Selbstgebaute Volieren haben viele Vorteile. Zum einen können sie
auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Sie können
selbst über Größe, Material und Form, Kotgitter oder Anzahl
der Einflugtüren entscheiden. Außerdem sind selbstgebaute Volieren
meist größer, schöner und auch preiswerter als die im Zoohandel
erhältlichen.
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| Achtung!
Leider gibt es besonders bei den verzinkten Volieren- und Käfiggittern große gesundheitliche Bedenken, aber auch bei beschichteten Gittern, die ebenfalls Zink, Blei oder Chrom enthalten. Bitte beachten Sie die Hinweise unter Zinkvergiftung und Bleivergiftung bei der Wahl Ihres Gitters! Volierengitter führen bedenklich häufig zu Vergiftungen! |
Werkzeug:
| Elektro-Tacker + Tackerklammern | Baumarkt |
| Seitenschneider 1 | für den Draht |
| Zange | zum eventuellen biegen oder Tackerklammern oder ähnliches rausziehen |
| Bohrmaschine | |
| Akku-Schrauber oder Schraubenzieher | |
| Säge | für die Latten, wenn sie nicht im Baumarkt zugeschnitten wurden oder um Äste zu bearbeiten |
| Metallfeile oder Dremel mit Schleifaufsatz 1 | für das Gitter, da es an den geschnittenen Stellen sehr scharf ist |
| Pinsel |
1 Alternative:
Sittich-Info.de-Leser Marco empfiehlt eine gekröpfte Blechschere
zum Schneiden des Volierendrahtes: "Mit einer
Blechschere kann man genau an dem Querdraht entlang schneiden. So entstehen
keine scharfen oder überstehenen
Drahtenden."
Vielen Dank für den Tipp!
Material:
| Kiefer-Holzleisten 19 Stück á 2,50m | Tipp: die meisten Baumärkte sägen die auf die gewünschten Maße zurecht |
| Möbelplatte | für den Boden |
| Möbelplatte als Leisten gesägt | für Schmutzfangseiten |
| Dickschicht-Lasur für Kinderspielzeug | damit das Holz nicht aufschwemmt und man auch mal feucht abwischen kann |
| Draht | (ich habe verzinkten genommen), vorher über die angebotenen Breiten
informieren und damit die Voliere planen, das erspart viel Arbeit beim
Bau
Für unsere Voliere haben wir folgende Maße genommen: 4m mit 80cm Breite und 9m mit 60cm Breite |
| Scharniere | 4 Stück für die beiden Türen |
| Winkel, große und kleine | bei uns 68 Große für die Abteile und ca. 25 Kleine für den Boden und die Verbindung Seiten-Dach |
| Flächenverbinder | ca. 15-20 Stück |
| Schrauben | ca. 250 Stück |
| Holzleim | |
| Türverschlüsse | |
| Folie | für die Zimmerwand, damit man sich das anschließende Streichen ersparen kann |
| Sitzstangenhalter |
Beispiel für einen Türverschluss:
Flächenverbinder:
Scharnier:
Großer Winkel:
Schritt 1:
Holz kaufen, lasieren und zu den Seiten, -Front-, Rückwand und Dach zusammenfügen mit Hilfe der Winkel und Schrauben. Erstmal jedes Abteil für sich, also noch nicht die gesamte Länge.
Die Planung vorher ist die halbe Miete, vor allem was Zentimeter angeht.
Wir haben bei unserer Voliere darauf geachtet, dass wir sie leicht
auseinander und aber auch vergrößern können, deswegen ist
sie so unterteilt.
Unsere Maße (ungefähr):
Front und Rückwand: pro „Abteil“ 60cm breit und 1,80 hoch
Die Abtrennungen dazwischen wie es jedem beliebt oder wie die Einflugtüren
gewünscht sind.
Seiten: 80cm breit und auch 1,80hoch
Dach: pro Abteil (2 braucht man insgesamt) 60cm breit und 80cm tief
In die Seiten bzw. Front müssen nun noch die Türen eingefügt
werden.
Bei uns ist die Einflugtür ca. 60cm breit und 40cm hoch. Daraufhin
haben wir auch so den Mittelbalgen gebaut.
Die Seite, von der aus wir reinigen und die Futternäpfe wechseln
(wir haben keine Futterluke) da ist die Tür 80 cm breit und 100 cm
hoch.
Holz lasieren und über Nacht trocknen lassen
Zu den einzelnen Abteilen zusammenfügen
Schritt 2:
Die vorgefertigten Abteile mit Gitter bespannen. Kleiner Tipp: es gibt einige Internetanbieter, die bieten den Draht in verschiedenen Breiten an. Also vorher gucken, welchen Anbieter ihr nehmen wollt und dann nach den dort angebotenen Gitterbreiten die Voliere planen, denn das bedeutet, viel Schneide- und Schleif-Arbeit weniger, denn so müsst Ihr nur noch die Länge, aber nicht mehr die Breite zurecht schneiden (ausgenommen für die Türen, da ist das noch notwendig).
