Arnie und Peewee |
Springsittiche gehören zusammen mit den Ziegensittichen zur Gruppe
der Laufsittiche. Springsittiche ähneln den Ziegensittichen im Verhalten
und von den Lauten sehr, sollen aber etwas zickgier als Ziegensittiche
sein. Dies kann ich zumindest bei den Hennen bestätigen.
Links sehen Sie mein erstes, unzertrennliches Springsittichpärchen,
Arnie und Peewee. Auch wenn Springsittiche und Ziegensittiche dafür
bekannt sind, dass sie keinerlei Zärtlichkeiten und gegenseitige Gefiederpflege
betreiben, waren diese zwei ständig am Kuscheln und nur zusammen zu
sehen. Beide hatte ich von Vorbesitzern übernommen, die sie wegen
Allergie nicht mehr behalten konnten. Peewee war ihnen zugeflogen und hatte
offensichtlich schon etliches durchmachen müssen.
Tico, Peewees zweiter Partner, den Sie auf den anderen Bildern sehen, habe ich dann über Umwege von einem Züchter bekommen, nachdem ich woanders (Tierheim, Vermittlung) keinen Springsittich finden konnte. Sobald Tico aus dem Transportkäfig gelassen wurde, konnte ich leider bereits erkennen, dass auch er nicht gesund war. Der spätere Befund ergab einen Leberschaden, erst zwei Jahre später konnte die eigentliche Ursache, eine Stoffwechselstörung festgestellt werden, die ihm sehr zu schaffen machte. |
| Leider passten die zwei nicht wirklich gut zusammen, obwohl
sie später mehr zusammen unternahmen als noch am Anfang.
Nachdem Tico leider gestorben ist holte ich einen weiteren Springsittichhahn von einem anderen Züchter. Mein Pech mit Hähnen hielt an und obwohl der Züchter versprach dass der Vogel gesund sei war auch er krank. Trotzdem behielt ich ihn. Er heisst Fabio und da er sich mit Peewee überhaupt nicht verstand und beide darunter litten kam nach wenigen Monaten eine weitere Springsittichhenne dazu. Sie war 14 Jahre alter Abgabevogel. Sie lebte vorher mit einem Singsittichhahn zusammen und kannte kaum noch Springsittiche. Trotzdem hat sie sich schnell eingelebt und ist trotz ihres Alters sehr fit. Die Springsittichhennen hängen sehr aneinander, Fabio interessiert sich weniger für sie. Sie leben in einer Voliere mit den Maßen 2x1x2 m LxBxH in einem Vogelzimmer, zusammen mit Wellensittichen und Nymphensittichen. Die Voliere ist immer geöffnet, sie haben den ganzen Tag Freiflug. Springsittiche verstehen sich normalerweise mit diesen Sitticharten, aber ich habe - in wenigen Fällen- auch schon von Springsittichen gehört, die sich mit anderen Sittichen nicht so gut verstehen. Auch Tico hat nach einem Unfall mit einem zugeflogenen Wellensittich meine Wellensittiche verjagt, später hat er sich wieder mit ihnen arrangiert. Peewee wiederum hasst gelbe Sittiche, besonders Wellensittiche, und jagt auch einen meiner gelben Wellensittiche (rechts auf dem Bild zu sehen), so dass ich sie trennen musste. |
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Peewee und Tico auf dem Großsittich-Spielplatz. |
Während der Brutzeit von Arnie und Peewee sollten
die Wellensittiche ihnen nicht zu nahe kommen, sonst wurden sie kurz verjagt.
Allerdings war dies harmlos und unblutig. Es könnte aber generell
bei Springsittichen ernster werden.
Deshalb sollten sie während der Brutzeit möglichst von den anderen Sittichen getrennt werden, da diese die Brut sonst gerne stören und so Streß verursachen und ernsthaftere Beißereien provozieren können. Springsittiche haben eine vergleichsweise leise Stimme, können aber auch ziemlich laut meckern. Nachbarn dürften sich nicht gestört fühlen. Meine Springsittiche konnten nie sprechen, aber es gibt Ausnahmen, die einzelne Wörter lernen und Geräusche nachahmen können. Dies ist aber selten der Fall. Sie sind sehr neugierig und können schnell zutraulich werden, werden aber nicht immer zahm. Meine Springsittiche sind auch nicht zahm, trotzdem bringen sie mich mit ihren Aktionen oft zum Lachen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sitticharten putzen und kraulen sie sich normalerweise nicht gegenseitig. Dafür unternehmen sie alles zusammen und sind fast nie alleine zu sehen. Wenn der eine außer Sichtweite ist wird er vom anderen laut gerufen. |
| Springsittiche brauchen viel Beschäftigung, z.B. Knabbermöglichkeiten
(Vogelbaum, Knabberzweige mit Blättern, Knospen, Blüten und /
oder Früchten (z.B. Hagebutten, Beeren, ...), Korkrinde, Gritstein,
Karotte, ...) Schaukeln und Klettergerüste. Da sie sich gerne in Höhlen
aufhalten, sollten ein bis zwei Korkrinden nicht fehlen. Da diese auf beiden
Seiten geöffnet sind regen sie nicht zum Brüten an. Außerdem
schlafen meine beiden fast jede Nacht in Höhlen, z.B. Korkrinden,
Agaporniden-Schlafkästen (Nistkästen mit offener Vorderfront)
oder Nistkästen. Für die Kästen mußte ich allerdings
erst eine Lösung finden, wie ich zwei Nistkästen anbieten kann,
ohne dass die Wellensittiche in Brutstimmung geraten und es zu Angriffen
kommt.
