| Fachausdruck: Kloakenprolaps
Vorkommen:
Symptome:
Mögliche Ursachen:
Begünstigende Faktoren sind u.a. Erschöpfung (z.B. durch
Legezwang),
Kreislaufprobleme und Mangelernährung.
Diagnose:
Therapie:
Der Sittich muss schnellstmöglichst zum vogelkundigen Tierarzt gebracht werden, der den Vorfall unter Narkose behandelt. Dieser kann den gereinigten und wieder gleitfähig gemachten Vorfall zurückschieben. Je nachdem wie schnell die Halter beim Tierarzt vorstellig werden kann bereits Gewebe abgestorben sein. Dieses muss chirurgisch vor dem Reponieren (d.h. dem Zurückschieben) entfernt werden. Ein zusätzliches Medikament kann bewirken, dass sich die Muskulatur in der Kloake wieder zusammenzieht. Falls im vorliegenden Fall angebracht kann die Kloakenöffnung z.B. mit einer Naht ("Tabaksbeutelnaht") verengt werden, wobei darauf geachtet werden muss, dass es dadurch nicht zu Kotabsatzbeschwerden kommt. Die Fäden werden nach wenigen Tagen wieder gezogen. Dies ist jedoch abhängig vom jeweiligen Fall und keine pauschale Empfehlung. Es gibt Fälle, in denen anders vorgegangen werden muss, z.B. mit einer Bauchhöhlen-Operation. In diesen Fällen wird die Kloake chirurgisch im Bauchraum, entweder an der Bauchwand oder an den letzten beiden Rippenbögen befestigt. Wenn der Kloakenvorfall vom Sittich selbst oder seinen Partnern bereits angepickt wurde müssen entsprechende Behandlungen vor dem Zurückschieben erfolgen (z.B. Blutstillung). Zusätzlich werden normalerweise Antibiotika, Calcium und Vitamine, oft auch Elektrolyte, verabreicht. Antibiotika werden vorbeugend gegeben oder weil die Kloakenschleimhaut verletzt und / oder teilweise abgestorben ist. Bei Legezwang bzw. Vorfall durch Eiablage muss die Eiproduktion umgehend gestoppt werden. Dies wird normalerweise mit entsprechenden schulmedizinischen Mitteln erreicht. Der Tierarzt sollte zusätzlich kontrollieren, dass keine Legenot vorliegt. Ein durch Legenot ausgelöster Kloakenvorfall hat oft gute Chancen, da die Eiablage, also die Ursache, gestoppt werden kann. Man kann oft auch ständigen Durchfall durch eine entsprechende
Ernährung beeinflussen und so Rückfälle vermeiden. Bei Bindegewebsschwäche
oder hormonellen Störungen ist es schwieriger einzugreifen, besonders
in diesen Fällen kommen Rückfälle leider häufiger vor.
Eine homöopathische Nachbehandlung
ist möglich, bei Fragen hierzu berate ich Sie gerne.
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