Escherichia coli (E. coli) - Infektion

 
Vorkommen:
Alle Sittiche, besonders häfige Halter-Berichte gibt es m einer Erfahrung nach beim Wellensittich kurz nach dem Erwerb.
 
 

Mögliche Symptome:
Die Symptome sind recht unspezifisch: Durchfall, dadurch auf Dauer auch Dehydration (Austrocknung) möglich, Polyurie (der normalerweise cremige weiße Harnanteil ist flüssig und durchsichtig), Herauswürgen von Körnern (Kropfentzündung), Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Abmagerung, gesträubtes Gefieder, Kreislaufstörungen, bei Befall des Atmungstrakts Rhinitis.

Die Kotbeschaffenheit kann wechseln, so dass es auch Phasen geben kann, in denen der Kot normal aussieht. Viele Halter denken dann, dass die Krankheit oder "nur" ein Unwohlsein überwunden ist, obwohl dies bei diversen bakteriellen Infektionen noch nicht der Fall ist. Die wechselnden Symptome sollten also nicht davon abhalten den Vogel beim Fachtierarzt untersuchen zu lassen.
 
 

Ursache:
Bakterien: Escherichia coli (E. coli), Familie: Endobacteriaceae.
E. coli gehören bei einigen Vogelarten zur natürlichen Darmflora, bei Papageien und Sittichen allerdings nicht. Die Infektion mit E. coli ist bei Papageienvögeln deshalb eine Erkrankung.

E. coli sind 1-1,5 x 1-3 µm große gramnegative, meist bewegliche Stäbchen, die sich meist zunächst im Darm oder auch im Kropf ansiedeln . Über das Blut können sie sich außerdem auf den Atmungstrakt, die Leber und die Geschlechtsorgane ausbreiten und über die Kloake in den Eileiter ausbreiten.

Die Infektion erfolgt meistens über das Futter (das z.B. durch falsche Lagerung mit dem Kot von Nagern verschmutzt wird) oder verschmutztes Trinkwasser, seltener durch das Einatmen von infiziertem Staub (vor allem Jungvögel). Betroffen sind vor allem Sittiche, deren Immunsystem durch Viren oder Parasiten, einer vorgeschädigten oder aus anderen Gründen nicht intakte Darmflora oder allgemein schlechte Haltung (Hygiene, Mangelernährung, ...) geschwächt ist. In der Außenwelt können die Bakterien noch mehrere Monate infektiös bleiben.
 
 

Diagnose:
Anhand des klinischen Bildes, Tupferproben aus Kloake und ggf. dem Kropf, alternativ zur Tupferprobe aus der Kloake eine Kotuntersuchung. Die Tupferprobe gilt häufig als sicherer. Die Probe sollte mit Resistenztest gemacht werden. Das heißt, dass untersucht wird, auf welche Antibiotika die Bakterien schon nicht mehr (ausreichend) reagieren. Diese Antibiotika sind wirkungslos und wären eine unnötige Belastung des Körpers (durch das Medikament und durch die längere Anwesenheit der Krankheitskeime). Resistenzen gegen Antibiotika sind heutzutage leider recht weit verbreitet, gerade bei Bakterienarten, die häufig vorkommen. Auch E. coli sind inzwischen sehr widerstandsfähig gegenüber vielen Antibiotika.

Die Probe sollte auch auf Pilze untersucht werden.
 
 

Therapie:
Erkrankte Sittiche müssen von einem Fachtierarzt untersucht werden. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika entsprechend dem Resistenztest. Sie wird über ca. 10 Tage durchgeführt.
Bei Bedarf muss der gesamte Bestand behandelt werden.

Wenn der Vogel bereits dehydriert ist, bekommt er unterstützend eine Nährstoff-Lösung (Ringerlösung, Amynin, Glucose) gespritzt. Wenn der Vogel die Nahrung verweigert muss eine Zwangsernährung erwogen werden. Dies ist allerdings nicht so häufig der Fall, bei leichteren bis mittleren Infektionen frisst der Vogel in der Regel noch ausreichend. Bei abgemagerten Vögeln sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sie wieder zunehmen, ggf. mit Zufütterung (z.B. mit Handaufzuchtbrei, außerdem stärkenden Mitteln wie z.B. Amynin).

Mit Vitamin A wird die Zellregeneration unterstützt. Vitamin A kann vom Fachtierarzt gespritzt werden oder über das Trinkwasser verabreicht werden. Hierfür gibt es verschiedene Vitamin-A-D-E-C-Präparate, die man auch beim Fachtierarzt erwerben kann.

Empfehlenswert sind außerdem Lactobazillen (z.B. Bird Bene Bac, PT-12 (Fa. re-scha)). Diese sind gut für die geschädigte Darmflora und helfen "schlechte" Bakterien zu verdrängen. Nach Antibiotikagaben wirken Lactobazillen immer positiv auf die Darmflora, da die Antibiotika auch "gute" Bakterien abtöten und das Gleichgewicht der Darmflora mit Hilfe der Lactobazillen schneller wieder hergestellt wird. Damit wiederum ist der Darm auch widerstandsfähiger gegen Krankheitskeime.

Die Hygiene muss einwandfrei sein, um erneute Ansteckungen zu vermeiden. Käfig / Voliere und Futter- und Trinkgefäße müssen während der Behandlungsdauer sowie nach Ende der Therapie desinfiziert werden. Kontaminiertes Körnerfutter muss entsorgt werden. Die Ernährung sollte gegebenenfalls verbessert werden (mehr Obst und Gemüse, (bei Verweigerung Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Keimfutter, Eifutter, Tipps für Obstverweigerer siehe hier...).

Es sollte gut gelüftet werden, Luftstaub sollte eingedämmt werden. Ein Luftreiniger, Ionisator oder Luftwäscher können die Luft staubfreier halten und dadurch verbessern. 
Buchenholzgranulat oder Maiseinstreu als Bodenbelag staubt weniger als Sand.

Hinweis: Da E. coli wie gesagt widerstandsfähige Bakterien sind und durch falsch angewandte Behandlungen nicht selten nur unterdrückt, aber nicht vollständig beseitigt werden oder eine Reinfizierung durch eine nicht ausreichend saubere Umgebung erfolgt sein kann, sollte einige Wochen nach der Behandlung erneut eine Tupferprobe getestet werden.
 
 


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