| Bei uns wohnen seit ungefähr eineinhalb Jahren zwei Demerarasittiche
(Pyrrhura egregia). Die Beiden sind mir bei einem Züchter aufgefallen,
weil sie so extrem neugierig waren. Als ich erfuhr, dass das Pärchen
schon seit vier Jahren in der Zuchtbox sitzt und ständig Junge aufgezogen
hatte, beschloss ich, den Zweien ein abwechslungsreicheres Leben zu bieten.
Wir nannten sie Seppi und Peppi und sie zogen in eine sehr große
Voliere ins Wohnzimmer mit Tageslichtlampe.
Das Pärchen fühlte sich von Anfang an sichtlich wohl und inspizieren alles in und um die Voliere herum. |
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Äußerlich erkennen wir sie nur auseinander, weil sie unterschiedliche
Ringe tragen und Peppi einen Flügel etwas hängen läßt.
Dass die zwei ein Paar sind, sieht man deutlich, denn sie unternehmen alles gemeinsam, kuscheln und putzen sich ständig. Peppi ist etwas tollpatschiger als Seppi. Wird die Voliere geöffnet, damit die Sittiche Freiflug haben, verlassen sie diese trotzdem nicht so oft oder gehen bald wieder hinein, um nach dem Rechten zu sehen. |
| Demerarasittiche sind sehr neugierig und aufgeschlossen, werden auch sehr zahm und können Töne nachahmen. Peppie schreit bei Erregung immer Iah, iah, wie ein Esel. Durch ihre Gefräßigkeit konnten wir sogar die Zwei von Anfang an aus der Hand fressen lassen. Unsere zwei Helden sind inzwischen so Bedacht auf Menschenkontakt, dass alle Handlungen und Vorkommnisse im Wohnzimmer begeistert beobachtet und oft mit Freudenschreien kommentiert werden. Waren sie mal ein bischen alleine und wir kommen wieder nach Hause, werden wir mit riesigen Begeisterungsstürmen begrüßt. |
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Brüten wird Peppi bei uns wohl nicht mehr, da sie
ständig Angst hat, etwas zu verpassen und sich sehr für ihre
Umwelt interessiert, sie hat also gar keine Zeit und gar kein Interesse.
Unbedingt nötig ist ein Schlafhäuschen, damit sich diese Sittiche wohl fühlen. Der Schlafkasten ist auch Lebensmittelpunkt von Seppi und Peppi, welchen sie täglich mehrmals inspizieren und kontrollieren. Manchmal verziehen sie sich auch tagsüber mal zum Mittagsschlaf in ihr Quartier. Wir haben ihnen etwas Sägespäne in den Kasten getan, diese werden dann aber nach und nach von Peppi wieder entfernt. Seppi und Peppi werden abends immer von ihrem Herrchen ans Häuschen begleitet, hüpfen mit Freude hinein und warten dann bis das Licht runtergedreht wird. Morgens hört man sie die ersten zwei Stunden gar nichts, sie brauchen erst eine Anlaufphase, zur Freude ihres Herrchens. |
| Obst und Grünfutter ist stets gerne gesehen und wird
immer bevorzugt. Daneben fressen die Beiden am liebsten Papageienfutter
und hin und wieder Vogelhirse. Mit kleineren Körnern können sie
nichts anfangen. Auf Sonnenblumenkerne und Erdnüsse verzichte ich
aus gesundheitlichen Gründen fast ganz. Harte Dinge werden gelegentlich
auch im Wasser eingeweicht bevor sie verzehrt werden. Bei größeren
Futterstücken dient der Fuß als Hilfe.
Lieblingsspeise von Seppi und Peppi sind Himbeere und Stachelbeere. Himbeeren stehen allerdings eher selten auf dem Speiseplan, da die Rückwand der Voliere nach dem Verzehr aussieht, als hätte ein Blutgemetzel stattgefunden. |
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Außerdem gehört ausgiebiges Baden zum täglichen Ritual, bei dem man seine ganze Umgebung nasspritzen kann. Lederbänder und Holzkugeln dienen gerne zur Freizeitbeschäftigung, sowie frische Äste zum Nagen. Von der Lautstärke her finde ich, dass sie sehr gut für die Wohnungshaltung geeignet sind, da sie wirklich immer ganz still sind, mit Ausnahme bei Aufregung oder wenn sie mal der Rappel packt, das geht aber dann bald vorrüber. Machen sie mal Krach, kann dies sehr stimmgewaltig sein, was aber nicht sehr oft und auch nicht sehr lange der Fall ist. Die Verträglichkeit mit anderen Vögeln ist, solange sich kein Vogel für ihr Häuschen interessiert, schon gegeben. Wir hatten eine Zeitlang mal zwei Wellensittichmännchen mit in der großen Aussenvoliere im Sommer, das ging problemlos. |
| Abschließend würde ich sagen, dass Demerarasittiche für jeden geeignet sind, der viel Zeit hat, ihre Neugier und Kontaktfreude zu stillen. Es sind auf jeden Fall liebenswerte Vögel mit einem hohen Unterhaltungswert und durchaus bei viel Platz für die Wohnungshaltung geeignet. Leider werden sie nicht allzuoft gehalten. |
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