PMV-3-Infektion (Drehkrankheit)

Auch: Dreherkrankheit, Paramyxovirus-3-Infektion
 

Vorkommen:
Alle Sittiche. Besonders empfänglich sind vermutlich australische Sittiche wie Nymphensittich, Grassittiche (Schönsittich, Feinsittich, Glanzsittich, Schmucksittich) und Bourkesittiche sowie Agaporniden (Unzertrennliche).
 
 

Mögliche Symptome:
Zentralnervöse Störungen wie Drehbewegungen, Kopfschiefhaltung, Zittern, Lähmungen, außerdem weißlicher Kot, Pankreatitis, Abmagerung, Erschöpfung. Teilweise liegen die Vögel auf dem Boden. Betroffene Sittiche fliegen oft im Kreis und finden nicht zu ihren Sitzplätzen zurück.
Ähnlich Newcastle Disease (diese wird durch PMV-1 verursacht), aber insgesamt milderer Krankheitsverlauf.
 
 

Ursache:
PMV 3 (Paramyxovirus, Serotyp 3).
Es ist möglich, dass auch gesund wirkende Vögel das Virus im Körper tragen und ausscheiden.
 
 

Diagnose:
Anhand der Symptome, außerdem Virusnachweis durch Kloakenabstrich oder Trachealabstrich, Bluttest (Antikörpertest). Bei verstorbenen Vögeln Sektion, Virusanzüchtung.
 
 

Differentialdiagnose:
Die anzeigepflichtige Viruserkrankung Newcastle Disease muss bei der Diagnose ausgeschlossen werden können, es sollte also gleichzeitig auf PMV-3 und PMV-1 untersucht werden.
 
 

Therapie:
Im Prinzip gibt es leider keine Therapie.
Es gibt keine kommerziell hergestellten Impfstoffe gegen das PMV 3 bei Papageienvögeln. Alternativ kann man z.B. Impfstoffe für Geflügel verwenden. Dies wird jedoch nur in Einzelfällgen getan, die Verantwortung dafür liegt beim Tierarzt

Wärme, Ruhe und gedämmtes Licht sowie Vitamin-B-Komplex können unterstützend gegen Krämpfe wirken. 
Gegen eventuelle Sekundärinfektionen (Infektionen als Folge des angegriffenen Immunsystems durch die Viren) können bei Bedarf Antibiotika verabreicht werden.

Erkrankte Vögel sollten von den anderen getrennt werden. Die Prognose ist leider wegen der fehlenden Behandlungsmöglichkeit sehr schlecht.

Das Immunsystem aller Vögel im Bestand sollte unterstützt werden und zwar mit
- viel Obst, Gemüse und Grünfutter
- bei Bedarf unterstützend Vitaminpräparate
- ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit (ca. 50-60%)
- UV-Licht, z.B. Arcadia Bird Lamp
- Vermeidung von Stress
 
 

Ansteckungsgefahr:
Die Drehkrankheit ist ansteckend für andere Sittiche, deshalb sollten keine weiteren Sittiche in den Bestand aufgenommen werden.
Sie ist nicht ansteckend für den Menschen.
 
 
 
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