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Amadeus lebte unter dem Namen "Susi" fast sieben Jahre allein bei einer Familie. Er war der Nachfolger eines anderen Einzelwellis, der sehr geliebt und umsorgt wurde, aber an plötzlicher Legenot verstarb. Susi wurde zwar auch sehr geliebt, aber langsam ließ das Interesse der beiden Kinder für ihn nach, man hatte andere Verpflichtungen. Mit dem Auszug der älteren Tochter übernahm ich schließlich den Vogel. Er kannte kaum noch etwas anderes als seinen Käfig (obwohl er die Möglichkeit für Freiflug gehabt hatte, doch allein wollte er nur selten etwas außerhalb des Käfigs unternehmen), sein Plastikkumpan und sein Spiegel bedeuteten ihm viel. Als er bei mir ankam (zu dem Zeitpunkt hatte ich eine kleine Gruppe von 4 Wellis), schaute er beim Klang der anderen Stimmen gleich aufmerksam umher und vermöbelte frustriert sein nicht antwortendes Spiegelbild. So nahm ich die Ersatzpuppen heraus, und "Susi" sah sich zum ersten Mal seit fast sieben Jahren wieder echten, lebendigen Kollegen gegenüber, die beim Freiflug auch gleich neugierig auf seinem Käfig landeten und ihn freundlich begrüßten. Er trällerte dann auch sehr rasch mit den anderen mit, und seine schöne Stimme brachte dann seine Umbenennung in "Amadeus" mit sich. Anders als andere Vögel, die ich schon integriert hatte, war Amadeus nicht besonders bestrebt, seinen Käfig dauerhaft zu verlassen. Aber so ganz ohne Kontakt zu den anderen wollte er auch nicht bleiben, und nach einigen Tagen zog er dann in die Voliere um. Fast sofort entdeckte er, wie viel Spaß es macht, Wellensittich zu sein. Er fand sich sofort zurecht, und auch seine Flugfähigkeit war zum Glück kaum eingeschränkt - etwas untrainiert war der Kleine, aber durchaus zu passablen Flugleistungen imstande.
Nicht immer verläuft so eine Integration in dem Alter so extrem erfolgreich ab, aber in den allermeisten Fällen erinnern sich die Einzelvögel schnell daran, wie es ist, ein Welli zu sein, und wenn nicht gerade ein besonders junger und lebendiger Vogel zu einem ruhigen, älteren kommt, sondern der Charakter der Vögel etwas berücksichtigt wird, dauert es meistens nur wenige Tage, wenn überhaupt so lang, bis sich die Vögel aneinander erfreuen. Noch einfacher ist es sogar, wenn ein Einzelwelli in eine Gruppe hinzukommt; dort ist fast immer jemand im Schwarm, der sich dem Neuankömmling besonders widmet und ihm alles zeigt. Ich möchte jedem Mut machen, der seinem älteren Einzelwelli auch nach Jahren noch die Chance auf ein vogelgerechtes Leben mit Partner(n) bieten möchte - gerade bei Wellis läuft eine Vergesellschaftung oft sehr unkompliziert ab! 05.05.2004
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