Polydipsie: übermäßiger Durst

 
Vorkommen:
Alle Sittiche
 
 

Symptome:
Der Sittich zeigt ein ungewöhnliches Trinkverhalten, er hat vermehrt Durst und trinkt auffällig viel Wasser. Infolgedessen wird auch ein größerer Harnanteil ausgeschieden.
Beim übermäßigem Wassertrinken kann es sich um eine Verhaltensstörung handeln. Meist ist sie jedoch ein Symptom für eine Krankheit, dann können normalerweise  In diesen Fällen gibt es meistens zusätzliche Symptome wie z.B. schlechtes Gefieder, Kotveränderungen oder Apathie.
 
 

Mögliche Ursachen:

   
  
Diagnose:
Um die Ursache zu finden ist zunächst der Vorbericht des Halters wichtig. Fragen wie Alter des Sittichs, Haltung (Käfigaustattung, Einzelhaltung, paarweise oder Gruppenhaltung, harmonisiert das Paar oder die Gruppe oder gibt es Störungen?) und Ernährung müssen geklärt werden. Bei der Erstuntersuchung werden außerdem Augen, Schnabel, Kloake und Gefieder untersucht und der Sittich abgetastet und abgehört. Bei einem Verdacht auf eine physische Erkrankung sind eventuell weitere Untersuchungen mittels Röntgen oder eine Blutuntersuchung notwendig.
 
 

Therapie:
Gelegentlich trinken Sittiche mehr, wenn das Trinkwasser gesüßt ist, z.B. durch Vitaminzusätze. Wenn diese Möglichkeit bei Ihnen ausgeschlossen werden kann sollten Sie einen Fachtierarzt aufsuchen.

Vielleicht ist Ihr Sittich bereits wegen einer Erkrankung in Behandlung. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt und fragen Sie ihn, ob die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme auf die Medikamente zurückgeführt werden kann oder zusätzlich auf andere mögliche Ursachen hin untersucht werden sollte. Fragen Sie ihn auch, ob eventuell auf andere Medikamente umgestiegen werden sollte.

Falls Sie Ihrem Sittich oder Ihren Sittichen "menschliches" Essen geben, müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie den Vögeln damit leider ernsthaft schaden. Viele menschliche Genussmittel wirken sich kurz- oder langfristig auf die Nieren und andere Organe aus und führen zu teilweise chronischen nicht mehr behandelbaren Erkrankungen dieser Organe.

Auch (noch) gesunde Sittiche dürfen deshalb so gut wie keine menschlichen Lebensmittel erhalten, da sie zu salzhaltig, gewürzt, zuckerhaltig und / oder zu fetthaltig sind! 
Chips, Salzstangen, Schokolade und gewürztes Essen sind für alle Vögel tabu! Auch wenn ein Sittich noch so bettelt und es Ihnen schwerfällt, denken Sie daran, dass Sie ihm damit keinen Gefallen tun, sondern ihm ernsthaft schaden.

Es gibt Ausnahmen wie z.B. Eigelb (Eifutter), gekochte ungesalzene Nudeln ohne Öl, gekochter Reis, etwas gekochte Kartoffel oder frischer fettarmer Naturjoghurt. Obst, Gemüse, Grünfutter und Beeren dürfen Sie natürlich - von Ausnahmen abgesehen - jederzeit geben. Hier finden Sie eine Übersicht über eine gesunde artgerechte Ernährung.
 

Sollte Stress der Auslöser sein ist es wichtig den Auslöser zu finden und die Situation baldmöglichst zu ändern. Beobachten Sie, was Ihren Sittich stresst. Ist es eine neue Umgebung, ein fehlender Partner, ein Partner, mit dem er sich  nicht versteht, zu wenig Bewegung / Freiflug, Langeweile, das falsche Spielzeug ...?
 

Wassertrinken kann in seltenen Fällen auch den Verhaltensstörungen zugeordnet werden, wenn der Vogel ansonsten völlig gesund ist. Durch Regulierung der Wassermenge kann dem Vieltrinken etwas vorgebeugt werden. Eine erhöhte Wasseraufnahme bei einem gesunden Vogel ist übrigens nicht schädlich. Manche Störungen sind allerdings auch Gewohnheit und nicht oder schwer wieder abzugewöhnen. Dennoch ist ein glücklicher Sittich ein gesünderer Sittich, deshalb sollten Sie im Zweifelsfall gut beobachten, ob und was ihm fehlen könnte..
 
 
 
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