| Die Geschlechtsbestimmung ist besonders für Züchter wichtig,
die ein gegengeschlechtliches Paar zu Zuchtzwecken halten möchten.
Da die gegengeschlechtliche Haltung aus verschiedenen
Gründen aber empfehlenswert ist, ist es aber auch für private
Halter ohne Zuchtabsichten zunehmend interessant zu wissen, welches Geschlecht
ihre Sittiche besitzen.
1. Äußere Merkmale: Bei vielen Sitticharten unterscheiden sich Männchen und Weibchen in Größe und Gefieder- oder Schnabelfarbe. Wenn man das Geschlecht anhand solcher Merkmale unterscheiden kann, spricht man von Dimorphismus. Das ist z.B. bei Wellensittichen der Fall, wo sich die Geschlechter durch die Farbe der Nasenwachshaut (Männchen blau, Weibchen braun) unterscheidet (bei Schecken kann dies schon wieder anders aussehen). Bei Nymphensittichmännchen sind die Kopfregion und die Haube gelb und die Ohrfleckeb orange, bei den Weibchen sind Kopfregion und Haube grau und die Wangenflecken matter gefärbt, außerdem besitzt die Schwanzfederunterseite eine Querbänderung. Bei Nymphensittichen kann man das Geschlecht außerdem durch den Balzgesang unterscheiden. Männchen singen, Weibchen nicht. Bei anderen Sitticharten ist diese Unterscheidung allerdings nicht immer zuverlässig. Es gibt aber auch viele Sitticharten, bei denen Männchen und Weibchen
gleich aussehen (sogenannter Monomorphismus), z.B. bei Pennantsittichen
oder Katharinasittichen. Auch bei den Farbmutationen ist das Geschlecht
nicht immer eindeutig zu erkennen.
2. DNA-Analyse:
Hinweis: Auch Labore können irren!
Einer meiner Nymphensittiche war laut Laborergebnis ein Hahn. Dieser legte
später Eier, was dem Ergebnis deutlich widersprach.
3. Endoskopie:
Auch wenn es sich bei der Narkose heutzutage oft um ein Inhalationsgas handelt, das gut dosiert werden kann und durch das die Einschlaf- und Aufwachphase kurz bleibt, ist eine Narkose immer eine Belastung für den Körper und ein Risiko, auch wenn es nur gering ist. Früher übliche örtliche Betäubungen werden heute meistens nicht mehr vorgenommen, da dies zu viel Stress für den Vogel bedeutet. Die Sittiche sollten bereits einige Monate (mindestens 3, besser 5 oder mehr) alt sein, um die Organe leichter erkennen zu können. Kranke und übergewichtige Vögel sollten nicht endoskopiert werden. Übergewichtige Vögel sollten auf Diät gesetztt werden, bis sie Normalgewicht erreicht haben. Der Vogel sollte vor der Endoskopie kein Futter mehr bekommen (ab mindestens 2-3 Stunden vorher), Wasser darf aufgenommen werden. Das Fasten verringert das Risko zu ersticken. Vorteile der Endoskopie sind, dass außer der Geschlechtsbestimmung gleichzeitig Erkrankungen der Geschlechtsorgane und anderer Organe sowie die Zuchttauglichkeit erkannt werden können. Endoskopien sollten ausschließlich von erfahrenen vogelkundigen
Tierärzten durchgeführt werden!
Fazit: Für Züchter ist die Endoskopie wegen ihrer Vorteile besonders für die Zusammenstellung geeigneter Zuchtpaare oft interessanter, für den privaten Vogelhalter, der nur das Geschlecht seiner Vögel wissen möchte, ist die DNA-Analyse empfehlenswerter und preisgünstiger. |
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