Kotveränderungen bei Sittichen

 
Kotveränderungen sind keine eigenständige Krankheit, sondern Symptom einer Krankheit oder veränderten Situation (z.B. stressbedingt, ernährungsbedingt).
 
 
Papageienvögel setzen Kot und Harn gemeinsam ab, deshalb besteht der Kot grundsätzlich aus einem bräunlichen bis grünlichen festen Strang außen und einem weißlichen Harnteil innen, die deutlich voneinander abgesetzt sind. Rechts auf dem Foto sehen Sie ein Beispiel für einen normalen Kotabsatz.

Veränderungen des Kots (Farbe, Konsistenz) können harmlose Ursachen haben, allerdings auch auf Krankheiten hinweisen.

Sollte sich eine Veränderung des Kots nach ein bis zwei Tagen nicht wieder normalisiert haben ist eine frische Kotprobenuntersuchung bei einem vogelkundigen Tierarzt empfehlenswert. Wenn weitere Symtpome zu beobachten sind (z.B. Müdigkeit, Futterverweigerung, aufgeplustertes Gefieder, ...), sollten Sie den Sittich sofort zum Tierarzt bringen.

Foto / Bild normaler Kot beim Sittich (Wellensittich, Nymphensittich, ...)

 

Harmlose Veränderungen:

  • Vorübergehend wässriger Kot:

  • bei Stress oder Angst, z.B. beim Einfangen oder Transport
    zuviel (wasserhaltiges) Obst oder Grünfutter, in solchen Fällen das Obst und / oder Grünfutter ein bis zwei Tage etwas reduzieren oder ganz weglassen (stattdessen z.B. Gemüse geben) und den Kot beobachten
    Überdosierung von Vitaminpräperaten. Unbedingt an die Dosierungsanleitung halten, Überdosierungen von fettlöslichen Vitaminen können gefährlich werden!
     
  • Große Kothaufen oder breiiger Kot

  • bei der Henne vor / während der Brutzeit
     
  • Farbveränderungen, z.B. rot oder bläulich:

  • durch die Nahrung, besonders Obst, Gemüse und Beeren (z.B. rote Paprika, Holunderbeeren)
  • Verstopfung

  • durch die Nahrung, z.B. einseitige Körnerfutteraufnahme, Übergewicht
  
  
  
Krankheitsbedingte Veränderungen und mögliche Ursachen:

Farbveränderungen:

  • Gelb- oder gelbbrauner Kot

  • Lebererkrankung
     
  • (grün-) schwarzer Kot

  • Anorexie (Hungerkot), Magenblutung (z.B. durch Infektionen, Fremdkörper)
     
  • rötlicher, zerlaufener Kot

  • Bleivergiftung


Konsistenzveränderungen:

  • zerlaufener, meist durchsichtiger Harnsäureanteil (Polyurie)

  • Nierenerkrankungen, Stress, hormonelle Störungen
     
  • wenig Kotanteil, mehr Harnsäure

  • Anorexie (Hungerkot), Stress
     
  • Blut im Kot

  • u.a.
    - Endoparasiten (Parasiten im Körper, z.B. Kokzidien, Nematoden (Würmer), die die Darmschleimhaut schädigen)
    - bakterielle Infektionen (Darmentzündungen)
    - mykotische Infektionen (Pilzbefall) des Magen-Darm-Trakts, meist durch Hefepilze. Ein Befall mit Hefepilzen kann eine Sekundärerkrankung (d.h. begleitende Krankheit) sein, wenn Bakterien oder Viren die Schleimhaut bereits vorgeschädigt haben.
    - virale Infektionen (z.B. Herpesviren, die die sogenannte Pachecosche Krankheit auslösen)
    - Vergiftungen (z.B. Schwermetallvergiftungen (Bleivergiftung, Zinkvergiftung, giftige Pflanzen)
    - Legenot
    - Kloakenentzündung
    - Kloakentumor
    - Kloakenvorfall
    - Papillomatose (gutartige Zubildungen der Schleimhäute, besonders im Bereich der Kloake und des Rachens)
    - Fremdkörper im Darm
    - Gerinnungsstörungen (Vitamin-K-Mangel, Calciummangel)
     
  • klumpiger Kot mit unverdauten Körnern

  • gestörte Verdauung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Entzündung der Darmwand
     
  • unverdaute Körner im Kot

  • GLS (Going Light Syndrom, "Megabakterien"), PDD (Proventricular Dilatation Disease = Neurogene Drüsenmagendilatation, Dilatation = Erweiterung), Pilzinfektion des Magen-Darm-Trakts
     
  • dunkelgrüner, schleimiger Kot

  • eventuell Trichomonaden oder Kokzidien
     
  • großvolumiger, breiiger Kot

  • Verdauungsstörungen
     
  • fadenziehender durchfallartiger Kot

  • Spulwürmer oder Haarwürmer
     
  • extreme Wasserausscheidung

  • Diabetes (Zucker)
     
  • grauweißlicher, puffmaisähnlicher Kot

  • Pankreaserkrankung (Erkrankung / Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse)
     
  • schaumig

  • Pilzinfektion, Gärungs- oder Fäulnisprozesse im Darm



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