Dehydration (Austrocknung)

 
Man spricht von sehr starker (kritischer) Dehydration, wenn ein Sittich ab ca. 10% seines Flüssigkeitsvolumens verloren hat.
 

Vorkommen:
Alle Sittiche, vor allem Nestlinge
 
 

Mögliche Symptome:
Die Haut ist trocken, faltige und schuppig. Die Schleimhäute (Augen, Schnabel) sind sehr trocken, die Augen sind bei starker Dehydration in den Höhlungen eingesunken. Eine Folgeerkrankung einer Austrocknung kann eventuell Gicht sein.
 
 

Mögliche Ursachen:
Es kann vorkommen, dass die Trinknäpfe einfach leer sind und nicht schnell genug wiederbefüllt werden. Das kann in schlechter Haltung vorkommen oder in Notfallsituationen, wenn sich der Halter plötzlich (zunächst) nicht um seine Vögel kümmern kann. Es ist auch möglich, dass der Sittich von sich aus zu wenig Wasser aufnimmt. Nicht wenige Sittiche verweigern ihr Trinkwasser, wenn diesem Zusätze wie z.B. Vitaminpräparate oder Medikamente zugesetzt wurden. Als weitere mögliche Ursachen kommen z.B. eine mangelnde Fütterung der Nestlinge durch die Eltern oder eine falsche Fütterung während der Handaufzucht in Frage.
 
 

Diagnose:
Das klinische Bild liefert einen ersten konkreten Verdacht. Zusätzlich kann der sogenannte "Hauttugor" überprüft werden. Darunter versteht man vereinfacht ausgedrückt den natürlichen, straffen Zustand der Haut. Wie bei Säugetieren auch kann man mit der Hand oder der Pinzette eine Hautfalte bilden und prüfen, wie lange diese benötigt, um sich wieder zu glätten. Normalerweise glättet sie sich umgehend nach dem Loslassen, bei einer Austrocknung dauert dieser Vorgang länger. Alternativ kann der Fachierarzt auch die Wiederfüllungszeit der Flügelvene (nach Druck) überprüfen.
 
 
 
Therapie:
Das Austrocknen eines Vogels, besonders eines Nestlinngs, ist lebensgefährlich. Der Sittich sollte sofort zum Fachierarzt gebracht werden. Er sorgt für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, indem er dem Vogel Flüssigkeit (Ringer- oder Ringer-Laktat-Lösung) unter die Haut spritzt. In Notfällen kann die Lösung auch in die Vene gespritzt werden, allerdings ist dies nicht ohne Risiko. Der Fachierarzt muss im jeweiligen Fall entscheiden, wie er behandelt. Die Lösung wird mehrmals über 1-2 Tage gegeben.
 
 

Vorbeugend:
Stellen Sie sicher, dass immer ausreichend frisches Trinkwasser und möglichst auch Badewasser zur Verfügung steht. Beobachten Sie bei dem Zusatz von Präparaten, z.B. Vitaminpräparaten, ob die Sittiche vom Wasser trinken oder es aufgrund des anderen Geschmacks oder der anderen Wasserfarbe meiden.

Sonnensittiche
Bade- und Trinkgelegenheit für Sonnensittiche
in einer Außenvoliere im Vogelpark Walsrode

Füttern Sie während der notwendigen Handaufzucht kein Aufzuchtfutter oder Eifutter, sondern speziellen Handaufzuchtbrei, dessen Konsistenz sich nach dem Alter der Jungvögel richtet. Richten Sie sich genau nach der Zubereitungsanleitung.

Achten Sie immer darauf, dass die Luftfeuchtigkeit ausreichend hoch ist. Sie sollte bei ca. 50-55% liegen. Bei Papageien muss sie entsprechend angepasst werden, Papageien benötigen  meistens eine höhere Luftfeuchtigkeit. Sie können die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer messen und sie z.B. mit einem Luftwäscher, Luftbefeuchter, feuchten Tüchern, ungiftigen Pflanzen usw. regulieren. Wenn möglich sollten Sie zu starkes Heizen im Wohnraum vermeiden, dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Vögel aus und kann Erkrankungen begünstigen, sondern wirkt sich auch negativ auf Ihre eigene Gesundheit aus. 
 
 
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