Niesen

 
Niesen ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das entweder harmlos ist oder Anzeichen einer Erkrankung.
 

Vorkommen:
Alle Sittiche.
 
 

Mögliche Symptome:
Der Sittich niest vermehrt, ist in den meisten Fällen wenig aktiv oder sogar regelrecht apathisch. Dazu treten häufig Atemprobleme auf, z.B. auch pfeifendes Atmen, teilweise mit Ausfluss.
Das Gefieder ist häufig gesträubt und manchmal ist ein auffälliges Kopfschütteln zu beobachten.

Gelegentliches Niesen, um die Nase von Fremdkörpern oder Staub zu befreien ist normal und keine Erkrankung.
 
 

Mögliche Ursachen:
Mögliche Ursachen bzw. begünstigende Faktoren für Niesen sind:

  
  
Diagnose:
Der Fachtierarzt tastet und hört den Sittich ab. So kann er manchmal bereits eine erste Verdachtsdiagnose stellen. Durch den Vorbericht des Halters kann er sich ein Bild über die Haltungsbedingungen wie Ernährung, Luftfeuchtigkeit oder Sonnenlicht bzw. Ersatz-Sonnenlicht (Bird Lamp) machen. 
Mit einem Nasenabstrich versucht er herauszufinden, ob hier ein Krankheitserreger vorliegt und um welchen es sich handelt. Bei Verdacht auf Aspergillose oder eine innere Infektion wird der Sittich geröngt.
 
 

Therapie:
Als erste Hilfe-Maßnahmen sollten Sie die Haltungsbedingungen überprüfen. Ist die Zimmerluft in Ordnung, ist sie relativ staubfrei und ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug? Wie häufig lüften Sie?

Um die Luft zu verbessern können sie zunächst den gröbsten Dreck mit einem Staubsauger entfernten, die Käfige reinigen und die Einstreu bei Bedarf gegen einen weniger staubigen Bodenbelag austauschen. Maiseinstreu ist z.B. recht staubfrei. Fachleute diskutieren allerdings siet langem über die Anfälligkeit organischen Bodenbelags für Schimmelpilze und empfehlen häufig gar keinen extra Bodenbelag, Küchenpapier oder Zeitungen als Einstreu-Ersatz. Die Druckerschwärze der Zeitungen soll heutzutage kein Problem mehr darstellen.

Überprüfen Sie die Ernährung Ihrer Sittiche. Fressen Ihre Sittiche häufig Obst, Gemüse oder Grünfutter oder handelt es sich um sogenannte "Obstverweigerer"? Fressen sie vielleicht einseitig, Körnerfutter, Kolbenhirse und Kräcker und kaum Frischfutter? Vielleicht könnte es hierdurch zu einer Magelernährung gekommen sein, die das Immunsystem geschwächt hat.

Wenn Ihr Sittich matt und müde wirkt mag er vielleicht eine Wärmebestrahlung.

Sie können das Immunsystem des Sittichs mit immunstimulierenden Mitteln wie z.B. Propolis unterstützen.

Diese erste Hilfe sollte dann vorgenommen werden, wenn das Niesen trocken ist und sonst keine Symptome vorhanden sind ODER wenn gerade kein Tierarzt erreichbar ist (abends, am Wochenende, an Feiertagen). Erfahrungsgemäß kann das Niesen mit diesen Maßnahmen innerhalb von 1-2 Tagen wieder aufhören, wenn keine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt. Bei zusätzlichem gestörten Allgemeinbefinden oder Niesen mit Ausfluss sollte umgehend ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden!

Der Fachtierarzt kann den Sittich untersuchen und bei Bedarf mit Medikamenten behandeln.
 

Allgemein und vorbeugend:
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei Sittichen möglichst 50-60% betragen. Sie kann durch Bademöglichkeiten, Beduschen (hier aufpassen! Die Blumenspritze muss nach der Anwendung geleert und ab und zu desinfiziert werden, da sich sonst Bakterien und Pilze bilden können, die über das Duschen verteilt werden!) und ungiftige Pflanzen gehalten werden.
Es sollte täglich mindestens zweimal gelüftet werden, im Winter kurz und dafür etwas häufiger.

Achten Sie auf eine abwechslungsreiche und gesunde ErnährungObst, Gemüse, Grünfutter und Gräser sollten ständig zur Verfügung stehen. Wenn dieses Futter nicht oder nur wenig angenommen wird sollten zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate entsprechenden Mängeln vorbeugen. Eine ausreichende Nährstoffversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweißen und Spurenelementen ist sehr wichtig für die Erhaltung der Gesundheit! Auch ungiftige Knabberzweige mit Blättern, Knospen oder Blüten liefern einige Nährstoffe und dienen der Beschäftigung der Sittiche.

Allgemein kann das Immunsystem durch einwandfreie Hygiene, weniger staubigen Bodenbelag, Sonnenlicht (alternativ oder in der kalten Jahreszeit mit einer Vogel-UV-Lampe, z.B. Arcadia Bird Lamp), der richtigen Ernährung, Beschäftigung mit artgleichen Sittichen und Stressvermeidung unterstützt werden.

Vermeiden Sie starken Kontakt zu Ihren Vögeln, wenn Sie selbst erkältet sind! Sie können ansteckend für Ihre Vögel sein. Niesende Vögel wiederum sind keine Gefahr für Sie.
 
 
 
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