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Bo, Luna, Gizmo, Nele und Feebee - das sind sie, meine 5 tierischen Mitbewohner der Art "Katharinasittich" (Bolborhynchus lineola). Mit ihren Wellensittich-Kumpels teilen sie sich eine Voliere von 2 x 2 x 1 m (B x H x T). Bei nur 16 cm Körperlänge (mit Schwanz!) gehören sie zu den kleineren Vertretern unter den Papageien, ähneln jedoch vom Körperbau und Verhalten her eher den "ganz Großen". Die daraus resultierenden "Interessenskonflikte" mit den Wellensittichen (als temperamentvolle, langschwänzige Fliegerstaffel) wirken sich jedoch nicht nachteilig auf das Zusammenleben (beziehungsweise das "Nebeneinander-Her-Leben") aus. Der tägliche Freiflug in unserem etwa 4 x 9 m großen "Arbeits-Wohn-Volierenzimmer" wird von den Kletterteufeln ausgiebig genutzt, auch zum Erkunden von (Bücher-)Regalen, Schreibtischen oder Schränken. Daher ist das Verlassen der Voliere nur unter Aufsicht empfehlenswert. |
| Meine Katharinasittich-Truppe ist ein bunt zusammengewürfelter
Haufen, im übertragenen wie auch im wörtlichen Sinn. Bo und Gizmo,
die beiden Herren, zeigen sich in schlichtem Grün (Wildfarbe), Luna
dagegen ist blau. Nele und Feebee gehören zu den "Inos", Nele als
Lutino, Feebee dagegen in Cremeweiß als Cremino.
Bo und Luna sind ein festes Paar, sie leben nun seit etwa 15 Monaten bei mir. Mit ihren knapp zwei Jahren sind sie noch recht jung. Nichtsdestotrotz haben sie schon lange ihre Geschlechtsreife erreicht und machen an einigen Tagen das Zimmer bei der Suche nach dunklen Ecken und Höhlen unsicher. Sie stammen beide vom Züchter; Luna hat einen Krallenfehler, der sie aber nicht weiter beeinträchtigt. Ich habe sie damals als Kumpels für den frisch verwitweten Max geholt. Dieser hatte 2 Wochen zuvor seine heiß geliebte Partnerin Momo (10 Jahre) verloren und trauerte wahnsinnig. Leider konnte er die beiden Neuankömmlinge nur noch einige Minuten sehen. Denn kurz nachdem wir Bo und Luna vom Züchter abgeholt hatten, starb auch Max (11 Jahre) in meinen Händen, zu groß war wohl die Trauer um Momo, und der Wunsch, wieder bei ihr sein zu können. |
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| Max und Momo hatte ich 1994 aus einem Zoofachgeschäft freigekauft.
Ihr Zustand war damals erbärmlich, und auch nach Jahren war Momo aufgrund
verkümmerter Handschwingen flugunfähig. Beide waren verschüchtert,
und brachten dem Menschen keinerlei Vertrauen entgegen.
Ganz im Gegenteil zu Bo und Luna, die schon nach einiger Zeit bei mir mithilfe von Hirse auf die Hand kamen. Durch ihre unbändige Neugierde getrieben näherten sie sich immer wieder freiwillig dem Menschen, und verloren schnell ihre Scheu. Ein hantieren im und am Käfig wurde höchstens durch Meckern kommentiert. Etwa ein halbes Jahr später dann zogen Nele, Gizmo und Balu ein, alle drei "nicht ganz normal". Nele mit ihren inzwischen 8 Jahren ist der Oldie des Schwarmes. Sie hat einen kahlen Hinterkopf (ehemals schwere Verletzung), zu lange Krallen, ist (noch!) flugunfähig (übt aber immer wieder fleißig) und ab und zu "unpässlich". Dennoch schlägt sie sich tapfer und voller Lebensmut durchs Leben. Balu, ihr Sohnemann, war leider nur kurze Zeit bei uns. Da er immer wieder auf Nele losging (es kam zu schlimmen Verletzungen) und er außerdem von Bo schikaniert und von Gizmo gerupft wurde, habe ich ihn schweren Herzens zu einer Bekannten gegeben. Dort hat er sich schnell mit einem stattlichen Kathi-Hahn angefreundet und fühlt sich dort offensichtlich pudelwohl. Gizmo ist ein Fall für sich. Hier nur ein paar Daten: Handaufzucht, als Henne mit einem Kathi-Hahn zusammen verkauft, bei Erreichen der Geschlechtsreife kam es zu bösen Auseinandersetzungen, Abgabe in einen Haushalt mit einem Nymphensittich, einem Mohrenkopfpapagei und einem Goldbugpapagei. Dort lebte er ein weiteres halbes Jahr, bis sein "Partner", der Nymphensittich, starb, und Gizmo irgendwie "überflüssig" war. Inzwischen ist er wieder resozialisiert, auch wenn er als Hahn (DNA-getestet) keinerlei Interesse an Kathi-Mädchen hat. Feebee sollte als Partnerin für Gizmo in den Schwarm integriert werden. Wie bereits gesagt, wird meine Planung diesbezüglich jedoch ignoriert. Feebee versteht sich mit allen Katharinasittichen hervorragend, so dass keiner irgendwie allein ist. |
