Pachecosche Krankheit (Herpesviren)

Auch: Pachecosche Papageien-Krankheit (PPK), Pacheco's Disease, Pacheco's Parrot Disease (PPD).

Diese Krankheit wurde nach Genesio Pacheco benannt, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Otto Bier um 1930 im Instituto Biologico in Brasilien Untersuchungen an verstorbenen Amazonen durchführte, um vermehrte Todesfälle zu klären. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass ein bislang unbekanntes Virus die Ursache für den Tod der Papageien sein musste. Zunächst fand diese Theorie allerdings keine Beachtung, erst 1975 wurden die Untersuchungen wieder aufgenommen.
 

Vorkommen:
Alle Sittiche und Papageien. Besonders betroffen sind Papageien.
Besonderheit: Beim Felsensittich verläuft die Krankheit laut einem Bericht in der Zeitschrift Papageien (06/2005)* meistens ohne Symptome oder mit wenigen abgeschwächten Symptomen. Sie scheiden das Virus jedoch weiterhin aus und können andere Sittiche und Papageien anstecken.
 

Symptome:
Grüngelblicher Durchfalll, teilweise mit blutigem Schleim, verminderter Hunger, gesträubtes Gefieder, Zittern, Schwäche, Müdigkeit, halb geschlossene Augenlider, häufig Tod nach kurzem Krankheitsverlauf (ca. 1 Woche).

Wichtig: Der Krankheitsverlauf ist so kurz, dass vielen Haltern vorherige Krankheitszeichen wie vermehrte Schläfrigkeit gar nicht auffallen. Nicht alle Krankheiten verlaufen "lehrbuchmäßig" mit (allen) beschriebenen Symptomen. So kommt es, dass die eigentliche Ursache bei viele Todesfällen gar nicht bekannt wird, weil entweder gar nicht untersucht wird oder nicht auf die Pachecosche Krankheit untersucht wird, die bei den den Haltern auch noch recht unbekannt ist.

Die Pachecosche Krankheit ähnelt den Symptomen nach übrigens sehr der Psittakose und der Salmonellose, so dass aufgrund der Symptome keine sichere Untererscheidung möglich ist.
 

Ursache:
Das Pacheco-Virus, ein Herpesvirus, auch Pacheco's Disease Virus (PDV).

Das Virus befindet sich im Körper der Papageien (im Blut, Kot, den Organen usw.), außerdem aber auch in den Federn, im Kot sowie im Futter und Trinkwasser / Badewasser. Dieser Umstand, dass das Virus auch außerhalb des Papageienkörpers überleben kann, ermöglicht es leider, dass das Virus nicht nur über eine gegenseitige Ansteckung der Vögel innerhalb eines Bestandes übertragen wird, sondern auch über Personen (Hände, Kleidung), die Luft (Kotstaub) und sogar andere Tiere, z.B. Haustiere, auf andere Papageienvögel erfolgen kann.

Die Inkubationszeit dauert bis zu einer Woche. Das Virus vermehrt sich in verschiedenen Organen und führt in akuten Fällen zum Tod. 
Es gibt auch latent infizierte Vögel, die das Virus lebenslang ausscheiden können, aber (zum Teil nach schwerer bis zu 14tägiger Krankheit) keine Symptome zeigen. Bei Stress kann die Pachecosche Krankheit aber auch bei ihnen wieder ausbrechen.
 

Diagnose:
Röntgen (Leber, Milz und Nieren stark vergrößert), Tupferproben aus Rachen und Kloake, Sektion. 
 

Therapie:
Die Progonose bei Ausbruch der Krankheit ist ungünstig. Es gibt aber wie beschrieben einige Papageien und Sittiche, die die Infektion nach kurzer Krankheitsdauer überleben. Sie sind jedoch weiterhin Ausscheider des Virus und können andere Papageienvögel anstecken.

Bislang wird versuchsweise mit Aviclovir® (Zovirax®) behandelt. Laut Fachliteratur gibt es Impfstoffe, die derzeit allerdings nur in den USA zu haben sind und in Europa nicht zugelassen sind. Im genannten Artikel in der Zeitschrift Papageien 2005 schreiben die Autoren über selbstentwickelte bestandsspezifische Impfstoffe zur Heilung der Vögel. Im Falle des Auftretens der Pachecoschen Krankheit wäre die Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen daher sicher ein empfehlenswerter Ansprechpartner.
 

Ansteckungsgefahr:
Die Pachecosche Krankheit ist ansteckend für andere Sittiche und Papageien. Sie ist nicht ansteckend für Menschen und Säugetiere (Hund, Katze, Kaninchen, ...).
 



* Dr. Kaleta, Sabine Jäger: Pachecosche Papageien-Krankheit - Ursache, Erkennen und Verhüten
Papageien, 06/2005


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