Impfstoffe zur Heilung der Vögel.
Im Falle des Auftretens der Pachecoschen Krankheit wäre die Klinik
für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität
Gießen daher sicher ein empfehlenswerter Ansprechpartner.
Ansteckungsgefahr:
* Dr. Kaleta, Sabine Jäger: Pachecosche Papageien-Krankheit - Ursache, Erkennen und Verhüten Papageien, 06/2005
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