| Vorkommen:
Alle Sittiche, besonders häfige Halter-Berichte gibt es m einer Erfahrung nach beim Wellensittich kurz nach dem Erwerb. Mögliche Symptome:
Die Kotbeschaffenheit kann wechseln, so dass es auch Phasen geben kann,
in denen der Kot normal aussieht. Viele Halter denken dann, dass die Krankheit
oder "nur" ein Unwohlsein überwunden ist, obwohl dies bei diversen
bakteriellen Infektionen noch nicht der Fall ist. Die wechselnden Symptome
sollten also nicht davon abhalten den Vogel beim Fachtierarzt untersuchen
zu lassen.
Ursache:
E. coli sind 1-1,5 x 1-3 µm große gramnegative, meist bewegliche Stäbchen, die sich meist zunächst im Darm oder auch im Kropf ansiedeln . Über das Blut können sie sich außerdem auf den Atmungstrakt, die Leber und die Geschlechtsorgane ausbreiten und über die Kloake in den Eileiter ausbreiten. Die Infektion erfolgt meistens über das Futter (das z.B. durch
falsche Lagerung mit dem Kot von Nagern verschmutzt wird) oder verschmutztes
Trinkwasser, seltener durch das Einatmen von infiziertem Staub (vor allem
Jungvögel). Betroffen sind vor allem Sittiche, deren Immunsystem durch
Viren oder Parasiten, einer vorgeschädigten oder aus anderen Gründen
nicht intakte Darmflora oder allgemein schlechte Haltung (Hygiene, Mangelernährung,
...) geschwächt ist. In der Außenwelt können die Bakterien
noch mehrere Monate infektiös bleiben.
Diagnose:
Die Probe sollte auch auf Pilze untersucht werden.
Therapie:
Wenn der Vogel bereits dehydriert ist, bekommt er unterstützend eine Nährstoff-Lösung (Ringerlösung, Amynin, Glucose) gespritzt. Wenn der Vogel die Nahrung verweigert muss eine Zwangsernährung erwogen werden. Dies ist allerdings nicht so häufig der Fall, bei leichteren bis mittleren Infektionen frisst der Vogel in der Regel noch ausreichend. Bei abgemagerten Vögeln sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sie wieder zunehmen, ggf. mit Zufütterung (z.B. mit Handaufzuchtbrei, außerdem stärkenden Mitteln wie z.B. Amynin). Mit Vitamin A wird die Zellregeneration unterstützt. Vitamin A kann vom Fachtierarzt gespritzt werden oder über das Trinkwasser verabreicht werden. Hierfür gibt es verschiedene Vitamin-A-D-E-C-Präparate, die man auch beim Fachtierarzt erwerben kann. Empfehlenswert sind außerdem Lactobazillen (z.B. Bird Bene Bac, PT-12 (Fa. re-scha)). Diese sind gut für die geschädigte Darmflora und helfen "schlechte" Bakterien zu verdrängen. Nach Antibiotikagaben wirken Lactobazillen immer positiv auf die Darmflora, da die Antibiotika auch "gute" Bakterien abtöten und das Gleichgewicht der Darmflora mit Hilfe der Lactobazillen schneller wieder hergestellt wird. Damit wiederum ist der Darm auch widerstandsfähiger gegen Krankheitskeime. Die Hygiene muss einwandfrei sein, um erneute Ansteckungen zu vermeiden. Käfig / Voliere und Futter- und Trinkgefäße müssen während der Behandlungsdauer sowie nach Ende der Therapie desinfiziert werden. Kontaminiertes Körnerfutter muss entsorgt werden. Die Ernährung sollte gegebenenfalls verbessert werden (mehr Obst und Gemüse, (bei Verweigerung Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Keimfutter, Eifutter, Tipps für Obstverweigerer siehe hier...). Es sollte gut gelüftet werden, Luftstaub
sollte eingedämmt werden. Ein Luftreiniger, Ionisator oder Luftwäscher
können die Luft staubfreier halten und dadurch verbessern.
Hinweis: Da E. coli wie gesagt widerstandsfähige
Bakterien sind und durch falsch angewandte Behandlungen nicht selten nur
unterdrückt, aber nicht vollständig beseitigt werden oder eine
Reinfizierung durch eine nicht ausreichend saubere Umgebung erfolgt sein
kann, sollte einige Wochen nach der Behandlung erneut eine Tupferprobe
getestet werden.
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