Springsittiche sind wesentlich aktiver als andere Sitticharten, fast schon hyperaktiv, und sehr schnell und wendig. Sie sind ständig unterwegs, sehr neugierig, untersuchen alles und halten sich besonders gerne in Höhlungen und Regalen auf, wo sie gerne Bücher, Zeitschriften und Aktenordner zerschreddern. Sie brauchen also entsprechend viel Platz, für die Käfighaltung
sind sie überhaupt nicht geeignet. Auch bei viel Freiflug ist eine
Voliere meiner Meinung nach besser als ein Käfig, da sie dort gerne
am Gitter herumklettern.
Alles was im Zimmer nicht angeknabbert werden soll, sollte in Sicherheit gebracht werden. |
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Tico während der Mauser. |
Ich gebe meinen Springsittichen Großsittichfutter
ohne Sonnenblumenkerne und ohne Erdnüsse, da die Gefahr der Verpilzung
hier zu groß ist, mit Wellensittichfutter gemischt, dazu Wildsamen
und Bio-Sonnenblumenkerne aus dem Supermarkt. Da sie einen höheren
Energiebedarf als andere Sitticharten haben, können sie bei ausreichend
Freiflug ruhig ca. 2 EL Futter pro Vogel pro Tag bekommen. Gelegentlich
gibt es Kolbenhirse. Außerdem gibt es täglich viel Obst, Gemüse
und / oder Grünfutter. Das Grünfutter (Löwenzahn, Katzengras,
Kresse, Wildgräser, ...) baue ich in flachen Schalen in Vogelsand
an und stelle diese dann in die Voliere. So können sie das Grünfutter
fressen und im Boden graben. Außerdem gibt es relativ regelmäßig
etwas Keimfutter. Ab und zu gibt es auch Eifutter, besonders während
der Brutzeit.
Zusätzliche Mineralien (Sand, Grit, Magenkiesel und hin und wieder Kieselerde auf die Mineralien stehen ständig in einem extra Napf zur Verfügung, außerdem hängen Jodkalksteine und Gritsteine in der Voliere. Außerdem gibt es regelmäßig frische Knabberzweige und Sitzäste. Springsittiche sehen während der Mauser ziemlich schlimm
aus. Wer die Mauser von anderen Sittichen kennt, rechnet beim ersten Mal
häufig mit einer Erkrankung.
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| Ihren Namen Laufsittiche haben sie nicht umsonst.
Sie halten sich gerne auf dem Boden auf, wo z.B. sie nach Körnerfutter
suchen. Deshalb sollten breitere flache Futternäpfe auch auf dem Boden
einer Voliere stehen. Das kommt ihrer natürlichen Art, das Scharren
mit den Füßen im Futter, auch eher entgegen.
Sie klettern auch viel und knabbern gerne an frischen Knabberzweigen. Außerdem baden sie sehr gerne, deshalb sollte täglich eine Badeschale zur Verfügung stehen. Duschen mögen meine dagegen überhaupt nicht. Bei vielen Springsittichen wachsen die Krallen übrigens sehr lang. Bei zu langen Krallen können sie schnell am Volierengitter oder woanders hängenbleiben. Deshalb sollte auf die Länge geachtet und gegebenenfalls regelmäßig gekürzt werden. Durch ihre Aktivität steigen auch die Gefahren. Aufgrund ihrer
Neugierde ist nichts vor ihnen sicher, deshalb sollten Küche und Bad
immer geschlossen sein. Ich habe Arnie einmal in meiner Waschmaschine gefunden,
die er untersuchte. Sie entwischen schnell, wenn irgendwo ein Fenster offen
ist. Da sie sich oft auf dem Boden oder auf Sofas aufhalten, sollte man
auch immer darauf achten, wo man langgeht und sich hinsetzt.
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Springsittiche sind sehr brutfreudig, wenn sie sich verstehen.
Dann brüten sie mehrmals pro Jahr. Mehr als 2-3 Bruten sollten allerdings
nicht zugelassen werden. Man kann den normalen Bruttrieb auch nicht stoppen,
deshalb sollten immer Nistkästen (die in Form von Schlafkästen
sowieso vorhanden sein können) und Kunststoffeier vorhanden sein,
wenn Sie Nachwuchs verhindern wollen. Die Nistkästen können angeboten
werden, wenn das Pärchen sich öfter paart (wenn eine Zuchtgenehmigung
vorhanden ist und Nachwuchs gewünscht wird) oder bereits Eier gelegt
wurden (wenn kein Nachwuchs gewünscht wird).
Da der Legeabstand normalerweise zwei Tage beträgt, habe ich alle zwei Tage eine Nistkastenkontrolle gemacht, wenn das Weibchen gerade draußen war, und das neu gelegte Ei ausgetauscht. Bei den Nymphensittichen habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei einem gleichgeschlechtlichen Paar besonders während der Balzzeit immer etwas fehlt. Auch bei meinen Hennen scheint trotz aller Sympathie etwas zu fehlen. Deshalb halte ich die Haltung von einem echten Pärchen für artgerechter. |
| Ich kann nur sagen, dass Springsittiche kleine Clowns sind, die Leben in die Voliere bringen und mich sehr schnell begeistert haben. Man muß nur gut aufpassen, dass sie sich durch ihre Neugierde nicht in Gefahr bringen. Und es sollten auf jeden Fall Trennungsmöglichkeiten vorhanden sein, wenn sie mit anderen Sitticharten zusammen gehalten werden. In diesem Fall muß die Voliere auch sehr groß sein, zusätzlich sollte es den ganzen Tag Freiflug geben. Wer die Besonderheiten der Springsittiche beachtet wird sehr viel Freude an ihnen haben! |
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