Vorkommen:
Alle Sittiche
Knochenbrüche können das Bein, einen Fuß, einen Zeh,
die Flügel oder die Wirbelsäule betreffen. Ein Beckenbruch kommt
eher selten vor und wird wegen der unauffälligen Symptome vom Halter
nicht immer bemerkt.
Mögliche Symptome:
Bei einem Bruch des des Fußes oder einer oder mehrerer
Zehen versucht der Sittich das Bein meist zu entlasten, indem er es hochzieht.
Häufig ist eine Fehlstellung der Zehen sichtbar, eine Zehe kann z.B.
abgespreizt sein und nicht mehr an die Sitzstangen angelegt werden.
Bei einem Bruch des Beines ist dieses eventuell abgeknickt. Bei einem
Bruch des Beines oder Fußes fehlt der Greifreflex, die Gliedmaße
ist gelähmt.
Ein Flügelbruch äußert sich normalerweise durch eine
Fehlstellung, der Flügel kann z.B. hängen oder abgespreizt werden.
Ein Wirbelsäulenbruch mit Schädigung des Rückenmarks
führt zu Bewegungsstörungen, z.B. Beinlähmungen, und manchmal
zu Problemen beim Kotabsetzen. Es gibt auch Brüche der Wirbelsäule,
bei denen das Rückenmark nicht geschädigt wurde, ohne die genannten
Symptome, so dass der Bruch in diesen Fällen oft gar nicht erst bemerkt
wird.
Ein Beckenbruch kann eine Lähmung des Beines zur Folge haben, kann
aber auch fast symptomlos sein. |
Nymphensittich: Beinschonende Stellung
nach dem Bruch einer Zehe
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Mögliche Ursachen:
Meist sind Unfälle die Ursache für einen Knochenbruch. So
kann ein Sittich z.B. wegen eines plötzlichen lauten Geräusches
panisch losfliegen und gegen eine Wand oder ein Fenster fliegen. Auch Quetschungen
durch Einklemmen in der Tür oder Gegenständen in der Wohnung
können eine Ursache sein.
Leider sind Beißereien zwischen Vögeln, besonders aber von
anderen Haustieren wie Hund oder Katze, keine Seltenheit.
Vielleicht liegt auch eine Osteoporose vor. Bei einer Osteoporose verringert
sich die Knochendichte, die Knochen werden brüchiger.
Diagnose:
Der Fachtierarzt kann anhand
der Symptome und durch Abtasten oft eine erste Diagnose stellen. Auf einem
Röntgenbild wird sichtbar, wie die Knochen zueinander liegen. Dies
ist wichtig für die Behandlung. Wirbelsäulenbrüche sind
allerdings röntgenologisch oft schwer zu erkennen, weil die Knochenenden
nicht so deutlich voneinander abweichen wie z.B. beim Flügelbruch.
Therapie:
| Der Sittich muss baldmöglichst zu einem Fachtierarzt
gebracht werden, denn Knochenbrüche müssen innerhalb von zwei
Tagen behandelt werden. Sonst ist die Gefahr sehr groß, dass die
Knochen nicht mehr richtig zusammenwachsen und der Vogel Bein oder Flügel
nicht mehr richtig gebrauchen kann.
Bei kleineren Sitticharten werden die Knochen von Bein oder Flügel
in der natürlichen Stellung mit einem Stützverband, auch Schmetterlingsverband
genannt, fixiert. Der Sittich braucht oft einige Zeit, um sich an den Verband
zu gewöhnen. Der Verband kann bereits nach 10-14 Tagen wieder abgenommen
werden.
Foto: Schmetterlingsverband bei einem aufgenonommenen Nymphensittich-Notfall.
Vorteile: Verbände sind schnell und problemlos anzulegen,
eine Operation wird vermieden.
Nachteile: Die richtige Fixierung in natürlicher Stellung
ist unter einem Verband nicht immer gegeben. Das kann zu einer Versteifung
des Beines oder des Flügels führen. Leichte Fehlstellungen des
Beines sind aber normalerweise kein Problem für die Sittiche. Wichtig
ist, dass beide Beine belastet werden können, da eine einseitige Belastung
des gesunden Beines zu einer Arthrose
führen kann. |
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Bei großen Sittichen und Papageien kann auch mit einer Operation
behandelt werden. Die Knochen werden dann mittels Drähten oder speziellen
Nägeln fixiert.
Zehenbrüche werden ebenfalls mit einem Klebeverband fixiert,
bei großen Sittichen und Papageien kann eine Schiene in den Verband
integriert werden. Eventuell zurückbleibende Zehenfehlstellungen sind
aber normalerweise kein Problem für die Sittiche. Bei Zehenbrüchen
muss darauf geachtet werden, ob Blutergüsse, Entzündungen oder
offene Frakturen, bei denen manchmal ein Zeh fast abgerissen ist, eine
Amputation notwendig machen oder der Zeh sogar von selbst abfällt.
Brüche der Wirbelsäule sind nicht therapierbar. Ist
das Rückenmark geschädigt, muss der Vogel von seinem Leiden erlöst
werden. Ist das Rückenmark nicht betroffen und gibt es keine Symptome,
heilt der Bruch von alleine. Der Sittich muss solange in einem Krankenkäfig
gehalten werden, damit er sich möglichst ruhig verhält und der
Bruch gut ausheilen kann. Die Heilung dauert in diesem Fall mehrere Wochen.
Die Heilung von Knochenbrüchen kann mit Calcium-Gaben (auch
in homöopathischer Form) und
Vitamin D3 unterstützt
werden.
Es gibt auch verschiedene homöopathische Mittel, die die Heilung
der Knochen fördern. Sprechen Sie mit Ihrem Fachtierarzt
oder Tierheilpraktiker.
Tipps zur Unterbringung:
Sittiche mit Knochenbrüchen sollten möglichst die Gelegenheit
bekommen, sich von ihren Verletzungen und der anstrengenden Behandlung
durch den Tierarzt erholen zu können. Deshalb sollten sie von den
anderen Sittichen getrennt möglichst in einem Krankenkäfig untergebracht
werden. Dicke Äste als Sitzstangen oder gepolsterte Sitzstangen sowie
Sitzbrettchen im Käfig erleichtern dem Sittich das Sitzen oder Liegen.
Um weitere Verletzungen bei eventuellen Abstürzen im Käfig zu
vermeiden sollte auch der Boden gut gepolstert sein, z.B. mit einem Froteehandtuch.
Wenn Sie nur ein Frotteehandtuch zur Verfügung haben ist es sinnvoll
Küchentücher darüber zu legen, da diese bei einer Verschmutzung
durch den Kot schnell ausgetauscht werden können. So bleibt der Käfig
hygienischer.
Futter- und Trinknäpfe sollten vom Lieblingssitzplatz des Sittichs
aus leicht zu erreichen sein, damit er nicht lange durch den Käfig
klettern muss.
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