Das Gitter also auf die Abteile legen und festtackern. Am besten
von oben nach unten, unten aber erstmal nur die Seiten, dann erst das Gitter
so zurecht abschneiden (mit Seitenschneider), wie das Abteil lang ist.
Damit wirklich nichts schief geht.
Alle überstehenden Gitternasen bitte abfeilen, so vermindert
ihr das Verletzungsrisiko Eurer Geier und Euch!
Wir haben unsere Voliere im Übrigen von innen mit Draht bespannt, damit unsere Pieper weniger Möglichkeiten haben, an den Holzleisten zu nagen und es von außen schöner aussieht.
Dann die Abteile erstmal Front und Rückwand mit Flächenverbindern zusammenfügen.
Abteile bespannen, festtackern und mit dem Seitenschneider
zurechtschneiden.
Überstehende Nasen, Kanten und Ecken bitte abfeilen. Hier mit einem Dremel mit Schleifaufsatz, aber ich fand es ging mit einer Metallpfeile besser, war nur anstrengender.
Dann die Front und Rückwand Abteile auf komplette Länge mit Hilfe der Flächenverbinder verbinden.
Hier nochmal die Seitentür, über die wir
reinigen und füttern.
Schritt 3:
Das ganze nun, auf die schon in die richtige Position, gelegte Bodenplatte
stellen, denn danach bekommt man sie nicht mehr gehoben/geschoben weil
zu schwer und
die Folie an der Wand befestigen.
Rückwand mit Seite verbinden. Hier kommen nun die kleinen Winkel zum Einsatz und es geht am einfachsten mit einer zweiten Person und mit der Seite ohne Tür.
Danach die andere Seite an die Rückwand schrauben (die mit der Tür) und
dann die Front.
Anschließend das Dach oben auflegen und auch hier mit den kleinen Winkeln verbinden.
Nun kommen noch die Schmutzfang-Leisten aus Möbelplatte. Möbelplatte deswegen, weil sie beschichtet ist und damit leichter zu reinigen geht.
Die vier Leisten (2x1,20Meter und 2x0,80Meter) zu 2 L’s zusammenfügen.
Das erste L in die Voliere an die richtige Position stellen und
dann das zweite L rein.
Hier ist leider etwas Fummel-Arbeit dabei und es geht nicht so leicht,
aber nur nicht die Geduld verlieren.
Die beiden L’s in der Voliere mit Hilfe der kleinen Winkel zusammenfügen
und auf dem Boden stellen, zuvor aber etwas Holzleim auf die Unterseiten
geben. Das ganze würde ich dann über Nacht trocknen lassen, oder
wenigsten ein paar Stunden.
Holzleim deswegen, damit kein Sand und Wasser in die Ritzen eindringen kann, alternativ geht auch Silikon, dieses trocknet aber langsamer.
Nach der Trocknung mit Hilfe der kleinen Winkel, die Schmutzfang-Leisten mit dem Boden befestigen.
Fertig ist die selbstgebaute Bodenwanne, allerdings kann man die zur Reinigung auch nicht raus nehmen. Also Reinigung ist nur mit Besen und Schaufel und einem Eimer Wasser und Lappen möglich.
Dann noch an die Türen die Türverschlüsse befestigen (pro Tür haben wir zwei genommen, sicher ist sicher)
Und dann einrichten, die Sitzstangenhalter zurecht biegen und Äste auf die richtige Länge kürzen und die Piepser einziehen lassen!
Das ist das Dach, nachdem alle Seiten miteinander verbunden wurden:
Hier sieht man noch einmal, wie das Dach mit dem "Gestell" verbunden ist und wie wir das Gitter angebracht haben.
Hier nochmal die Einflugstür:
So werden die Sitzstangenhalter befestigt, hierzu empfiehlt sich die Zange, obwohl es auch mit den Fingern geht:
FAZIT:
Kosten insgesamt mit allen Materialien + dem Tacker (da wir uns den kaufen mussten): 230€
Sand zur Befüllung: 7,5-10 kg
Kunststoffgitter (besonders für doppelt verdrahtete
Außenvolieren als äußere Verdrahtung empfehlenswert):
Zinkgitter
Verzinkte Gitter sollten möglichst nicht verwendet werden, da
diese leider relativ häufig zu Zinkvergiftungen
führen, wenn die Vögel das Gitter belecken oder benagen. Die
von Vogelhaltern am häufigsten empfohlene Volierendraht ist Bekaert
Casanet Galva. Dieser galvanisch verzinkte Draht ist im Baumarkt erhältlich.
Außenvolieren
| Tipps: |
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& Lydia Duve, vielen Dank!
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