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Soviel zu den Charakteren der Fresszwerge, womit wir schon
beim nächsten Thema wären - die Nahrungsaufnahme. Katharinasittiche
fressen viel, lange und ausgiebig - und vor allen Dingen auch so ziemlich
alles. Die gesamte Palette an Obst und Gemüse wird zumindest getestet,
vieles mit großer Begeisterung verspeist. Mit einem Anteil von etwa
50% bildet die Frischkost somit einen gute Abwechslung zu der ebenfalls
angebotenen handelsüblichen Großsittich-Körnermischung
(ohne Sonnenblumenkerne). Grit wird ebenso zur Verfügung gestellt
wie grober Papageiensand, beides auf einem Brett in der Voliere. Denn der
Boden ist mit Kleintierstreu bedeckt, welches den "Ausscheidungen" der
Katharinasittiche eher entgegenkommt. Denn die Konsistenz des Kotes ist
gewöhnungsbedürftig, durch die hohe Wasseraufnahme eher flüssig
als fest.
Viele Äste in der Voliere sind nicht nur für die flugunfähige Nele wichtig, sondern entsprechen auch dem natürlichen Habitat der Katharinasittiche, den Baumwipfeln in Süd- und Mittelamerikas Wäldern. Daher werden diese Äste auch ausgiebig zum Klettern genutzt. Die Dicke der Äste sollte mindestens 3 cm betragen, denn das enorme Krallenwachstum bei den Katharinasittichen erfordert eine vernünftige Abnutzung der Krallen. Die angebrachte Tageslichtlampe wird eher von den Wellensittichen als angenehm empfunden, das Verhalten der Katharinasittiche hat sich nach dem Anbringen nicht auffällig verändert. |
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Zum allgemeinen Verhalten der Katharinasittiche lässt
sich sagen, dass sie von Natur aus sehr neugierig und zutraulich sind.
Ihre Kommunikation untereinander ist von angenehmer Lautstärke, sie
können aber bei entsprechenden Anlässen auch anders. Das Nagebedürfnis
sollte durch das Anbieten frischer Äste gestillt werden, Holzvolieren
jedoch werden nicht angerührt.
Der Flugbedarf ist wie bei allen Sittichen groß, auch wenn Katharinasittiche ebenso gerne klettern. Badende Katharinasittiche gibt es selten (aber es gibt sie). Meine bevorzugen jedoch eine Dusche mit der Pflanzensprühflasche. Sie hängen sich dann kopfüber am Gitter oder an Äste und spreizen die Flügel und jede einzelne Feder vom Körper. Gespielt wird selten, mal mit Korken oder Glocken. Wichtiger scheint den Katharinasittichen da das Sozialverhalten zu sein. Denn alle Mitglieder eines Schwarmes gehen sehr zärtlich miteinander um (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel), kuscheln, kraulen sich oder sitzen einfach nur so zusammen rum und dösen. Die Paarbindung ist sehr intensiv, ohne großes Balzgehabe findet sich ein Paar, regelmäßiges Füttern und Begatten stärken die Beziehung. Die Voliere wird nicht nur abends, sondern auch tagsüber regelmäßig
aufgesucht. Möchte man Katharinasittiche von irgendetwas überzeugen,
wie z.B. einen neuen Käfig, neue Einrichtung oder auch einfach nur,
dass sie jetzt vielleicht mal in ihre Unterkunft bewegen sollten, so muss
man lediglich gut sichtbar Hirse innerhalb der Voliere anbieten. Meist
dauert es nicht lange, und alle sind drin. Abends kehren alle Sittiche,
sowohl die Katharinasittiche als auch die Wellensittiche freiwillig in
die Voliere zurück, um dort die Nacht zu verbringen. Katharinasittiche
bevorzugen zum Schlafen geschützte Plätze, wie z.B. Schlafhäuser
oder Äste direkt unter der Decke.
Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass Katharinasittiche sehr dankbare und einfach nur liebe Zimmergenossen sind, die durch ihre Art und ihr ganzes Verhalten mein Herz im Sturm erobert haben. |
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