Bei Sittichen wird eher von epileptformen oder epileptischen Anfällen
gesprochen, die klinisch der Epilepsie des Menschen ähneln. Ob es
eine echte Epilepsie bei Vögeln gibt, ist bisher unbekannt, der Begriff
wird aber ebenfalls häfig verwendet.
Vorkommen:
Alle Sittiche.
Mögliche Symptome:
Epileptische Anfälle, Schwäche, Inkoordination, Krämpfe,
Lähmungen, geöffneter Schnabel, beschleunigte Atmung, in einigen
Fällen schiefgehaltener Kopf, auch wenn der Vogel sitzen und laufen
kann, Herauswürgen von Futter, lautes Schreien.
Manche Sittiche erholen sich nach einigen Minuten bis Stunden wieder,
andere haben innerhalb weniger Stunden oder Tage mehrere Anfälle.
Es besteht Ähnlichkeit mit einem Schlaganfall.
Mögliche Ursachen:
Es gibt verschiedene mögliche Ursachen, hauptsächlich Gehirnerkrankungen
(Tumore, Infektionen, Parasiten...). Als weitere Ursachen werden auch Kreislaufstörungen
(Blutstauungen), Stoffwechselstörungen, Vergiftungen, Mangelzustände
(Calcium, Vitamine, Spurenelemente) in Betracht gezogen.
Diagnose:
Anhand des klinischen Bildes, nach Ausschluss anderer möglicher
Ursachen.
Therapie:
Sittiche mit diesen Symptomen sollten auf jeden Fall möglichst
schnell zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden. Gegen die Krämpfe
können Medikamente gegeben werden. Außerdem können Kreislauf
und Stoffwechsel gegebenenfalls unterstützt werden. Es kann versucht
werden Vergiftungen zu behandeln. Je früher die Behandlung beginnt,
desto erfolgsversprechender ist sie. Bei vermuteten Mangelzuständen
sollte die Ernährung überprüft und gegebenenfalls verbessert
werden.
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