Unter Arthrose versteht man eine degenerative Gelenkerkrankung. Das
betroffene Gelenk kann immer weniger gut bewegt werden.
Arthrose ist immer mit Schmerzen verbunden.
Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose:
Während bei Arthritis die Gelenke entzündet sind handelt
es sich bei der Arthrose um eine Abnutzung der Gelenke, einen sogenannten
"Gelenkverschleiß". |
Ich berichte hier aus meinen eigenen
Erfahrungen mit Arthrose bei Wellensittichen.
Vorkommen:
Alle Sittiche
Mögliche Symptome:
Eine leichte Arthrose muss keine auffälligen Symptome zur Folge
haben. Der Sittich wirkt bei der Fortbewegung bei guter Beobachtung etwas
steifer, eventuell können Schmerzen von Schmerzlauten begleitet sein.
Der Sittich ist infolge der Schmerzen meist weniger aktiv. |
Einer meiner Wellensittichhähne mit
Arthrose im linken Bein nach Auskugelung
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Ist ein Bein betroffen ziehen einige Sittiche dieses etwas oder ganz
ein, um es zu entlasten. Andere Sittiche verlagern ihr Gewicht allerdings
auch, ohne das Bein anzuheben oder einzuziehen. Einige Sittiche fangen
an zu hinken, um das Bein zu entlasten.
Sind die Flügel betroffen fliegt ein Sittich weniger oder kann
sogar flugunfähig werden, wie eine meiner Wellensittichhennen. Sonst
sind bei ihr keine Symptome zu erkennen, sie lässt den erkrankten
Flügel auch nicht hängen, so wie es andere Sittiche tun.
Ist die Arthrose weiter fortgeschritten kann es im weiteren Krankheitsverlauf
zu Lahmheiten kommen. Sind z.B. Luxationen (Auskugeln eines Gelenkes) die
Ursache einer Arthrose ist meist eine Fehlstellung des betroffenen Gelenkes
bzw. der betroffenen Gliedmaße zu sehen.
Eine Arthrose kann im Prinzip alle Gelenke betreffen, bei meinen eigenen
Wellensittichen und den mir bekannten Fällen sind normalerweise ein
oder zwei Beine betroffen, aber z.B. auch Schultergelenke.
Mögliche Ursachen:
Häufig sind Unfälle die Ursache, bei
denen Knochenbrüche, Auskugeln eines Gelenkes, (damit verbunden oft
auch) Bänderrisse, Wunden und ähnliches die Folge sind. Das verletzte
Gelenk bzw. die verletzten Gliedmaßen, z.B. ein verletztes Bein,
wird geschont. Dadurch wird das gesunde Bein stärker belastet als
gewöhnlich. Hält diese stärkere Belastung länger an
wird das gesunde Gelenk überlastet, die Knochen fangen vereinfacht
gesagt an sich umzubilden und zu deformieren, um dieser Belastung standzuhalten.
Dieser Knochenumbau führt zu einer Bewegungseinschränkung bis
hin zu einer Versteifung des Gelenks.
Eine weitere mögliche Ursache sind Übergewicht
oder ein Sohlenballengeschwür,
die zu einer dauernden Überlastung eines oder mehrerer Gelenke führen.
Diagnose:
Bereits durch Abtasten der Gliedmaße kann ein Fachtierarzt
meist eine eindeutige Diagnose stellen. Zusätzlich kann ein Röntgenbild
die Diagnose absichern und bei Bedarf eventuell zeigen, was die Ursache
ist und wie weit die Arthrose fortgeschritten ist.
Differentialdiagnose:
In einer bekannten Vogelklinik wurden bei einem meiner Wellensittiche
zunächst ein Tumor, entweder ein Nierentumor
oder ein Hodentumor, diagnostiziert,
da ein Bein gelähmt war und ein Tumor als Ursache "festgestellt" wurde.
Nachdem der Wellensittich aber noch lange mit der Beinlähmung lebte
und es sich meiner Meinung nach deshalb nicht um einen Tumor handeln konnte
wurde in einer der späteren Untersuchungen festgestellt, dass es sich
um ein ausgekugeltes Gelenk und Arthrose handelte. Der Nachteil bei der
Haltung in einem Vogelzimmer oder auch in einer Außenvoliere ist,
dass man die Sittiche weniger lange beobachten kann und nicht jeden Unfall
mitbekommt.
Auch Prellungen oder Knochenbrüche können symptomatisch ähnlich
verlaufen. |
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Therapie:
Eine Arthrose kann nicht geheilt werden, da die Knochenumbildungen
nicht rückgängig zu machen sind.
Nach Unfällen sollten Sie Ihren Sittich umgehend bei einem Fachtierarzt
untersuchen lassen, sonst kann ein Behandlungsversuch zu spät erfolgen,
wenn sich das Gelenk bereits beginnt umzubauen. Dies geschieht bereits
innerhalb der ersten Tage nach dem Unfall.
Der Tierarzt kann versuchen die Folgen von Unfällen zu behandeln
und eine Arthrose damit möglichst zu vermeiden.
Er kann z.B. Wunden oder ein Sohlenballengeschwür
behandeln oder versuchen ein ausgekugeltes Gelenk in einer Operation wieder
einzurenken und mit einem Verband bis zur Heilung ruhigzustellen oder Bänderrisse
zu operieren. Bänderrisse werden normalerweise erst später operiert,
da das in solchen Fällen gebildete Körper"ersatz"gewebe eine
Operation erleichtern kann.
Sollte der Sittich an Übergewicht
leiden sollten Sie möglichst die Ernährung umstellen bzw. zunächst
eine leichte Diät einhalten und ihm mehr
Freiflug
und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.
| Die Schmerzen bei einer Arthrose werden häufig mit
schmerzstillenden Medikamenten behandelt.
Um die Funktion der erkrankten Gelenke zu verbessern bzw. eine weitere
Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten möglichst zu vermeiden
empfehlen einige Fachtierärzte eine Art "Krankengymnastik" für
den Vogel. Ihr Fachtierarzt wird Sie hierzu beraten.
Im Käfig bzw. der Voliere können dicke, nicht zu glatte Äste,
Sitzbrettchen, Korkrinden oder Korkröhren etc. den Halt des Sittichs
erleichtern. Auch Gritsteine werden aus meinen Sittichen in Krankheitsfällen
oft gerne als Sitzgelegenheit genutzt. |
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Alternative Medizin:
Es gibt homöopathische Mittel, mit denen man Arthrose unterstützend
behandeln kann. Da es in der Homöopathie unter anderem (!) auf individuelle
Symptome ankommt ist die Behandlung von Säugetieren einfacher als
bei Vögeln, da die Symptome und andere Punkte hier leichter zu erkennen
sind. Deshalb ist ein ausführlicher Vorbericht des Halters sehr wichtig
und sollte bei einem Tierheilpraktiker stattfinden, da sich die Fachtierärzte
meiner Erfahrung nach auf diesem Gebiet kaum auskennen. Da es wie gesagt
auf individuelle Symptome und andere individuelle Eigenschaften wichtig
für die Auswahl des richtigen Mittels sind ist eine pauschale Empfehlung
an dieser Stelle leider nicht möglich.
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