Allgemein angenommen wird ein Nährstoffmangel, der durch die Aufnahme des Kots ausgeglichen werden soll. Diskutiert werden u.a. ein Vitamin-K-Mangel, Vitamin-B12-Mangel oder Folsäuremangel. Es wird ausgeschlossen, dass es notwendig ist, dass Sittiche
ihren Kot fressen, quasi als "natürliche Nahrungsergänzung",
weil im Darm bestimmte Nährstoffe gebildet werden würden, die
der Sittich aufnehmen muss, wie von einigen Haltern und auch Züchtern
vermutet wird. Wäre dies der Fall müssten alle Sittiche Kot fressen.
Sehr häufig hört das Kotfressen nach einer Ernährungsumstellung
und teilweise zusätzlichem Angebot von Beschäftigungsmöglichkeiten
auch wieder auf.
Diagnose:
Behandlungen von bakteriellen Erkrankungen mit Antibiotika können z.B. zu Vitamin-K-Mangel führen. Vitamin B12 liegt hauptsächlich in tierischer Nahrung vor. Wird keine tierische Ernährung wie Eifutter oder Milchprodukte angeboten könnte ein Vitamin-B12-Mangel vorhanden sein. Grundsätzlich kann eine einseitige Ernährung zu einer Mangelernährung
mit Nährstoffen führen.
Therapie:
Kranke Sittiche benötigen manchmal mehr Nährstoffe als sie
aus der Nahrung aufnehmen können. Nicht alle gesunden Sittiche fressen
gerne gesundes Futter. Sie werden auch häufig als "Obstverweigerer"
bezeichnet. In solchen Fällen ist ein zusätzliches Präparat
mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen notwendig, um dem Sittich
ausreichend Nährstoffe zuzuführen.
Überprüfen Sie Ihre Ernährung. Ist sie ausgewogen,
abwechslungsreich und gesund? Stehen ausreichend Möglichkeiten
der Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen (Futterpflanzen,
extra Grit oder Gritstein, frische Knabberzweige,
...) zur Verfügung? Bieten Sie Kräcker und Co in Maßen
und nicht täglich an.
Fazit:
Dennoch weist das Fressen von Kot normalerweise auf ein Nährstoffdefizit hin, das baldmöglichst ausgeglichen werden sollte, sonst können medizinische Probleme die Folge sein. Häufig reicht eine Umstellung oder Ergänzung der Ernährung aus, manchmal ist zusätzlich eine tierärztliche Behandlung notwendig, um eine ursächliche Erkrankung zu behandeln. Manchmal scheint das Kotfresse oder Knabbern von getrocknetem Kot auch eine Art Beschäftigung zu sein. Ablenkung könnten dann zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. das Anbieten von artgerechtem Vogelspielzeug oder Knabberzweigen schaffen. Wichtig ist die Hygiene in der Voliere bzw. im Käfig oder auch
der Freisitze. Der Sittichkot sollte regelmäßig entfernt werden.
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